A III. got. ahva, ahd. aha, mhd. ahe „fließendes Wasser“ (urverwandt mit lat. aqua) — bildet schon in der ahd. Zeit unzählige Namen auf –aha, wie Fuldaha, neben denen seltnere Formen auf –aa, –ach, –a hergehen. Heutzutage ist die häufigste F. –ach. Solche Flußnamen sind dann auch auf daran liegende Orte und von diesen auf Familien übertragen worden.
Aalderk s. Athal (V. Adalric).
Aalfs s. Ath (V. Athaulf).
Aapken s. Ath (zweist. K.).
Aar s. Ar.
Abben s. Ath (zweist. K.).
Abbrecht s. Ath (V.).
Abbt s. Abt.
Abderhalden III. (schweiz.) „der von der Halde“ (vgl. „Heinrich von der Halden“ Schiller, Tell 1, 4).
Abe, Abek- s. Ath (zweist. K.).
Abel a) I. s. Ath (zweist. K.). b) II. hebr. Hebel, Habel „Hauch“.
Abele, -ing s. Ath (zweist. K.).
Abend III. in mehreren Zusammensetzungen: Braunabend, Faßlabend, Feierabend. — Auch Abendroth.
Aberell III. „April“, auch Aberill — der F. nach aus dem 12.-14. Jh. Aus späterer Zeit Aprill; Aprell.
Aberle, Äberli s. Ath (V.).
Abesser III. einer aus Abes (Bayern), Abesser (Bayern).
Abich, Abick, Abo s. Ath (zweist. K.).
Äbli s. Ath (zweist. K.).
Abraham II. hebr. „Vater der Menge“ (s. 1. Mos. 17, 5).
Abram s. Abraham.
Abrecht s. Ath (V.).
Abt III. ahd. abbât, mhd. abbet (aus dem syrischen abba „Vater“, welches in die kirchliche Sprache aufgenommen wurde) der „meister über die münche“.
-ach III. 1) vom ahd. aha (s. A).
Ableitung von ON auf –ach (oberd.):
achter III. ahd. aftar, mhd. after, niederd. achter „hinter“ — in manchen Zss.: Achterfeld (ON.). Achterholt. Achterkirchen. Achtermeyer.
Achternbosch III. niederdeutsch (niederrhein.) „hinter dem Busch“ (S. 54). So auch wohl Agternkamp „hinter dem Kamp“.
Achtsnicht III. Satz-N. Auch Achtsnit (Wien). Entstellt Achzenicht, Achtzig (Cämmerer, thüring. FN. S. 16).
Acke s. Ath (einst. K.).
-acker a) I. aus ahd. wacar „wachsam“.
Ackermann III. mhd. ackerman „Ackersmann“. Verlateint Agricola.
Adä s. Adam.
Adam II. hebr., als N. des ersten Menschen vielfach zum Vornamen verwendet.
Adden, Ade s. Ath (einst. K.).
Adebahr III. mhd. mniederd. adebar (jetzt nur noch niederd. Adebar) „Storch“.
Adel- s. Athal (V., einst. K.).
Adelt s. Ath (V.).
Adena s. Ath (einst. K.).
Adenauer III. „einer aus Adenau“.
Aderjahn s. Hadrianus.
Adickes, Adix s. Ath (einst. K.).
Adl- s. Athal (V.) — doch
Adloff s. Ath (V.).
Adler a) I. s. Athal (V.). b) III. der „Adler“, der König der Vögel, als Wappen- und Häuserzeichen beliebt. Zss. Steinadler. Güldenadler.
Adnot, Adolf, -ph s. Ath (V.).
Adrian s. Hadrianus.
Adt s. Ath (einst. K.).
Aegidius II. griech. von der Ägis, dem Schilde des Zeus: der „Beschildete“, ein seinerzeit berühmter Augustinermönch, Erzieher des nachherigen Königs von Frankreich, Philipps des Schönen, gest. 1316.
Aemilius II. lat., N. der bekannten römischen Familie der Aemilier, vermischt mit dem deutschen Emilo (s. Amal).
AG I. ahd. ekka, mhd. ecke, egge (vgl. lat. acies) „Ecke“, Kante, bes. in dem Sinne von „Schneide, Schwertesschärfe; Schwert“.
Aggen s. Ag (einst. K.).
AGIL I. Weiterbildung von Ag (berührt sich z. T. mit Athal in Formen ohne i in der ersten Silbe, wie Ehlert, s. Andresen S. 23).
AGIN I. Weiterbildung von Ag.
AGIS I. got. agis, ahd. agiso, ekiso „Schrecken“.
Aglaster III. ahd. agalastra, mhd. agelster „Elster“.
Agner s. Agin (V.).
Agricola III. Latinisierung für Ackermann, Bauer und Baumann — auch für Schnitter (Joh. Schnitter aus Eisleben, hervorragender märkischer Theolog des 16. Jh., von welchem auch die bekannte Sprichwörtersammlung herrührt). Aus Agricola wieder Grickel (s. Tschiersch, Formwandlungen deutscher Geschlechtsnamen S. 6).
Agternkamp s. Achternbosch.
Ahl-, Ähl- s. Athal (V., einst. K.).
Ahlff s. Ath (V.).
Ahmer s. Ath (V.).
Ahn- s. Agin (V.).
Ähnelt s. Agin (V.).
Ahr s. Ar.
Ahren-, Ahrn- s. Arin (V., einst. K.).
Aiken s. Ag (einst. K.).
Akemeyer s. Ath (einst. K.) und Meier.
ALB I. (got. albs) ahd. mhd. alp, angels. ālf, altnord. âlfr „Elf“ (S. 18).
Alb- s. a) Athal (V.) b) Alb (V., einst. K.).
Albinus III. Lat. für Weiß(e). (Allgem. deutsche Biographie). Albinus als Leibarzt der Königin Christine in den (schwedischen) Adelstand erhoben: Weiß von Weißenfels.
ALD I. got. alds, ahd. alt, altsächs. ald. „alt“.
Aleff, Alefs s. Ath (V.).
Alexander II. griech. „männerabwehrend“; außer Alexander dem Gr. Name mehrerer Päpste.
Alexius II. griech. „Helfer“, N. vieler oströmischen Kaiser.
Alf- s. a) Alb b) Ath (V.) c) Athal (V.).
Alger s. Athal (V.).
Alheid, Alhelm s. Athal (V.).
Alitz s. Athal (einst. K.).
Aljets s. Athal (V.).
Alk- s. Athal (V., einst. K.).
[S. 98]Allard s. Athal (V.).
Alle s. Athal (einst. K.).
Allebracht, Allerd-, Allers s. Athal (V.).
Allerheiligen III. verkürzt aus „Tag aller Heiligen“, Festtag in der katholischen Kirche — auch mehrfach als ON. vorkommend.
Alletag s. Athal.
Allex s. Alexius.
Allgäuer III. „einer aus dem Allgau“ in Vorarlberg und Bayern.
Allgeier, Allgöwer s. Allgäuer.
Allm-, Allram, Almer s. Athal (V.).
Alrich s. Athal (V.).
Alt- s. Ald (V., einst. K.).
Altbüßer III. „Schuhflicker“. Niederd. Olböter — niederl. Ouboter (Kleve).
Altherr a) I. s. Ald b) III. mhd. altherre „alter, angesehener Herr“, insbes. „Vorsteher einer Gemeinde“.
Alv- s. Alb.
Alw- s. Athal (V.).
AMAL I. wohl zu altnord. aml „Arbeit“. Ostgot. Königsgeschlecht der Amaler.
Amann s. Ammann.
Ambelang s. Amal.
Ambronn III. „der am Brunnen Wohnende“.
Ambrosius II. griech. „der Unsterbliche“; der berühmte Kirchenlehrer, geb. zu Trier, gest. 397 als Bischof zu Mailand, ein Hauptbegründer des Kirchenliedes in der abendländischen Kirche, nach welchem auch der „ambrosianische Lobgesang“ (Te Deum laudamus) benannt ist.
Ambühl III. „der am Bühel d. i. Hügel“.
Amdohr s. Amthor.
Ameis III. das wegen seines „emsigen“ (von der Nebenf. Ämse) Fleißes sprichwörtl. gewordene Insekt (s. Sprüche Sal. 6, 6). Doch ebensogut zu altd. Amizo 9. Jh.
Amel- s. Amal.
Amende III. „der am Ende des Ortes Wohnende“; auch getrennt: am Ende.
-amer s. Heim III.
Amke s. Ath (zweist. K.).
Amkreutz III. „(der) am Kreuz (Wohnende)“.
Ammann III. ahd. ambahtman, mhd. ambetman, ambtman, amman „niederer Beamter; urteilsprechende Gerichtsperson“.
Amme s. Ath (zweist. K.).
Ammeling s. Amal.
Ammer s. Ath (V.).
-ammer s. Heim III.
Am Rhyn III. (schweiz.) „am Rhein“.
Amthor III. „der am Tore wohnt“. Auch niederd. Amdohr und entstellt Amthauer.
Anacker III. „ohne Acker“ (ahd. âna, mhd. âne „ohne“). Vgl. franz. Santerre.
Ander- s. Andreas.
Anderbrügg III. niederd. „an der Brücke“.
Anderegg III. (schweiz.) „an der Ecke“.
Anderheit III. „an der Heide“. Vgl. Vanderheidt. Auch Anderheiden.
Anderkul III. (Gottschee) „an der Grube“ — auch An der Kull.
Andermahr III. „an dem Erdrutsch“ (der Moräne).
Andermatt(en) III. „an der Matte“ (Wiese). Johannes an der matten 1300.
Andermauer III. „an der Mauer“. Vgl. Hans auf der Mauer (Schiller, Tell).
An der Meulen III. (Geldern) „an der Mühle“.
Andreas II. griech. „der Mannhafte“; der Apostel, Bruder des Petrus (Kal. 30. Nov.).
Aneshensel s. Johannes.
Anesorge s. Ohnesorge.
Angel- s. Angil (V., einst. K.).
Angen- = an dem, in FN. wie Angendohr, –feld, –heister, Angewisch (Niederrhein).
ANGIL I. gemischten Ursprungs: der Stamm Ingvi (germanischer Gott), erweitert durch das Suffix l, traf mit dem christlichen Lehnworte angil (angelus, Bote Gottes, Engel) zusammen und bildete so die Doppelquelle dieses zwitterhaften Angil. Auch der Volksname der Angeln kommt dabei in Betracht.
Anhelm III. „ohne Helm“ (s. Anacker).
Anhuth III. „ohne Hut“ (s. Anacker).
Anker III. wohl Hausname, wie noch bei Gasthöfen („Goldner Anker“).
ANS I. zu altnord. âs, angels. ôs „Gott“ (S. 18); die Anses (Jordanes).
Ansinn III. „ohne Sinn“ (s. Anacker).
Ansorg s. Ohnesorge.
Antenbrink III. niederd. „Entenbrink“.
Antonius II. 1) der h. Antonius, der im 4. Jh. als Einsiedler in der thebaischen Wüste Ägyptens lebte. 2) Antonius von Padua, berühmter Prediger im 13. Jh., der auch den Fischen gepredigt haben soll.
Apel- s. Ath (V., zweist. K.).
Apfel III. als FN. in den Zss.: Eichapfel. Güdenapfel. Kühnapfel. Holzapfel.
[S. 100]Apitz, Apitzsch, Apley s. Ath (zweist. K.).
Apollonius II. griech. „der Apollonische“, nach dem Gotte Apollo; Märtyrer unter Kaiser Commodus im 2. Jh.
App- s. Ath (V., zweist. K.).
Äppli s. Ath (zweist. K.).
Aprill, Aprell s. Aberell.
AR I. got. ara, ahd. aro, mhd. ar „der Aar“.
ARB I. got. arbi, ahd. arpi, erbi, mhd. erbe „das Erbe“.
ARCAN I. ahd. ercan „echt, freigeboren, edel“. Arcambald.
Ardelt s. Hard (V.).
Aren- s. Arin (V., einst. K.).
Arfmann s. Arb.
Argelander s. Lehmann.
ARIN I. erweiterte F. von Ara.
Arl- s. Ar.
Armborst s. Armbrust.
Armbrecht s. Arin.
Armbriester s. Armbruster.
Armbrust III. vor dem 12. Jh. nicht erscheinend, durch Eindeutschung aus dem mlat. arcubalista entstanden.
Armbruster III. mhd. armbruster. 1) „Verfertiger von Armbrüsten“; 2) „Armbrustschütze“.
Armengaud, Armerding, Armgard s. Irmin (V.).
Armster s. Armbruster.
Arn- s. Arin (V., einst. K.).
Ärni s. Arin (einst. K.).
ARNUST I. ahd. ernust, mhd. ernest, ernst „Ernst“, d. i. urspr. der ernsthafte, entschlossene Kampf, angels. eornost „Zweikampf“.
Arp- s. Arb.
Arrenbrecht s. Arin.
Art- s. Hard (V., einst. K.).
As- s. Ans.
[S. 101]ASC I. ahd. asc, mhd. asch „die Esche“, deren Holz zu Lanzenschäften und Schiffen verwendet wurde, daher auch „Eschenspeer; Boot“. Im Mhd. heißt die Esche geradezu sperboum.
Asch-, Äsch- s. Asc.
Aschenbrand, -brenner III. s. S. 41.
Ascher a) I. s. Asc b) (jüd.) „Glücklicher“.
Asmus s. Erasmus.
Asper III. (schweiz.) vom Hofe Asp bei Wollishofen, wo das Geschlecht noch heute wie schon vor 500 Jahren (Heinrich Asper uf Aspen) sitzt. (Tobler-Meyer, deutsche FN.)
Aß-, Ass- s. Ans — doch.
Aßmy s. Erasmus.
Assemacher, Assenmacher III. halbniederd. „Achsenmacher“.
ATH I. wohl Stamm zu Athal „Adel“, mit welchem es mehrfach zusammenfließt. (Athaulf, Gotenkönig, Schwager des Alarich 5. Jh.)
ATHAL I. ahd. adal, mhd. adel „Geschlecht, Adel“, ein in EN. nur anlautend, aber außerordentlich häufig gebrauchter Stamm.
Atsma, Atten, Atze s. Ath (einst. K.).
Au III. 1) deutsch vom ahd. awa, ouwa, mhd. ouwe, urspr. „Wasser, Fluß“ (vgl. Königsau in Schleswig); diese Bed. tritt aber im Laufe der Zeit immer mehr zurück und die eines „bewässerten Wiesengrundes“ immer mehr hervor. Nhd. Aue, Au — dänisch ö (Insel) — friesisch og (Wangeroog u. a.).
2) slawisch, aus ow verdeutscht (s. ow).
Ableitung auf –er (oberd.):
Aubel s. Aud (zweist. K.).
AUD I. got. aud- (in audags), altsächs. ôd, ahd. ôt- (in ôtag reich), „reicher Erbbesitz, Erbgut“. Noch in Allod.
-auer s. Au.
Auf dem Garten III. s. S. 54.
Auffahrt a) I. s. Aud (V.). b) III. = Himmelfahrt(stag).
Aufdermauer III. (schweiz.) „auf der Mauer“.
Auffenberg III. = „auf dem Berge“, vgl. Martinus Updenberge (Klemp.). So auch wohl Aufenacker = „auf dem Acker“.
Auffermann s. Aud (V.).
Aufmkolk III. „auf dem Kolk“ (Wasserloch).
Aufm Ordt III. „auf dem Ort“ (Spitze, Rand, Grenze).
Auge III. in mehreren Zss., bes. nach der Farbe (wie Wernher der Grünaug 1404): Rothauge; Rodaug. Gansauge. Weinauge.
Augustus II. lat. „der Erhabene“, Beiname des ersten römischen Kaisers Octavian.
Augustinus II. Ableitung von Augustus; der h. Augustinus, der große Kirchenlehrer, Bischof zu Hippo (jetzt Bona) in Afrika, gest. 430.
Aul s. Aud (einst. K.).
Aupers s. Aud (V.).
Ausderau III. „aus der Aue“.
aus’m Werth III. „aus dem Werder“ (Insel) s. S. 54.
AUST I. zu ahd. ôstan, mhd. ôsten „der Osten“; scheint (wie west, nord, sund) solche Personen zu bezeichnen, die aus den genannten Weltgegenden herstammen, deshalb nach Förstemanns Beobachtungen bes. häufig bei den so weit nach Westen vorgedrungenen Franken. Da der Zug deutscher Stämme in der Völkerwanderung wesentlich die Richtung von Osten und Norden her hatte, erklärt es sich auch, warum diese beiden Himmelsgegenden in den altdeutschen PN. an Häufigkeit der Verwendung den Westen und Süden so sehr überragen. Doch haben mythologische Beziehungen mitgewirkt (Ostara, Gottheit des aufsteigenden Lichtes) — bei diesem Stamme auch christliche (Ostern), s. Austar.
AUSTAR I. Erweiterung von Aust.
Austermühle III. „aus der Mühle“ (S. 54).
Austerwischen III. „aus der Wiese“. Noch getrennt: aus der Wischen.
Autze s. Aud (einst. K.).
Avemarg III. = Ave Maria (Hermann Avemarie 1434 Lipp. Reg.).
Avenarius III. Latinisierung für Habermann.
Averdieck III. (niederd.) „oberhalb des Teiches“.
Axen, Aye s. Ag (einst. K.).
Baader s. a) I. Bad (V.) b) III. Bader.
Baake s. 1) Bag 2) Bald (einst. K.).
Baar- s. Bera (V., einst. K.).
Baath, Baatz s. Bad (einst. K.).
Babbe s. Bad (zweist. K.).
Babendererde III. niederd. (Mecklenb.) „über der Erde“ (in welchem Sinne?), vgl. Chonradus uf der Erde 1194.
Babst s. Pabst.
Bach s. a) I. Bag b) III. Bach.
Bach III. ahd. pah, bah, mhd. bach, altsächs. biki bildet urspr. Flußnamen, dann auch Benennungen von Orten, die an den Flüssen liegen — heutzutage hochd. –bach in tausenden von Namen, niederd. –beck (spr. bäk, mit gedehntem, offenem e, daher auch[S. 104] in der Schreibung) –bek, –beek; –becke. Häufig elliptisch: Weißenbach = zum weißen Bach; Langenbeck.
-bacher, -bächer s. Bach.
Bäck s. Beck.
Backe s. a) Bad (einst. K.) b) Bag c) Bald (einst. K.).
Backer s. Becker.
Backfisch III. „Fisch zum Backen d. i. Bratfisch“.
Backhaus III. „der am (oder im) Backhause wohnt“. Niederd. Backhus (S. 54, Anm. 2). Doch gibt es auch ein Dorf Backhaus (im Rbz. Koblenz).
Backmeister III. auch Bacmeister, mhd. bachmeister „Aufseher der Bäckerei“, Oberbäcker. („Lütke oder Lüdeke, d. i. Ludwig Willens war oberster Bäcker bei dem Herzog von Braunschweig zu Lüneburg, und da er hiernach aller andern Bäcker Meister war, so wurde er von den Hofleuten gemeiniglich „Lütke Backmeister“ genannt. Sein Fürst, als er dies hörte, befahl, daß er und seine Nachkommen diesen N. immer als einen[S. 105] Geschlechts- und Zunamen führen sollten“. Adolf Bacmeister, Germanist. Kleinigkeiten).
BAD I. zu altnord. bodh, angels. beado „Kampf“, die ein ahd. patu voraussetzen (S. 14).
Bad- s. Bad (V., einst. K.).
Badenheuer s. Bardenheuer.
Bader a) I. s. Bad (V.) b) III. urspr. der, welcher den Badenden bedient, dann „Besitzer einer Badestube“. (Hans Paders Padstuben 1437 Bacm.). Derselbe schor auch den Bart. (Vgl. Badstüber).
Bäder s. Bad (V.).
Badstüber III. Die öffentliche Badestube (ahd. stuba, mhd. stube aus lat. stupa „heizbares Zimmer“), wo auch zur Ader gelassen und geschröpft wurde, spielte früher eine große Rolle im städtischen Leben, sie war vielfach der Mittelpunkt, an welchem sich Bürger zur Besprechung städtischer Angelegenheiten versammelten. Daher zahlreiche FN., die auf Besitzer solcher Badestuben zurückgehen:
BAG I. zu ahd. bâgan „streiten“. Bagodeo.
Bagger s. Bad (V.).
Bahl- s. Bald (V., einst. K.).
Bahmann s. Bad (V.).
Bähr- s. 1) Ber (einst. K.) 2) Berin (V., einst. K.).
Bahr- s. Ber (einst. K.).
Baier III. „der Baier“. Auch Bayer, Beyer — Peyer.
Baintner s. Bünd.
Bakker s. Becker.
BALD I. got. balths, ahd. pald, bald, mhd. balt „kühn“ (jetzt nur noch Umstandsw. „bald“); vom deutschen entlehnt ital. baldo.
Balke s. Bald (einst. K.).
Ball- s. Bald (V., einst. K.).
Ballester III. „Armbrustschütze“. (Vgl. altfranz. arbalestrier.)
Ballschmieter III. niederd. (Rügen) „Ballwerfer“. Auch Balschmieder.
Balster s. Balthasar.
Balter s. Bald (V.).
Balthasar II. Beltschazar, Belsazar, (babylon.) „sein Leben schirme“, einer der h. drei Könige, wozu die Legende die Weisen aus dem Morgenlande gemacht hat (Kal. 6. Jan.).
Balwey s. Bald (V.).
Balze s. Bald (einst. K.).
Balzer s. Balthasar.
Bammer s. Bad (V.).
BAND I. zu langobard. bandu „Kriegsbanner“, vgl. ahd. pant, bant, mhd. bant, Band (doch ist auch altsächs. bant, ahd. panz „Gau“ in Betracht zu ziehen).
Bann-, Banse, Bant- s. Band.
Baptista II. griech. „der Täufer“; St. Johannes der Täufer.
Bar-, Bär- s. 1) Ber (V., einst. K.) — 2) Berin (V., einst. K.).
BARD I. ahd. barta „Barte“ (Axt) — altnord. bardi „Riese“ (mischt sich mit beraht).
Bardelmes s. Bartholomäus.
Bardenheuer III. „der Barten (ahd. parta, mhd. barte, Beil, Streitaxt) zuhaut“, anfertigt. Entstellt: Bardenheier; Badenheuer.
Bardolph s. a) Beraht (V.) b) Bard.
Barends s. Berin (V.).
Bärenfänger III. s. S. 41 — auch allgem. „Bärenjäger“, da Bärenfang nicht bloß die angelegte Grube bed., in welcher sich B. fangen sollen, sondern auch überhaupt die Bärenjagd.
Bärens s. Berin (einst. K.).
-barg, -bargen s. Berg.
Barfuß III. (schon im 12. Jh.) — Parfuß (österr.). Niederd. barft aus barfot, dah. Barfknecht.
Bargmann s. Bergmann.
Barnert s. Berin (V.).
[S. 107]Bart III. der „Bart“. Chonrad Mitembart, Ch. cum barba 13. Jh. Vgl. auch Eberhard im Barte, H. Ludwig mit dem Barte.
Seit dem 12. Jahrh. ward (nach Schultze Modenarrheiten S. 43) das glatte Gesicht die Regel, und alle Bartformen waren Ausnahmen, besonders bei hohem Alter und hoher Würde (der Fürsten) sich findend. Daher mußte ein bärtiges Gesicht um so mehr auffallen und konnte um so eher zu einem Beinamen Veranlassung geben.
Erst während der Reformationszeit begann man allgemeiner den Bart wachsen zu lassen, und während des dreißigjährigen Krieges war derselbe in den mannigfachsten Formen Mode. Als solche zählt Moscherosch auf: Zirkelbärtel, Schneckenbärtel, Jungfrauenbärtel, Dellerbärtel, Spitzbärtel, Entenwädele, Schmalbärtel, Zuckerbärtel, Türkenbärtel, spanisch Bärtel, italienisch Bärtel, Sonntagsbärtel, Osterbärtel, Lillbärtel, Spill-, Drill-, Schmutzbärtel, Stutz-, Trutzbärtel usw.
Bart- s. Beraht (V., einst. K.).
-bart s. a) I. Beraht b) III. Bart.
Bartel s. a) I. Beraht (einst. K.) b) II. Bartholomäus.
Barth a) I. s. Bard b) I. s. Beraht c) III. „der mit dem (langen) Barte“ (Golz mit dem Barte 1327) — auch ON.
Barthol s. a) I. Beraht b) II. Bartholomäus.
Bartholomäus II. hebr. „Sohn des Tolmaï“; Apostel. (Kal. 24. Aug.)
Bartsch, Bärtschi s. Ber (einst. K.).
Barz a) I. s. Ber (einst. K.) b) III. ON. (in Mecklenb.).
Basler III. „einer aus Basel“. Auch Bäsler.
Bassüner III. mhd. busûnaere, mittelniederd. basûner „Posaunenbläser“.
Bast- s. Sebastianus.
Bastineller III. (Tirol) „einer aus Bastianello“.
Bath-, Bätke s. Bad (einst. K.).
Batt- s. Bad (V., einst. K.).
Bättger s. Bad (V.).
Batsch, Batz- s. Bad (einst. K.).
Bauch III. in einigen Zss.: Breitenbauch (der mit dem br. B.). Gutschebauch. Schmerbauch.
Bauck s. Baug.
Baudissin, von III. altes lausitzisches Adelsgeschlecht, Stammort Bautzen (früher Baudissin).
Bauer III. mhd. bûr (auch bûwaere, ahd. pûâri, bûâri) „der den Acker baut“, Gegensatz zu herre (Ritter), später auch zu burgaere.
Bauerfeind s. Baurenfeind.
Bauermann, (ostfries.) Boerma.
[S. 108]Bauermeister III. vom mhd. bûr Wohnung, eine städtische Obrigkeit = „Bürgermeister“, auch auf ländliche Gemeinden angewandt (z. B. in der Umgegend von Münden in Hannover, Pauli II, 27).
BAUG I. ahd. pouc, mhd. bouc „Ring“, Spange für Hals, Haupt oder Arm, von biugan „biegen“. Die bouge waren ein sehr begehrter Schmuck für Frauen und auch Männer. Baugulf 8.
Baum III. ahd. poum, boum, mhd. boum, altsächs. bôm, mittels dativischer Ellipse zu ON. verwendet, zuerst im 11. Jh. in Budenbomen — gegenwärtig nicht viel unter 200 bewohnte O. auf –baum in Deutschland (außerhalb Deutschlands z. B. Oranienbaum).
Andere FN. sind durch Häusernamen vermittelt, wie ein Haus „zum Mulboum“ 1315 zu Mainz, im 12. Jh. zu Basel war (s. Buck, oberd. Flurnamenbuch S. 176 unter Maulbeerbaum) — noch andere sind unmittelbar von den Baumnamen abgeleitet; eine Scheidung ist schwer durchzuführen.
Vgl. Henr. Nuzboum 1223. Hinrik Heisterbom 1413. (Franz. Cerisier, Poirier).
Baum III. zur Bildung von Gerät-N. im Sinne von „Stange, Balken“ — bes. „Schlagbaum“ (Lipp. Reg.).
Baumann III. mhd. bûman „Ackerbauer“. (In manchen Gegenden Pommerns die Formel: „der ehr- und achtbare Baumann und Wirt“ in Grabschriften bis in die Gegenwart herein die stehende Bezeichnung des bäuerlichen Besitzers.)
Bäumer III. „Inhaber oder Anwohner eines Schlagbaums an der Grenze oder Zollstätte“. Niederd. Böhmer (Preuß, Lipp. FN. S. 32). Gen. Beumers (niederrh.). Zss. Schuckenbäumer (Johann vor dem Schuckenbome 1507).
Baumstark III. „stark wie ein Baum“.
Baurenfeind III. der „Bauernfeind“, vgl. Joh. Purenfint 1348. Heintz v. Redwitz, Bawrnfeind genannt 15. Jh.
Bax s. a) Bad (einst. K.) b) Bag (einst. K.).
Bayer III. der Bayer, mit dem altertümlichen y, welches auch in der amtlichen Schreibung des Volks- und Landesnamens in Bayern immer noch festgehalten wird. (Vgl. aber auch beier, baier = Eber Grimm DW.)
Bebel s. Bad (zweist. K.).
-becher s. Bach.
Becherer III. Verfertiger hölzerner Trinkgefäße, der Becher (ahd. bechar) und der Schleifkannen. Förstemann, Progr. S. 4 (der hinzufügt, daß die Nordhäuser Gilde der Becherer im 15. Jh. verschwunden sei, ver[S. 109]mutlich weil nun die metallenen und gläsernen Trinkgefäße mehr in Gebrauch gekommen).
Becht- s. Beraht (V., einst. K.).
Beck III. ahd. peccho, mhd. becke, aus der Schriftsprache durch „Bäcker“ verdrängt; in oberdeutschen Mundarten noch jetzt der „Beck“, Mehrh. die „Becken“.
-beck s. 1) Bach 2) Beck.
Beckenhube III. „Pickelhaube“, vgl. Peckelhub 1434. Übrigens 1610 in Waldsee eine Wirtschaft „zur Beckelhaube“.
Becker III. ahd. bakâri, mhd. becker der „Bäcker“.
-becker s. a) Becker b) von ON. auf -beck, z. B. Walbecker.
Beckert, Beckhardt s. Big.
Beede s. Bad (einst. K.).
Beelke s. Bil.
Beer- s. 1) Ber (V.) 2) Berin (einst. K.).
Beerboom III. niederd. „Birnbaum“. Halbniederd. Beerbaum.
Beethoven III. (flam.) „Rübengarten“. Ludwig van B.
Behl- s. Bil.
Behm s. Böhme.
Behn- s. Berin (V., einst. K.).
Behr- s. Ber (V., einst. K.).
Beiderbecke III. halbniederd. „bei dem Bache“.
Beiderlinden III. „bei der Linde“. Conradus apud tiliam 1313. Andreas under der Linden.
Beiderwiden III. „bei der Weide“.
Beierle s. Baier.
Beil a) I. s. Bil b) III. mhd. bîl das Werkzeug, mit den Zss. Breitbeil. Eisenbeil. Klingbeil (Klemp. Klinckebil).
Beilhardt, Beiling s. Bil.
Beimgraben III. „beim Graben“.
Bein a) I. s. 1) Win: Widebein 2) Berin. b) III. das Körperglied, in mannigfachen Zss.: Dünnebein. Einbein. Hochbein; Hobein. Holbein; Hohlbein. Huckelbein. Klapperbein. Krummbein. Langbein. Löffelbein. Schönbein. Streckbein — besonders auch nach Tieren: Hasenbein. Hühnerbein. Kuhbein (vgl. Kuhfuß). Otterbein. Vosbein. Ziegenbein.
(Doch Schiefelbein ist ON., Städtchen in den früher zur Neumark gehörigen Teilen Pommerns — und in süddeutschen ON. tritt nach Bacmeister S. 23 bisweilen bein an Stelle von -beund = bünd.)
Beinhauer III. der „Fleischer“ (Knochenhauer).
Beink- s. Berin (einst. K.).
Beißenhirz III. Satz-N. „beiß den Hirsch“, wohl einen eifrigen Jäger bezeichnend. Auch Beißenherz.
Beke III. niederd. „Bach“, in Bekemeyer.
Bell- s. 1) Bil (V., einst. K.) 2) Bald (V.).
Bellachini, Zauberkünstler aus dem Posenschen, namens Bellach, der sich — durch bloße Geschwindigkeit, ohne Hexerei! — in Bellachini veritalienert hat.
Bellmer s. Bald (V.).
Benck s. Berin (einst. K.).
Bend- s. Band.
Bender s. a) I. Band b) III. Binder.
Benditt, Bendix s. Benedictus.
Benecke s. Berin (einst. K.).
Benedictus II. lat. „der Gesegnete“; Benedict von Nursia, Stifter des Benedictiner-Ordens im 6. Jahrh.
[S. 110]Benhelm s. Berin (V.).
Bening s. Berin (einst. K.).
Benk- s. Berin (einst. K.).
Benn- s. Berin (V., einst. K.).
Bens-, Benz- s. 1) Band (einst. K.) 2) Berin (einst. K.).
BER I. ahd. bero, mhd. bere „Bär“, ehemals in der Anschauung des Nordens König der Tiere.
Ber- s. Ber (V., einst. K.).
BERAHT I. got. baírhts, ahd. peraht, beraht mhd. perht, berht „glänzend“.
Bercht- s. Beraht (V., einst. K.).
[S. 111]Beren- s. Berin (V., einst. K.).
Berg III. ahd. perc, berc, mhd. berc — neuhochd. ist -berg in ON. die vieltausendfach belegbare F. Daneben die dativische F. –berge mit ursprünglichem Verhältniswort zu (ze): ze dem witten (weißen) berge, daraus Wittenberge.
Die zusammenges. FN. auf –berg überbieten selbst in Niederdeutschland die von andern Ortsbezeichnungen abgeleiteten an Häufigkeit; so zählt Hoffmanns hannöversches Namenbuch über 100 FN. auf -berg, während -dorf nur 38 mal, -feld 35, -hof 29, -bach 19 mal vertreten ist.
Das -e der dativischen F. fällt in den FN. regelmäßig ab, so daß nur die Biegung des Eigenschaftswortes (Witten-, Schwarzen-) noch den ursprünglichen Dativ des ON. verrät. Nur vereinzelt findet es sich hier noch, namentlich in loserer Zusammenfügung, wie Schulze-Overberge (westf.).
Dagegen bleibt die dativische Mehrheit auf –en unverändert: Gandesbergen.
Bergamenter III. „Bereiter von Pergament“ mhd. perminter. Bes. in Süddeutschland (früher eine „Permentergasse“ in Nürnberg, Augsburg, Reutlingen), doch auch in Braunschweig: Hinrike de permenterer 1406.
Bergemann s. Berg.
Berger, -berger s. Berg.
Bergmann III. 1) s. Berg 2) der „Bergmann“. Niederd. Bargmann.
Bergt s. Beraht (einst. K.).
Bergundthal III. (Zürich 1886).
BERIN I. Erweiterung von Ber (Bär).
Berk-, Berl- s. Ber (V., einst. K.).
Berken- = Birken, in N. wie Berkenkemper, –kötter, Berkemeyer — Berkenbusch.
[S. 112]Bermann s. Ber (V.).
Bermenter, Berminter s. Bergamenter.
Bern- s. Berin (V., einst. K.).
Berner a) I. s. Berin (V.) b) III. „einer aus Bern“ (Tobler-M.)
Bernklau, auch v. Bernclau III. „Bärenklaue“.
Bernstein III. häufiger ON. (urspr. meist Berinstein) — von B., Stammort Bärenstein im Erzgebirge.
Berring s. Ber (einst. K.).
Bert-, Berth- s. Beraht (V., einst. K.).
Berward s. Ber (V.).
Bessel s. Ber (einst. K.).
Besserdich III. Satzname.
Beth- s. Bad (V., einst. K.).
Better s. Bad (V.).
Betz- s. Ber (einst. K.).
Betulejus III. latinis. für Berckmann (betula die Birke).
Beutler III. „Beutelmacher“. Peutler (Gottschee).
Beyrich s. Bag.
Bichl, Bichler, -bichler s. Bühel.
Bick-, Bieck- s. Big.
Biederkarken III. niederd. „bei der Kirche“.
Biedermann III. mhd. biderman ein „unbescholtener Mann, Ehrenmann“. Biderbeman 1262.
(Biegel) -biegel, -biegler s. Bühel.
Biegholdt s. Big.
Biehl- s. a) I. Bil b) III. Bühel.
Biehrhold s. Ber (v.).
Biel- s. a) I. Bil b) III. Bühel.
Bien(en)gräber III. der „Bienen aus hohlen Bäumen ausgräbt“.
Bier III. ahd. pior, mhd. bier, das bekannte Getränk (S. 46). Marquart Gutpier 1450.
Bier- soweit I. s. 1) Ber (V., einst. K.) 2) Berin (V.).
Bierbaum III. „Birnbaum“, mhd. birboum (ahd. pira, mhd. bir Birne). Vgl. Bierkamp (unter Kamp).
Bierente III. „Bierbruder, Zecher“. Vgl. Bieramsel, -fink, -igel, -gans (doch s. auch Berinhard).
Bietendüwel III. s. Bitdendüvel.
Biffart s. Bil.
BIG I. ahd. pichan, mhd. bicken „hauen, stechen“.
BIL I. ahd. mhd. bil „Steinhacke, Streitaxt“. Es scheint sich aber ein altd. Stamm bil „Billigkeit, Recht“ damit zu mischen.
Billger s. a) I. Bil. b) III. Pilger.
-biller s. Bühl.
Blitz s. Bil (einst. K.).
Binder III. mhd. binder der „Faßbinder, Bötticher“ („Bindergasse“ in Nürnberg).
Bindseil III. zu den Gerät-N. Vgl. auch Cunrad cognom. bintriemo 1339.
Bir- s. Ber.
Birchpfeiffer Doppel-N. (S. 85): Charlotte Pfeiffer, Tochter des Kriegsrates Pf. in[S. 113] München, verheiratet (1825) mit Dr. Birch, die bekannte dramatische Dichterin.
Birkner III. „einer aus Birken“.
Birnbaum III. s. Baum. (Heinr. von dem Birnbaum, genannt Henricus de Pyra. Köln 14. Jh.)
Bischof III. aus griech.-lat. episcopus (Aufseher), im Mhd. jeder höhere, auch nichtchristliche Priester (S. 42); im DW. auch spottweise ein „Bierbischof“. Petrus dictus episcopus 12. Jh. Selten Pischof (Wien).
v. Bismarck III. von der zum ehemaligen Bistum Magdeburg gehörigen Stadt Bismark d. i. Bischofsmark (= Bistumsgrenze) im Kr. Stendal.
Bitdendüvel III. Satz-N. niederd. „beiß den Teufel“ (S. 52). Auch Biedendüwel. Ähnlich Schietdendüvel „schieß den T.“
Bittenbinder III. „Büttenbinder“.
Bittner s. Büttner.
Blanc I. ahd. planch, blanch, mhd. blanc (von blinken) „blank, weiß“.
Blank s. Blanc.
Blasius II. Bischof u. Märtyrer unter Diokletian.
Blatner, Blattner s. a) Platner b) vom O. Blatten.
Blatt in den Zss. Kleeblatt. Lindenblatt. Rosenblatt.
Bled- s. Blid.
Bleibimhaus III. Satz-N. „bleib im Haus“ — Bezeichnung eines Häuslichen. Gegensatz: Fleuchaus.
Bleibnichtlang III. Satz-N., wohl Bezeichnung eines, der nirgend lange bleibt.
Bleibtreu III. Satz-N. (S. 51).
Bleichert, Bleick- s. Blic.
Bleidt, Bleimer, Bleitz s. Blid.
Blenker s. Blanc.
Bleudorn III. niederd. „Blühdorn“ s. Dorn.
BLIC I. ahd. plich, blic, mhd. blic „Lichtglanz, Blitz“.
BLID I. got. bleiths, ahd. plîdi, mhd. blîde „froh, heiter, freundlich“.
Bliechert s. Blic.
Blied- s. Blid.
Blievernicht III. niederd. = bliev dar nicht, „ein Unsteter“.
Block III. „vierschrötiger, plumper Mensch“. Auch Blochmann; Plochmann.
Bloem, Blohm, Blöm- s. Blom.
BLOM I. got. blôma, ahd. pluomo, blômo, mhd. bluome „Blume“, wohl auf Jugend und Kraft deutend. Blumarit.
Bluhm-, Blühm- s. Blom.
Blühdorn III. zu den Pflanzen-N. Niederd. Blöhdorn — Bleudorn, entstellt Bleidorn.
Blume a) I. s. Blom b) III. bes. in Zss. wie Kornblum. Schlüsselblum. — Blumenstiel. Blumenstengel. Blumenschein; Blumschein. — Plumenkron (öst.).
Blum-, Blüm- s. Blom.
Blumenschein III. mhd. bluomen schîn „der Blumen Glanz und Schmelz“. (Nach Buck S. 32 hübscher, leuchtender Blumenstrauß, als Wirtshausschild).
[S. 114]Blumenschmied III. der Schmied gegenüber dem Gasthof „zur Blume“ (Becker).
Bob- s. Bod (V., zweist. K.).
Bock a) I. s. Bald (einst. K.) — Bod (einst. K.) — Burg (einst. K.) b) III. zu den Tiernamen, vgl. Cunrat der Bock 1387.
Böcker s. Bötticher.
Bockhard s. Burg (V.).
Böckel, Böcking s. Bock a).
Böckler III. „der einen Schild (buckel) führt“.
BOD I. zu got. biudan, ahd. piotan. angels. beodan im Sinne von „gebieten, entbieten“.
Bod-, Böd- s. Bod (V., einst. K.).
Böddiker. Bödeker s. Bötticher.
Bodenbinder III. „der einen Bretterboden legt“ (s. Bodmer).
Bodmer a) I. s. Bod b) III. von „bodmen“, d. i. einen Boden (ahd. podam, mhd. bodem, das m noch bis ins 17. Jh. erhalten) von Brettern zusammenschlagen: ein Faß, ein Zimmer, ein Schiff bodmen.
Boer s. Bauer.
Boffert s. Bod (V.).
BOG I. ahd. bogo. mhd. boge „Bogen“ (als Waffe), durch Gräberfunde schon für die älteste Zeit als germanische Waffe erwiesen. Kaum von Baug zu trennen.
Boge, Böge s. Bog.
Bogen III. in ON. auf eine Biegung, in der Regel eines Flusses od. Baches, gehend.
Bogner III. 1) einer aus Bogen, s. das Vorhergehende 2) „Bogenmacher“ DW. (eine „Bognergasse“ in Wien; Marburger Gewerbe-Verz. Pogner).
Bohl-, Böhl- s. Bald (V., einst. K.).
Böhme III. einer aus „Böhmen“. Conrad Bohemus 1281.
Böhmer s. Baum — bes. „Inhaber oder Anwohner eines Schlagbaumes“.
Böke niederd. Buche, in Bökenkamp; Bökemeyer usw.
Bohnenbluest III. (schw.) „Bohnenblüte“ (vgl. mhd. bluost Blüte). Bohnenstengel.
Böhringer s. Berin (V.).
Bohse s. Bos.
Bold- s. Bald (V., einst. K.).
Böld- s. Bald (einst. K.).
Bolke, Bölk s. Bald (einst. K.).
Boll-, Böll- s. Bald (V., einst. K.).
Bolt-, Bölt- s. Bald (einst. K.).
Bolte, Joachim B., Bürgermeister zu Wolgast, 1675 von dem schwed. Könige Karl II. geadelt: Bolte von Boltenstern.
Bolwin s. Bald (V.).
Bolz- s. Bald (einst. K.).
Bömack III. slawisch: ein „Böhme“.
-bömer s. Baum.
Bomheuer III. niederd. „Baumhauer“ (s. -hauer).
Bommer s. Bod (V.) — aber auch einer aus Bommen (Schweiz).
Bonewendura III. (Ottweiler) aus ital. Bonaventura.
Bonne s. Band.
Boos s. Bos.
Bopp, Böpp- s. Bod (zweist. K.).
Borch-, Börch-, Borg- s. Burg I. (V.).
-borg III. s. Burg.
Borgers, Börger s. Bürger.
Borges s. Liborius.
Borggreve s. Burggraf.
Bork- s. Burg (V., einst. K.).
Bormann s. Burg I. (V.).
Born, -born s. Brunn.
Börold s. Ber.
Borries, Börries s. Liborius.
Borstel s. Burgstall.
Borz s. Burg I. (einst. K.).
Bosch s. Busch.
BOS I. ahd. bôsi „böse“ (feindlich). Bosulf.
Böse a) I. s. Bos b) III. vgl. Hinricus de Bose 1325) (Ilsenburg).
Bosse s. Bod (einst. K.).
Bostel s. Burgstall.
Bot-, Both- s. Bod (V., einst. K.).
Böteführ III. (Süderditmarschen) niederd. Satz-N. „zünde Feuer an“ (Heizer in Schmelzöfen u. dergl. — doch auch Spottname für einen „Rotkopf“). Auch Büteführ; verderbt Bettführ.
Bötel s. Bod (einst. K.).
Böter a) I. Bod b) III. ostfries. „Heizer“, holl. „Kesselflicker“.
Böthelt s. Bod (V.).
Bott s. Bod (einst. K.).
Bött- s. Bod (V., einst. K.).
Bötticher III. von Bottich, ahd. potacha, mhd. boteche, botege großes Holzfaß, zumal in Brauereien der „Bötticher“; altniederd. Bödeker.
Böttner s. Büttner.
Böttrich s. Bod (V.).
Botz, Bötzel s. Bod (einst. K.).
Bovenkerk III. (westf.) „(der) oberhalb der Kirche (wohnt)“. Auch Bovenkerken. Vgl. Bovensiepen. Bovenstein.
Bowenschulte III. (westf.) „der Schulze oben“ (s. Schulze).
Boye s. Bog.
Brabandt III. „einer aus Brabant“. Brabänder.
Brach III. ahd. brâcha, mhd. brâche „das erste Umbrechen eines zum Anbau bestimmten Landes“. Seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt hochd. Brach, -brach, -brechen — doch viel häufiger niederd. Braak, -brack, -braken, -breck.
[S. 116]Bracht s. a) I. Beraht (einst. K.) b) III. s. Brach.
Brachvogel III. numenius arquatus. Niederd. Brakvogel.
Bradenahl III. niederd. (Mecklenb.) „gebratener Aal“; vgl. Frideric. cognomento Bradegans 13. Jh.; altniederd. Bradherink.
Brahms s. Abraham.
Brambeer III. mhd. brâmber die „Brombeere“.
Brancke s. Brand.
BRAND I. ahd. prant, brant, mhd. brant „Feuerbrand; flammendes, blitzendes Schwert“ (davon ital. brando Schwertklinge, altfranz. brandon Schwert; das Schwert des span. Cid heißt Tizona d. i. Feuerbrand vom lat. titio).
Brand III. als ON. eine Waldstelle, welche durch Feuer gerodet ward. Jetzt nicht bloß einfachen Brand, Brande häufig, sondern auch über ein halbhundert Zss. auf -brand, -brenda.
Bränd- s. Brand I.
Brandner III. „einer aus Branden“ (Baden, Tirol).
Branolte I. = Nolte (Arnold) Brandes (Preuß 30).
Branz s. Brand (einst. K.)
Braten III. ahd. brâto, mhd. brâte. In der Zss. FN. Hafenbrädl („Topfbrätchen“). Schweinebrade. (In andern Zss. dürfte -brat eher eine zsgz. F. von -beraht sein, z. B. Mundbrat, wie deutlich in Hilbrath).
Bratengeiger III. „der um den Braten geigt“, Spottname = Bierfiedler.
Brauer III. mhd. briuwer, brouwer der „Bierbrauer“; mit Umlaut Bräuer (eine „Bräuergasse“ in Dresden, auch „Bierbräuer“ im Münch. Adreßb.).
Bräuer s. Brauer.
Brauk, -brauk s. Bruch.
Braun a) I. s. Brun b) III. von der Farbe: ahd. mhd. brûn, prûn „braun, brünett“ (vgl. franz. Lebrun).
Bräun– s. Brun (V., einst. K.).
Braunabend III. der „braune Abend“, eine Floskel der 2. schlesischen Dichterschule, also nicht vor 1650 (Vilmar). Auch Brunabend.
Braunbehrens I. 1661: Heinrich Braun oder Berendts (Preuß).
Brausewetter III. ein „stürmischer Mensch“ (s. Wetter).
Bräutigam III. zu den Verwandtschafts-N. Niederd. Brüdigam.
Brecht- s. a) Beraht (V., einst. K.) b) ON.
Brede, Breie, Breit s. Brid.
Breinker s. Brand.
Breiser III. „Schnürriemenmacher, Posamentier“ (mhd. brîsen schnüren) vgl. Preiswerk.
Bremer III. „einer aus Bremen“. Auch Brämer.
Brend- s. Brand (einst. K.).
Brenk- s. Brand (V., einst. K.).
-brenker s. Brink.
[S. 117]Brenn- s. Brand.
Brenner III. vgl. Otte gen. der brenner 1338.
Brennessel III. deutlicher Pflanzen-N.
Brent-, Brentz s. Brand.
Brett- s. Brid.
Breuer s. Brauer.
Brenker, -breuker s. Bruch.
Breun- s. Brun (einst. K.).
Breyer s. Brauer.
BRID I. wohl zu angels. bridel, ahd. brittil „Zügel“ oder zum Volksnamen der Britten. Britharius 6.
Briehl s. Brühl.
Brill s. Brid.
-bring s. Brink.
Bringewath III. Satz-N. niederd. „bringe was“. Bringezu.
Brink III. „(hochliegender) Grasplan“ — ein in niederdeutschen Mundarten weit verbreitetes Wort. Dahin gehört mehr als ein halbes Hundert ON. auf -brink in der Linie Hannover-Utrecht, mit der Hauptstärke in Westfalen.
-brink, -brinker s. Brink.
Brinkkötter III. „Brinksitzer, Häusler auf dem Brink“, s. Brink und Köther.
Brinkoch III. 1530: Brinkkort = Kord am brinke (Preuß 30).
Britt, Brix s. Brid.
Brock-, -brock s. Bruch.
Bröcker s. Bruch.
Brod-, Bröd s. Brord.
Bröhl s. Brühl.
Broicher, -broich, -broick s. Bruch.
Broichsitter III. (niedenrhein.) „Bruchsitzer“.
Brok-, -brok s. Bruch.
Bröker s. Bruch.
Brom-, Bröm- s. Brun (V., zweist. K.).
Brongers s. Brun (V.).
Bronn-, -bronn, -bronner s. Brunn.
Brons-, Bronzema s. Brun.
Broos s. Ambrosius.
BRORD I. ahd. prort, brort, angels. brord „Schiffsvorderteil; Rand, Spitze (einer Waffe)“. Willibrord.
Bröring, Brors s. Brord.
Bros-, Brös- s. Ambrosius.
Brot III. zu den Speisen (S. 46) in mancherlei Zss.
Browers, Bröyers s. Brauer.
Bruch III. ahd. bruoch, der allgemeinste und durch viele Mundarten verbreitete Ausdruck für „Sumpf“. Neben den gewöhnlichen FF. auf -bruch findet sich in ON. niederdeutsches -brook, -brock (bes. in Westfalen), niederrheinisches -broich.
Großenteils sind die Benennungen dieser Art, ebenso wie die auf -brink, nicht Namen für Ortschaften, sondern sie bezeichneten, als sie auf die Personen übertragen wurden, wirklich noch ein Bruch (Moor). So die nachfolgenden, die wenigstens in Rudolphs Lex. sich nicht finden.
Alle diese niederd. Bildungen mit k sind vorzugsweis häufig in Westfalen und gehören zu den dort die Namengebung beherrschenden.
Brücher s. Bruch.
-bruck s. 1) Bruch 2) Brück.
Brück III. ahd. prucca, mhd. brucke, brücke, brügge. An der Spitze der davon abgeleiteten ON. steht Brügge in Flandern (schon im 7. Jh. Brugae); jetzt außerordentlich viele N. auf -brück, -bruck, -brücken (Dat.-Plur.), -brügge, -brugg, -bruggen.
Bruckhei III. „Brückenaufseher“ (Hei). Auch Auch Bruggey.
Brückmann III. „Brückenmann“ d. i. Brückenaufseher; doch nach Ähnlichkeit von Brinkmann, Brockmann u. a. nur den Wohnort[S. 119] bezeichnend: einer der auf oder bei einer Brücke wohnt. Brüggemann = tor Brügge (Strackerjan). Heinrich von der Brücke 17. Jh.
Brückner III. schwerlich ein Brückenaufseher (Reichel), eher ein „Brückenbauer“ (s. Öffner, Büttner u. a.), am einfachsten, da der ON. Brücken wiederholt vorkommt, „einer aus Brücken“, wie Bruckner „einer aus Brucken“. Prückner; Pruckner (beide bayr. österr.).
Bruckschlägl III. (öst.) „Brückenschläger“. Vgl. Burcard de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.
Brüel s. Brühl.
-brügge, -brüggen, -brugger, -brügger s. Brück.
Brüggemeyer III. 1380: Henne up der Brucken (Preuß 32).
Bruggey s. Bruckhei.
Brühl III. ahd. pruohil, Vklf. von bruoh „Bruch, Sumpf“, mhd. brüel (mittellat. brogilus, ital. broglio, franz. breuil), „bewässerter, mit Gras und Gebüsch bewachsener Platz, buschige Wiese.“ Jetzt in ON. Brühl, -brühl, Brüel — Prühl — -bröhl — Briel, -briel.
Bruhn-, Bruins s. Brun (einst. K.).
Brum-, Brüm- s. Brun (V., zweist. K.).
BRUN I. got. brunjô, ahd. brunja, prunja, mhd. brünne „Brustharnisch“. Daß daneben brûn „funkelnd dunkelfarbig, braun“ hineinspielt, ist nicht zweifelhaft.
Brun-, Brün- s. Brun (V., einst. K.).
Brunabend III. s. Braunabend.
Brunn III. got. brunna, ahd. prunno, mhd. brunne (niederd. born) „Quelle“, im Nhd. durch eben dieses Wort zurückgedrängt, so daß es nur noch eine künstlich angelegte und eingefaßte Quelle bezeichnet. In ON. schon seit dem 7. Jh. häufig nachweisbar (Baldobrunno) — bei neueren N. in drei Formen: -brunn, -bronn, -born.
„By deme Borne“ 1383 Gött UB. I., 1316 lat. „apud fontem“.
Brünne s. Brun (einst. K.)
Brunner, Bronner a) I. s. Brun b) III. s. Brunn.
[S. 120]Brüwer s. Brauer.
Bscherer III. (bayr.) „Barbier“. Auch Pscherer.
Bschlagengaul III. wohl imperat. = „Hufschmied“.
Buccardt s. Burg (V.).
Buch III. kollektiv für „Buchwald“, mhd. daz buoch.
Buchardt s. Burg.
Buche III. ahd. puocha, mhd. „Buche“ — in Zss. wie Buchmeyer, südd. Puchmayr. Niederd. Bokemeyer.
-büchel s. Bühl.
Bucher III. a) schon got bôkareis, ahd. puochâri, mhd. buochaere „Bücherabschreiber, Schreiber“ b) einer aus Buch.
-bucher, -bücher s. Buch.
Buchfeller III. mhd. buochveller von buochvel „Pergament“, „der die Felle zu Büchern, das Pergament, bereitet“.
Buchfinck III. deutscher Vogel-N.
Buchholtz III. von dem sehr häufigen ON. Buchholz. Auch Bucholtz.
-büchler s. Bühel.
Buchner III. „einer aus Buchen“ (O. 40 mal Rud.); auch Büchner — (südd.) Puchner. Zss. Hagenbuchner.
Buchsbaum III. mittelalterlicher Schmeichelname (Grimm, Kleine Schr. II, 400). Puxbaum (Wien). Niederd. Busboom.
Buck, Bück- s. Burg (einst. K.).
Bud-, Büd- s. Bod (V., einst. K.).
Büddenklepper III. niederd. „Büttenklopfer“ Spottname für Bötticher.
Büdenbänder III. niederd. „Büttenbinder“ s. Binder.
Buff s. Bod (zweist. K.).
Bügel-, -bügel s. Bühel.
Bugg- s. Burg I. (V., einst. K.).
Bühel III. ahd. puhil, buhil, mhd. bühel „Hügel“ („Gansbühel“ Stadtgegend in München) — nhd. in den mannigfachsten FF. ON. bildend: Bühl, Biehl, Büchel, Bichl, Pichl, Bügel, Buckel, Beul u. a.
Buhr s. Bauer.
Bull- s. Bald (V., einst. K.).
Bülte III. „Hügelchen im Sumpfe“.
v. Bülzingslöwen III. Stammort Bülzingsleben in Thüringen (s. -leben) — im Wappen fälschlich ein Löwe. (Adelslex.)
Bumann s. Baumann.
Bünd III. ahd. piunt (zu „bauen“), seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt in den FF. -bünd,[S. 121] -boind, -peunt (-point), -paint (Adelpaint). Conrat in der Pewnt 1376. Grasbiunder 1319 Augsb.
Bunge III. „Trommel“. Zss. Bungenstab.
Bungener III. altniederd. bungener „Trommler“, von bunge = Trommel, bungen = trommeln.
Burch-, Burck- s. Burg I. (V., einst. K.).
BURG I. got. baúrgs, ahd. purc, mhd. burc „Burg“ (ital. borgo, span. burgo — Stadt Burgos in Altkastilien). Von „bergen“.
Burg- s. Burg I. (V.).
Bürg– s. Burg I. (einst. K.).
Burg III. got. baúrgs, ahd. purc, burg, mhd. burc befestiger, bergender Ort, „Burg, Stadt“. Schon im 1. Jh. Teutoburgium und Asciburgium; einfaches Burg erst aus dem 8. Jh. nachweislich und in derselben F. in tausend heutigen N. Niederd. -borg (so immer bei Klempin, z. B. Brandenborgh).
Burger s. a) Burg (V.) b) Bürger.
Bürger III. ahd. purgâri, mhd. burgaere, später burger „Bewohner einer Burg“, sodann „Bewohner einer (befestigten) Stadt“, im Gegensatz zu dem Landbewohner.
-bürger s. Burg III.
Bürgermeister III. mhd. burgermeister „Voreteher einer Stadtgemeinde, Bürgerschaft“; auch übertragen auf den Vorsteher einer Dorfgemeinde (in Schwaben und am Rhein). — Im Schwabenspiegel burcmeister, daher „Burgemeister“ (wie noch bei Goethe); neuniederländ. burgemeester.
Burggraf III. mhd. burcgrâve „Burggraf, Stadtrichter“. („Er was lantgrâve überz lant., burcgrâve in der stat genant“ Rudolf v. Ems, Guter Gerhard V. 1452).
Burgmann a) I. s. Burg b) III. mhd. burcman „auf der Burg wohnender Vasall des Burgherrn“.
[S. 122]Burgstall III. angels. burhstal, noch jetzt in Österreich gebräuchlich, sinnverwandt mit „Burg“. Im südöstlichen Deutschland sind Orte namens Burgstall sehr häufig; im nordwestlichen dagegen treten zwei abgeschliffene FF. zahlreich auf: Borstel, -borstel, und Bostel, -bostel.
Burk-, Bürk- s. Burg I. (V., einst. K.).
Burmeister, -mester s. Bauermeister.
Burtz, Bürzel s. Burg I. (einst. K.).
Busboom III. niederd. „Buchsbaum“, aus lat. buxus, s. Busenbaum.
Busch III. ahd. busc, mhd. busch, pusch das gewöhnlichste deutsche Wort für „niedriges Gehölz, Buschwerk“. Niederländ. Bosch. In manchen der folg. Namen gewiß appellativ, wie -brink, -bruch u. a.
Busenbaum III. nach Vilmar „Stammbaum“, was aber nicht belegbar. Besser mit Andresen = „Buchsbaum“ (s. d.). Dafür sprechen auch die Nebenff. Busebaum und (niederd.) Busboom.
Buss- s. Bod (einst. K.).
Bußin III. N. eines dem Verf. persönlich bekannten Proselyten, abgeleitet von „Buße“ mit Anklang an die ON. auf -in.
Büteführ s. Böteführ.
Butendieck III. niederd. „der am Außendeich“. Halbniederd. Butendeich.
Butenop III. niederd. „außenauf“ (Finkenwerder).
Butenschön III. niederd. „(nur) außen schön“.
Büttel III. in ON. zu altsächs. bodl, angels. botl „Haus“ (9. Jh.: Dallangibudli).
Butterbrod III. vgl. Kese-unde-brot um 1530 (Lübben), altniederd. Wekebrôd.
Butterfaß III. deutlicher Gerät-N.
Buttermann III. ein „Butterhändler, -träger“. Niederd. Bottermann.
Butterweck III. ein aus Butterteig gebackener Weck. Halbfranzösiert in barbarischer Schreibung Bouterwek, „um der unästhetischen Butterwecke zu entgehen“ (Pott). Auch Butterwegge.
Bütting s. Bod (einst. K.).
Buttmann Pott S. 596: „Möglicherweise aus Butte für Bütte. Oder Verkäufer von Butten (Butt, Platteise, Rhombus piscis). Oder vom hamburg. Adj. butt, von kleinen Kindern, vgl. verbuttet, auch grob, plump.“ Alle diese Vermutungen sind in die Luft gebaut, wenigstens soweit es sich um den N. des bekannten Gräcisten handelt; denn dieser ist urspr. gar nicht deutsch, sondern französisch, von Réfugiés stammend, Boudemont, woraus nur Buttmann verdeutscht worden (s. Allg. deutsche Biographie S. 656).
Büttner III. mhd. bütenaere (vom ahd. putin, mhd. büten, bütte) „Bötticher“ („Büttnerstraße“ in Breslau).
Butze s. Bod (einst. K.).
Cammerer s. Kämmerer.
Camp- s. Kamp I.
Cannegieter s. Kannengießer.
Capelle III. mehrfacher ON.
[S. 123]Carels, Carl- s. Karal.
Carst- s. Christianus.
Casp- s. Kaspar.
Caßebohm III. niederd. „Kirschbaum“ (s. Baum — Kassebohm O. in Mecklenb.).
Cattepoel III. „Katzenpfuhl.“
Cellarius s. Keller.
Charfreytag III. zu den Zeitnamen gehörig (s. Tag).
Chelopoeus s. Kistmacher.
Christ, -el, -en s. Christianus.
Christianus II. griech.-lat. Ableitung von Christus: „ein Christ“ (noch mhd. Christen); der N. zuerst in Antiochien, Apostelgesch. 11, 26.
Christophorus II. griech. „Christusträger“ (S. 25); die betreffende Legende unter anderen bei Kind: „Offerus war ein Lanzenknecht“ usw.
Chrysander III. vergriecht = Goldmann.
Ciliax, Ciriaks, Cirks s. Cyriacus.
Claaß-, Clabs, Claes, Clas-, Claß- s. Nicolaus.
Claud- s. Hlod (einst. K.).
Claus- s. Nicolaus.
Clauth s. Hlod (einst. K.).
Claw- s. Nicolaus.
Clemens II. lat. „milde, gütig“ — N. zweier bedeutender Lehrer und Schriftsteller der christlichen Kirche der ersten beiden Jh.
Clericus III. lat. Übers. von Pape, in dem Sinne des mhd. pfaffe „Geistlicher“ (s. Klempin, Matrikeln der pommerschen Ritterschaft S. 11).
Cloos s. Nicolaus.
Cnyrim s. Knieriem.
Coecejus s. Koch.
Coers s. Kun (V., Chunrad).
Cohn a) christlicher N. s. Kun (einst. K.). b) häufiger jüdischer N., zsgz. aus Cohen „Priester“.
Cohnfeld, -helm, -stein III. jüdische Phantasie-N. (S. 67).
Cohrs s. Kun (Kunrad).
Con- s. Kun (V., einst. K.).
Cord- s. Kun (Kunrad).
Corleis s. Kyrieleis.
Cornelius II. berühmtes römisches Geschlecht, zu welchem auch der Hauptmann Cornelius Apostelgesch. 10, als Nachkomme eines Freigelassenen des L. Cornelius Sulla, gehört haben mag.
Corrodi I. „älter Koradi = Konrads“ s. Kun.
Corßen s. Kun (V.).
Corvinus III. verlateint aus Rabe, Raab.
Cosmar s. Goz.
Coster, Cöster s. Küster.
Crabathi III. „Kroat“ (Fröhner S. 36).
Cramer s. Krämer.
Cranach III. ON. (S. 30).
Cremer s. Krämer.
Cretzschmar s. Kretschmer.
Crobath III. „Kroat“.
Cruse s. Krause.
Cun- s. Kun (V., einst. K.).
Curdes, Curt, -curt s. Kun (V.).
Curtius III. verlateint aus Kurtz, Korte.
Cyprianus II. griech.-lat. „der Mann aus Cypern“, Bischof von Karthago u. Märtyrer unter Valerian 3. Jh. (Kal. 26. Sept.).
Cyriacus II. griech. „dem Herrn gehörig“; Patriarch von Konstantinopel um 600 n. Chr.
Czech III. ein „Tscheche“; auch in der Schreibung Tschech, Zschech. (In der Kassubei von einigen Familien nach dem Attentat des Bürgermeisters Czech auf Friedrich Wilhelm IV. in Echt umgewandelt, indem der König, um Verleihung eines andern N. angegangen, das Cz vorn strich und ein t am Ende zusetzte).
Daab s. Dag (zweist. K.).
Daacke s. Dag (einst. K.).
Dabbert, Dabert s. Dag (V.).
DAD I. got. dêds, ahd. mhd. tât „Tat, Werk“. Fließt z. T. mit Dag zs.
Daffert s. Dag (V.).
DAG I. got. dags, ahd. tac, tag, mhd. tac „Tag“ (wohl in Hinsicht auf Licht und Glanz). Seit dem 4. Jh. in N. nachweisbar.
Däg- s. Dag (einst. K.).
Dahl-, -dahl s. Thal.
Dahling s. Dag (einst. K.).
Dahm- s. Dag (V., zweist. K.).
Dahn s. Dan.
[S. 125]Dähn- s. 1) Dan 2) Thegan.
Damcke s. Thanc (zweist. K.).
Damm a) I. s. Thank b) III. „der am oder auf dem Damm Wohnende“ vgl. Henning vamme Damme (Drübecker Urk. 1525).
Dän- s. 1) Dan 2) Thegan.
DAN I. der „Däne“ — seit dem 7. Jh. in N. nachweisbar (Danoald).
Danck- s. Thanc.
Danehl s. Daniel.
Danhauer III. „Waldhauer, Holzfäller“ (s. Tann). Dannenhauwer 1471.
Daniel II. hebr. „mein Richter ist Gott“, der bekannte Prophet.
Dank s. Thanc.
Dankegott III. deutlicher Satz-N.
Dann, Dannert s. Dan.
Dannehl, -eil, -öhl s. Daniel.
Danz s. Thanc.
Dapp- s. Dag (V., zweist. K.).
Däschler, Däschner s. Täschner.
Dato, Dathe s. Dad.
Daud- s. Thiud (V., einst. K.).
Daum III. s. S. 49. Heneke mit dem dumen 1373. Chunrat vnd Friderich die Dovmen; Frideric. Pollex 13. Jh.
Dautert s. Thiud (V.).
Däuwel s. Thiud (V.).
David II. hebr. „geliebt“; der König und Psalmendichter des A. T.
DAW I. ahd. dau, angels. theav, altsächs. thau „Sitte“.
de in niederländ. Namen der Artikel: de Boer, de Vrient (S. 40), de Ruyter (Emden).
Deb- s. Thiud (V.).
Debbelin s. Thiud (zweist. K.).
Debusmann s. Matthäus.
Dechant III. ahd. techant, mhd. dechân (aus lat. decanus „der über zehn gesetzt ist“), ein Vorgesetzter in verschiedenen, nicht bloß geistlichen Ämtern.
Decker a) I. = Dietger (s. Preuß 18) b) III. „Dachdecker“.
Ded- s. Thiud (V., einst. K.).
Deeken, Deet- s. Thiud (einst. K.).
Defert s. Thiud (V.).
Defregger III. „einer aus dem Teferegger Tale“ (Tirol).
Deg- s. Dag (einst. K.).
Degen-, Degner s. Thegan.
Degreff s. Graf.
Dehling s. Dag (einst. K.).
Dehmel s. Dag (zweist. K.).
Dehn s. 1) Dan 2) Thegan.
Dehrholtz s. Diur.
-dei s. a) Dag b) Thiu.
Deib- s. Thiud (V., zweist. K.).
Deichmann III. „Aufseher eines Deiches“ d. i. Schutzdammes gegen das Wasser. (Da mit der Erdausgrabung zugleich eine Erdaufschüttung verbunden ist, so hat die Sprache dasselbe Wort einmal in der hochd. Form „Teich“ für lacus, sodann in der halbniederd. F. „Deich“ für agger verwendet).
Deick- s. Dag (einst. K.).
Dein- s. Thegan.
Deiß s. 1) Dag (einst. K.) 2) Thiud (einst. K.).
Deit- s. Thiud (V., einst. K.).
Deitz s. 1) Dag (einst. K.) 2) Thiud (einst. K.).
Delff, Delfs s. Thiud (V.).
[S. 126]Delker, Delkener III. „einer aus Dalbke“ in Lippe-Detmold (Preuß 34).
Demant III. „Diamant“. Auch Jaspis findet sich als christlicher FN.
Dember s. Dag (V.).
Denant s. Thiud (V.).
Denecke s. Thegan.
Dengel s. Thanc.
Denhard s. 1) Dan 2) Thegan.
Denis s. Dionysius.
Denk- s. Thanc.
Denn- s. 1) Dan 2) Thegan.
Denys s. Dionysius.
Denz- s. Thanc.
Depping s. Thiud (zweist. K.).
Dereich, Derix s. Thiud (V.).
Dessaller III. (romanisch-deutsch) „einer aus de Sala“.
Dessoir III. aus Dessauer verfranzöselt (S. 68).
Det-, Deth- s. Thiud (V., einst. K.).
Dett- s. Thiud (V.).
Deub- s. Thiud (V., zweist. K.).
Deudeloff s. Thiud (V.).
Deuerling s. Diur.
Deuß s. Thiud (einst. K.).
Deut- s. Thiud (V., einst. K.).
Deutsch III. auch Teutsch. Abgeleitet Teutscher.
Devrient III. urspr. flämisch: de Vrient „der Freund“ (S. 40).
Dew-, Deybaldt s. Thiud (V.).
Deycks s. Dag (einst. K.).
Deyhl s. Thiud (einst. K.).
Dibbern s. Thiud (V.).
-dick s. Teich.
Dict- s. Benedictus.
Didden, Didtchen s. Thiud (einst. K.).
Didolf s. Thiud (V.).
Dieb- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dieck-, -dieck s. Teich.
Dieckmann s. Deichmann.
Died- s. Thiud (V., einst. K.).
Dief- s. Thiud (V.).
Diehr s. Diur.
Dieken s. Thiud (einst. K.).
Diekgräber III. (niederd.) „Teichgräber“.
Diekgräwe, -grebe III. niederd. „Deichgraf“ d. i. Aufseher eines Deiches.
Diel- s. Thiud (einst. K.).
Diem- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dienhart s. Thegan.
Diepolt s. Thiud (V.).
Dier- s. 1) Diur 2) Thiud (V.).
Dieringer III. „Thüringer“.
Dießl s. Thiud (einst. K.).
Diet-, Dieth- s. Thiud (V., einst. K.).
Dietsch, Dietz-, Dihle, Dik-, Dill s. Thiud (einst. K.).
Diewald s. Thiud (V.).
Dillschneider III. „Dielschneider“, vom mhd. dille Diele.
Dimmel s. Thiud (zweist. K.).
-ding, -dink aus ing entstanden bei Anfügung an Vollnamen, die auf einen T-Laut ausgehen:
Dionysius II. griech. „der Dionysische“, von dem Gotte Dionysus (Bacchus).
Dip- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dirck-, Dirk- s. Thiud (V.).
Diruff s. Diur.
Diß s. Thiud (einst. K.).
Dit-, Ditt- s. Thiud (V., einst. K.).
Ditz s. Thiud (einst. K.).
DIUR I. zu ahd. tiuri, diuri, mhd. tiure „teuer“.
Dix s. Benedictus.
Djuren s. Georgius.
Dob- s. Thiud (V.).
Döb-, Döbb- s. Thiud (V., zweist. K.).
Docke, Dod- s. Thiud (einst. K.).
Död- s. Thiud (V.).
[S. 127]Dohm s. Dom.
Dolf s. Ath (V.).
Dolfus s. Fuß b).
Doll s. Thiud (einst. K.).
Dollfuß s. Fuß b).
Dollmetsch III. gegen Ende des 13. Jh. aus dem Slawischen (poln. tlumacz, russ. tolmatsch) aufgenommen: „Dollmetscher“.
DOM I. got. dôms, ahd. mhd. tuom „Urteil, Gericht“ (auch Macht, Ansehen).
Dom-, Döm-, Domm- s. Dom.
Dominicus II. „dem Herrn angehörig“ (vgl. Cyriacus); der h. D. ein ‚Spanier‘ stiftete 1216 den Orden der Dominikaner.
Don-, Dön- s. Antonius.
Donaubauer III. „einer aus der Einöde Donaubau“(er) in Niederbayern. Auch Donebauer, Donnabauer.
-donk s. Dung.
Donner s. Thunar.
Donnersmark III. im Zipserlande (Ober-Ungarn) gelegener Marktflecken, wonach das jetzt schlesische Grafengeschlecht Henckel v. Donnersmarck seinen Namen hat, während der N. Henckel durch eine Erbtochter „v. Henckel“ hinzugebracht ist (S. 85).
Döpel s. Thiud (V.).
Dopp s. Thiud (zweist. K. I).
Dordenbusch III. Satz-N. „durch den Busch.“ Durhdenpusch (Hugo v. Trimberg).
Dorf III. ahd. dorf, thorf, mhd. dorf, altsächs. thorp, niederd. dorp (dän. torp) — in ON. aus dem 7. Jh. zuerst nachweislich; neuere FF. -dorf, -torf — niederd. -dorp (z. B. Oldendorp), -drup, -trup, -trop.
-dorfer, -dörfer s. Dorf.
Dörfler III. „einer aus Dörfel“ (O. 54 mal).
Döring s. During.
Dorn III. ahd. mhd. dorn „Dorn, Dornbusch“. Auch häufiger ON.
[S. 128]-dorp, -dorpf s. Dorf.
Dörries s. Isidorus.
Dörwald s. Diur.
Dörwand III. niederd. = dör(ch) de Wand (Catharina Dördewant 1651 Eutiner Urk.) „ein unbesonnener, tollkühner Mensch.“
Döscher III. niederd. = Drescher; Dröscher.
Dotter, Döttloff s. Thiud (V.).
Doxie II. aus Eudoxia (Fröhn.).
Drabant s. Trabant.
Drabsanft III. Satz-N. „trabe sanft“.
Drächsle s. Drechsler.
Dräs- s. Andreas.
Draudt s. Drud (einst. K.).
Dreassen s. Andreas.
Drebes s. Andreas.
Drechsler III. von „drechseln“, dem Frequentativ von „drehen“.
Dreeß, Drees- s. Andreas.
Dreher III. von „drehen“, mhd. draejen, der „Drechsler“.
Dreier, Dreiher s. Dreher.
Dreis s. Andreas.
Dreizehner III. wohl mit Bezug auf den alten Aberglauben, daß, wenn gerade 13 Personen sich in einer Gesellschaft zusammenfinden, einer von ihnen bald sterben muß.
Drescher III. „der Getreide ausdrischt“. Auch Dröscher.
Dressel s. Thras.
Dreuttel s. Drud (einst. K.).
Drew- s. Andreas.
Dreyer s. Dreher.
Driesch III. „unbebaut liegen bleibender Acker“.
Driesemann s. Andreas.
Drischaus III. Satz-N. „drisch aus.“
Drodtloff, Dröder s. Drud.
Drommeter s. Trompeter.
-drop s. Dorf.
Droste III. „Amtmann, Schösser“ in Friesland, Westfalen u. a. (s. Truchseß). In mehreren Adelsfamilien des Münsterlandes: Dr. zu Hülshoff; Dr. zu Vischering.
Drube s. Drud (zweist. K.).
DRUD I. altnord. Thrudr eine Walküre (s. Weinhold, die deutschen Frauen S. 14). Daneben kommt das Eigensch. trût „traut“ in Betracht. Vgl. auch angels. thrydht „schön.“
Drue, Drühl, Druiding, Drüke s. Drud (einst. K.).
Drumann, Drümmer s. Drud (V.).
-drup s. Dorf.
Druwe s. Drud (zweist. K.).
Dryander III. = Eichmann.
Dubb- s. Thiud (V., zweist. K.).
Dübbert s. Thiud (V.).
Dübel s. Thiud (V., Theudobald).
Dudd-, Duden s. Thiud (einst. K.).
Düfert s. Thiud (V.).
Dühm- s. Dom.
Duhr, Dührsen s. Diur.
DULD I. zu ahd. mhd. dult „Geduld“, bes. wohl auf Ausdauer im Kampfe gehend.
Dulk, Duller, Dultz s. Duld.
Düm-, Dumm-, Dümm- s. Dom.
Dung, Donk III. wahrsch. eine kleine Bodenerhebung, bes. zwischen Sümpfen (Förstemann ON. S. 75). Alte N.: Dung, Megmedung; neuere bes. in der Gegend von Düsseldorf und in Flandern.
Dunker III. wohl „Tüncher“. (Früher eine Dunkerstraße in Reval).
Dünnebacke III. zu den Körperteilen.
Dür- s. Diur.
DURING I. zum Volksnamen der „Thüringer“. Turincpraht. Durinchard.
Düring a) I. s. During b) III. ein „Thüringer“. Auch in neuerer F.: Thüringer.
Dürre III. französiert Durré, s. S. 68. Albrecht der Dürre 1325.
Dürrich s. Diur.
Dusendtüfel III. „Tausendteufel“ (wohl weil der Ahnherr diesen Fluch im Munde führte).
Dutschke, Duttke s. Thiud (einst. K.).
Dütt- s. Thiud (V., einst. K.).
Düwel s. Teufel (doch Düvelhenke = Dietbold Henke s. Hagan).
Dux s. Thiud (einst. K.).
-dyk s. Teich.
Eb- s. Ebur.
EBUR I. zu ahd. ebur, mhd. eber „der Eber“ (S. 17), für Männernamen um so passender, als in der nord. Dichtung sogar jöfurr = Fürst, Herr.
Ebener III. „einer aus Eben“ (häufiger ON. in Süddeutschld.) — doch auch mhd. ebenaere „Schiedsrichter“.
Ebentheuer III. „Abenteuer“, früher auch persönlich gebraucht (s. Goethe, Mitschuldige 1, 1.
Ecc-, Eck- s. Ag (V., einst. K.).
Ecke III. ahd. ekka, mhd. ecke, egge „Ecke, Winkel“. Sehr zahlreich in ON.: -eck; daneben -egg (süddeutsch).
-ecker s. Ecke.
Eddeling s. Athal (einst. K.).
Edel- s. Athal (V., einst. K.).
-eder s. Öd.
Edigkaufer s. Hof.
Eebe s. Ebur (einst. K.).
Eerkes, Eerts s. Er.
Egbert s. Ag (V.).
Ege s. Ag (einst. K.).
Egel- s. Agil (V., einst. K.).
Egen- s. Agin (V., einst. K.).
Egers, Egert s. Ag (V.).
Egidy s. Aegidius.
Egg- s. Ag (V., einst. K.).
-egg, -egger s. Ecke.
Eginard s. Agin (V.).
Egli s. Agil (einst. K.).
Egloff s. Ag (V.).
Egner s. Agin (V.).
Egold, Egolf, Egts s. Ag (V.).
Ehl- s. 1) Agil (V., einst. K.) 2) Athal (V., einst. K.).
Ehmich s. Irmin.
Ehn- s. Agin (V., einst. K.).
Ehr- s. Er.
Ehren- s. Erin.
Eib- s. 1) Ag (V.) 2) Iw.
Eich III. in ON. von „Eiche“ in kollektivem Sinne = „Eichwald“: Eich, Aich, -aich.
Eichhard, Eichert s. Ag (V.).
Eichholtz III. vgl. R. im Eichholtz 1330. Auch häufiger ON.
Eichmann III. „der bei einer Eiche wohnt“. Dreieichmann „der bei den drei Eichen“.
Eick- s. Ag (einst. K.).
Eidam III. nebst Kleineidam. Zu den Verwandtschafts-N.
Eier, Eiert, Eiffert s. Ag (V.).
-eier s. Au.
Eigenbertz s. Agin (V.).
Eik- s. Ag (einst. K.).
Eike III. niederd. „Eiche“, in Eikenkötter, Eickemeyer u. a.
Eil- s. Agil (V., einst. K.).
Eim- s. Ag (V., zweist. K.).
Ein- s. Agin (V., einst. K.).
Einenkel III. ahd. eninchil „Enkel“.
Einerhand III. elliptischer N.: „der mit einer Hand“. (S. 49).
Einsiedel III. ahd. einsidilo, mhd. einsidele „Einsiedler“.
Einspenner III. „der mit einem Pferde fährt.“
Eipeldauer, Eypeltauer III. (Wien) „einer aus Eipoldau“ (Leopoldau).
Eirich s. Ag (V.).
Eis- s. Agis.
Eisen I. s. Isan.
-eisen a) I. entstanden, wohl durch Umdeutung, aus eis (ahd. izo (S. 23, 34)).
Eisenblätter III. = Eisenplätter, wie Dratplätter vom Plattmachen des Drates zwischen zwei stählernen Bolzen.
Eisenhut III. mhd. îsenhuot „Helm“. Niederd. Iserhot.
Eisenmenger III. „Eisenhändler“ (s. Manger).
[S. 131]Eisenreich s. Agis.
Eitze s. Ag (einst. K.).
Elb- s. 1) Alb 2) Athal (V.) 3) Agil (V.).
Elf- s. Alb (V., einst. K.).
Elger- s. Agil (V.).
Elias II. hebr. „mein Gott (ist) Jehova“; der Prophet 1. Kön. 17 ff.
Ell- s. 1) Agil 2) Athal (V., einst. K.).
Ellend III. ahd. alilanti „von der Heimat (dem Lande) fern; fremd“.
Eller III. landschaftl. „Erle“ — in Ellerbrock, -busch, -kamp u. a.
Elp- s. Alb, doch
Elperting s. Athal.
Eltester III. s. S. 48: Eigenschafts-N.
Eltrich s. Ald (V.).
Elven s. Alb (einst. K.).
Elwert s. Agil (V.).
Em- s. Ew.
-em s. Heim III.
Emanuel II. hebr. Immanuel „Gott mit uns“ vgl. Jes. 7, 14. Matth. 1, 23.
Emel- s. Amal.
-emer s. Heim III.
Emich, Emmelmann s. Irmin.
Emund, Emons s. Ew.
Ender-, Endr- s. Andreas.
Enet s. Agin (V.).
Eng- s. Ingo.
Engel-, Engl- s. Angil (V., einst. K.).
Enigk, Eneich s. Agin (einst. K.).
Enke a) I. s. Agin (einst. K.). — b) III. ahd. encho „Knecht“, bes. der dem Großknecht untergeordnete jüngere Kleinknecht.
Enking, Ennen s. Agin (einst. K.).
Ensle, -in s. Ans (einst. K.).
Ep- s. Ebar.
ER I. ahd. êra, mhd. êre „Ehre“. (Hari Heer spielt hinein, so daß eine genaue Sonderung sehr schwierig ist).
Erasmus II. griech. „der Liebenswürdige“.
Erb- s. Arb.
Erbsmehl III. deutlicher Name aus der Pflanzenwelt.
Erd- s. Hard (V., einst. K.).
Erfling s. Arb (einst. K.).
Erich s. Ew.
ERIN I. Erweiterung von Er.
Erkenbrecht s. Arcan.
ERL I. altsächs. erl „Mann“, angels. eorl „Edelmann“, altnord. iarl Edelmann, Gaugraf.
Erm- s. Irmin (V., einst. K.).
-ermel III. in Rothermel. Weißermel (Spottname für Müller (S. 46).
Ern- s. 1) Arin (V., einst. K.) 2) Erin.
Ernest, Ernst- s. Arnust.
Erp- s. Arb.
Ert- s. Hard (V., einst. K.).
Erve s. Arb (einst. K.).
Erxmeyer III. = Erichsmeyer (s. Er).
Erythropel III. Vergriechung aus „Rothenburg“.
Esch- s. Asc.
Esel III. vgl. Lambertus asinus 1136, Berhtold der esel 1297.
[S. 132]Esser III. 1) ein „Vielessender“. Zss. Brodesser. Vgl. Fresser (Zürich 1839), niederdeutsch Freter 2) „einer aus Essen“.
-eter, -etter s. Öd.
Eue s. Ew.
Eulenburg, von, früher Eylenburg, Ilenburg, von der Stadt Eilenburg in Sachsen. (Adelslex.)
Euler III. der „Töpfer“, von aul Topf (aus lat. olla).
Eupert, Eurich s. Ew.
Eustachius II. griech. „der Ährenreiche“.
Eustathius II. griech. „der Standhafte, Gesunde“.
Euteneuer III. „einer aus Euteneuen“ (Rheinprovinz).
Ever- s. Ebur (V.).
EW I. got. aivs, ahd. êwa, mhd. êwe, ê „uralte Zeit; altherkömmliches Recht und Gesetz“.
Ew- s. 1) Ebur 2) Ew.
Exner s. Ochsner.
Exter III. aus Agelster, ahd. agalastra „Elster“. Auch wohl in Exernbrink („Elsternbrink“).
Ey- s. Ag (V., einst. K.).
-eyer s. Au.
Eyl- s. Agil (V., einst. K.).
Eymeß s. Ag (zweist. K.).
Eyßen- s. Isan.
Faber III. Latinisierung für Schmid.
Fabianus II. christlicher Märtyrer unter dem röm. Kaiser Decius.
Fabri, Fabricius s. Faber.
Fach-, Fack- s. Fag.
FAG I. mit der Erweiterung Fagin zu got. fahêds „Freude“, got. und ahd. faginôn sich freuen.
Fahland III. mhd. vâlant der „Teufel“, auch von Menschen gebraucht; so wird der wilde Hagen des Gudrunliedes „Vâlant aller künege“ genannt.
Fahlen III. niederd. „Füllen“ — in Fahlenkamp — Vahlbruch, Fahlbusch, -kampf, -teich.
Fähnrich III. urspr. der „Fahnenträger“.
Fahr- s. Far.
Fahre III. niederd. „Föhre“ — in Fahrenbruch, Fahrendorf, Fahrenhorst, Fahrenkamp, Fahrenkrug — Fahrenbauer.
Fährmann a) I. s. Far b) III. „Fährmann, Ferge“.
Fait, Faith s. Wid (einst. K.).
Faichner s. Falkner.
Fälgenmacher s. Felgenhauer.
Falke III. ahd. falco, falcho, mhd. valke, der „Falk“, beliebt in der ritterlichen Zeit als Stoßvogel auf der Jagd, bes. der Reiherbeize; in der mhd. Dichtung ein Bild des Geliebten.
[S. 133]Falkner III. mhd. valkenaere „der Falken abrichtet“, bes. zur Reiherbeize.
Fallmerayer III. von dem ehemals romanischen Hofe Valmarei (vallis Mariae), der früher im Besitze der Familie war (Steub).
-fänger III. in mehreren Zss.: Aalfänger. Bärenfänger.
FAR I. zu dem burgund. und langobard. fara, angels. faru „Geschlecht, Familie“.
Farrach s. Far.
Faßbänder s. Binder.
Faßhauer s. -hauer.
Faßlabend III. zu den Zeitnamen gehörig. Petrus Fastelavent 1561. So auch Faßnacht vgl. Ulrich Vaznacht 1367; mhd. vastnaht und vasnaht der Vorabend vor den großen Fasten.
Fäßler III. „Faßbinder“.
FAST I. ahd. fasti, mhd. veste „fest, standhaft“.
Fauk s. Fulc (einst. K.).
Faust II. III. a) lat. Faustus „der Glückliche“ b) das Körperglied. Peyne mit der Vust 1366 (Drübeck).
Fechner III. der mit „Fech“, mhd. vêch buntem Pelzwerk, bes. Hermelin, handelt.
Fedd- s. Frith (V., einst. K.).
Federwisch III. ein bis ins 13. Jh. zurückgehender N. (Embricho Federwisch 1213) = Gosewisch.
Fegebank III. Satz-N. „einer, der nicht stillsitzen kann.“
Feghelm III. „Waffenschmied“.
Fehr- s. Far.
Feichte ahd. fiehta „Fichte“, in Feichtmayr.
Feierabend III. Zeitname; Jac. Firabend 1313.
Feig- s. Frith (einst. K.).
Feinaigle III. „Feinäuglein“, mit schönen Augen (schwäb. Fröhn.).
Feinholtz s. Fag.
Feith s. Wid (einst. K.).
Feld III. ahd. feld, mhd. velt „freies, flaches, unbewaldetes Land; bebauter Acker“. Ist Asfeld bei Paulus Diaconus (I, 20) wirklich aus dem 5. Jh. überliefert, so gehört -feld zu den ältesten deutschen Ausgängen in ON.; das 8. Jh. bietet schon eine große Menge.
Mit dativischer Ellipse alt -felda, -feldum, neu -felde, -felden; doch dieses e des Sing. fällt in FN. fast immer ab, ebenso wie in -berge.
Felgenhauer III. mhd. velgenhouwer „der die Radfelgen zuhaut“, Radmacher, Wagner.
Felkner s. Falkner.
Fels III. ahd. fels, mhd. vels, in alten N. wie Rotenvels weit seltener als -stein; neue N. wie Drachenfels, Weißenfels verhältnismäßig häufiger.
Felsch s. Fulc (einst. K.).
Felten s. Valentin.
Femmer s. Frith (V.).
[S. 134]Fend III. ahd. fendo, mhd. vende „Fußknecht“. Rudolfus dictus Vende.
Fenner III. mhd. venre, verkürzt aus vanaere, ahd. fanâri „Fähnrich“.
Fenrich s. Fähnrich.
Ferber s. Färber.
Ferd- s. Frith (V.).
Ferg III. ahd. farjo, mhd. verge „der Ferge“ d. i. Fährmann.
Ferling s. Far.
Fernand s. Frith (V.).
Fernkorn III. „altes Korn“ (vgl. Firnhaber).
Fesenbeck III. der aus „Fese“ d. i. Spelt backt.
Fetkenheuer s. Pfettenhauer.
Fett- s. Frith (einst. K.).
Fetthake III. zu den Küchengeräten s. S. 44.
Feuchtner s. Fichtner.
Feuerrohr III. (S. 45).
Feuerstacke III. „Feuerstange“ zum Einreißen und Wegziehen brennender Balken. Niederd. Fürstake 1484.
Fichtner III. „einer aus Fichten“ (Bayern, Österr.). Feuchtner (O. Feuchten). Feichtner (Österr.). Vom mhd. viehte „Fichte“.
Fick s. Frith (einst. K.).
Fidicin III. abgekürzt aus fidicinus, einer Weiterbildung des lat. fidicen „Lautenschläger“.
Fidrich s. Frith (V.).
Fiedler III. mhd. videlaere „der Geiger“.
Fieg-, Fietz, Figge s. Frith (einst. K.).
FIL I. got. ahd. filu, mhd. vil „viel“, vgl. manag.
Filter III. niederd. „Filzer, Hutmacher“.
Fimmen s. Frith (zweist. K.).
Findekeller III. Satz-N.: einer, der den Keller zu finden weiß, ein guter „Zechbruder“ (S. 52).
Findeklee III. Satzname: glücklicher Finder von (vierblättrigem) Klee.
Finger III. s. S. 49.
Fingerhuth III. der „mit dem Fingerhut“, etwa = Schneider.
Finke III. ahd. finco, mhd. vinke der „Fink“, ein lustiger Mensch.
Finkler III. der „Finkler“ d. i. Vogelfänger, von finkeln Finken, dann allg. Vögel fangen.
Firnhaber III. „alter Hafer“, vom ahd. firni, mhd. virne alt (wie auch in „Firnewein“).
Fisch III. Auch in mannigfachen Zss.: Backfisch = Bratfisch. Buckfisch (vgl. Bückling, gepökelter Fisch). Faulfisch. Maifisch. Seefisch. Vklf. Fischli; Fischlein.
Fischer III. ahd. fiskâri, mhd. vischaere.
Fischhaber III. „einer aus Fischau“ — (alt Fischhauer und Fischower Buck).
Fischnaller III. (romanisch-deutsch) „einer aus Vischinal“ (vicinala „Gemeinweide“).
Fisser s. Fischer.
Fittighauer s. Pfettenhauer.
Fitz- s. Frith (einst. K.).
Flachsmann III. „Flachsbauer, -händler“. Niederd. Flaßmann.
Flacke s. Flad.
FLAD I. mhd. vlât „Sauberkeit, Reinheit, Glanz“ (vgl. den Gegensatz im Nhd. „Unflat“). Fladebert 7. u. a.
Flammenkamp III. 1517 Hermann im Flamenkampe (niederländische Ansiedelung Preuß 33).
Flas III. niederd. „Flachs“ — in Zss. wie Flashaar — Flaßkamp; Flaßdieck.
Flatt- s. Flad.
Flege s. Flad.
Fleisch III. In mehrfachen Zss. (vgl. Eggihart Sulzeflaiske 1180): Gensfleisch (der ursprüngliche FN. Gutenbergs). Kalbfleisch. Jungfleisch. Klopffleisch. Rindfleisch (vgl.[S. 135] ital. Delmanzo). Sötefleisch (niederd. = Süßfleisch).
Fleischhacker, Fleischhauer III. = „Fleischer“.
Fleischfresser III. Spottname, der Seitenstücke findet in Brodesser und Holtfreter „Holzfresser“. Auch Verkenesser in Kölner Urkunden.
Fleischmann III. „Fleischverkäufer“. Vergriecht Sarkander.
Flemisch III. „ein Vlame“.
Flemming III. mhd. Vlaeming ein „Flamänder, Vlame“.
-fleth s. Fließ.
Fleuchaus III. Satz-N. „flieh aus“ (wohl urspr. Fleugaus).
Fleugimtanz III. Satz-N. „flieg im Tanz“, ein flotter Tänzer.
Fliedner III. „einer aus Flieden“ (in Hessen).
Fliegauf III. Satz-N. Ähnlich Fliegaus (der immer „ausfliegt“?). Fleuchaus; Fleichaus.
Fließ III. mhd. vlieȥ, altfries. flet (niederl. fleete) „Bach“. Hochdeutsch Fließ, -fließ, doch vorherrschend in niederd. Gestalt: Fleeth, -fleth (bes. an Elb- und Weser-Mündung).
FLOD I. mundartliche Nebenf. von Hlod (Stark 15. 56).
Flohrschütz s. Flurschütz.
Florus II. lat. „blühend“. Schon ins Altdeutsche aufgenommen, wo sich Florebert u. a. findet.
Flüh III. ahd. fluoh, mhd. vluo „Felswand“, Fluh (schweiz.). Niklas von der Flühe.
Flurschütz III. mhd. vluorschütze „der Feldhüter“.
Fobbe s. Fulc (zweist. K.).
Fock-, Föck- s. Fulc (einst. K.).
Fokes s. Fulc (einst. K.).
Fol-, Föl- s. Fulc (V., einst. K.).
Fopp- s. Fulc (zweist. K.).
-förde s. Furt.
Förg s. Ferg.
Förster III. ahd. forstâri, mhd. vorstaere „Aufseher, Verwalter“ der Forst.
Forstmann III. = Förster.
Föse s. Funs.
Foss s. Fuchs.
Föste s. Fast.
Foth s. Fuß.
Fräd- s. Frith (V.).
Frahn- s. Fraw.
FRANC I. zum Volksnamen der „Franken“; (ahd. Franko, mhd. Vranke) gehörig. Dieser Volksstamm wiederum ist nach (ahd. francho), angels. franca, altnord. frakke „Wurfspieß“ genannt. Francobert 8., Francard 6.
Franciscus II. latinis. aus dem Vorigen; der h. Franciscus von Assisi.
Frank- a) I. s. Franc. — b) III. als N. des Stammes vgl. „Bentz der frank“ 1373.
Franz- s. Franciscus.
Fraß III. mhd. vrâz ein „Fresser, Schlemmer“, so Heinrich der Fraz 1292 (Bacm.), s. S. 48. Johann Hambsterfraß, Hans Ziegenfraß 16. Jh.
Fraude s. Frod.
Frauer s. Fraw.
Frautz s. Frod.
FRAW I. in der Hauptsache zu got. frauja, ahd. frô „Herr“, frôwa „Herrin, Frau“, bes. in ihrer mythologischen Beziehung auf Fro und Frouwa — weniger zum Eigensch. frô „froh“.
Fred-, Freed-, Freel- s. Frith (V., einst. K.).
Freerks s. Frith (V.).
Freier, Freiert s. Fri.
Freimann III. mhd. vrîman 1) ein „Freigelassener“, libertus 2) „Freiknecht“, carnifex.
Freischmidt III. ein „unzünftiger Schmied“, wie „Freifleischer“, „Freischuster“ (DW.), ferner „Freischlächter“, „Freischneider“ (KB.).
Freitag III. schon 1197 Sifridus Vrietak s. Tag. (Doch findet sich schon ahd. Frittag, zu Frith gehörig.)
Frenk- s. Franc.
Frenssen, Frenz- s. Franciscus.
Frer- s. Frith (V.).
Fressenteufel III. Satz-N.: „friß den Teufel“. Vretenduvel 1383 Gött. Urk.-Buch. (S. 52).
Freuer s. Fraw.
Freund I. III. schon im 8. Jh. Friunt. Niederdeutsch Fründt. Zss. Bierfreund. Tausendfreund. (Vgl. franz. Bonami).
Frevert s. Frith.
Frey- s. Fri.
FRI I. got. freis, ahd. frî, mhd. vrî „frei“.
FRIAS I. zu dem Volksnamen der „Friesen“. Friskaer, Fresger 9.
Frick- s. Frith (V., einst. K.).
Frieb- s. Frith (zweist. K.).
Fried- s. Frith (V., einst. K.).
Friel s. Frith (einst. K.).
Fries a) I. s. Frias b) III. deutlich in de Fries, de Vries.
Frille s. Frith (einst. K.).
Frimmer s. Frith (V.).
Frischauf III. Satz-N.
Frischmuth III. s. S. 48.
FRITH I. ahd. fridu, mhd. vride, altsächs. frithu „Friede“, bes. in dem Sinne von „Sicherheit, Schutz“. Nachweislich in N. seit dem 4. Jh. (Gotenfürst Frithigern).
Fritsch-, Fritz- s. Frith (einst. K.).
Frobarth s. Fraw.
Froböß s. Frühbuß.
FROD I. got. frôds, ahd. fruot, mhd. vruot, altsächs. frôd (lat. prudens) „verständig, weise“.
Fröd-, Frohde s. Frod.
Fröhlich a) I. s. Frod (Vrolicus VN. Klemp.) b) III. schon 1373 der frölich.
Fröhls s. Frod.
Frohm-, From-, Fröm- s. Frum.
Frohn-, Froning, Frohwein s. Fraw.
Frommann a) I. s. Frum b) III. mhd. vrumman „Ehrenmann, Biedermann“.
Frosch III. ahd. frosc, mhd. vrosch zu den Tiernamen.
Früchtenicht III. Satz-N. „fürchte nichts“.
Frühbuß III. O. Frühbuß in Böhmen, Friebus in Böhmen und Sachsen.
FRUM I. ahd. mhd. frum „fromm“, d. i. „tüchtig, wacker“, ahd. fruma das „Frommen“.
Fründt s. Freund.
Frut- s. Frod.
Fuchs III. meist nach der Farbe des Haares; so wird in der Lübecker Bürgerrolle für das J. 1322 der eine von zwei Brüdern Richard Vos, der andere Johannes de rode genannt, offenbar nach derselben Ursache. Peter der fuhs 1360. Emercho dictus de Jungefos 1298.
Fuck- s. Fulc (V.).
-fues s. Fuß.
Fuglsang s. Vogelsang.
Fuhrmann III. Auch Gen. Fuhrmanns (niederrhein.).
Fuhse s. Funs.
Ful- s. Fulk (V.).
FULC I. ahd. folc, folch, mhd. volc „Volk“ (Kriegsvolk).
Füllekrus III. Satz-N. „fülle den Krug“ (s. Kraus); auch Füllkruß.
Fullgraf = Vollgraff s. Graf.
Füllkrug III. Satz-N. „fülle den Krug“ (s. Füllekrus).
FUNS I. ahd. funs, altsächs., altfries. fûs „bereit, willig“ (vgl. Alfons).
Fürbringer III. der eine Sache vorbringt, „Rechtsanwalt“.
Fürchtegott III. Satz-N. „fürchte Gott!“ Auch Förchtegott.
Fürchtenicht III. Satz-N. „fürchte nichts“. Niederd. Früchtenicht (Hamburg).
Furt III. ahd. furt, mhd. vurt „Furt, Bahn“.
Fusen s. Funs.
Fuß a) I. von Funs, woher der altd. PN. Fuso — namentlich in den Zss. Gailfuß, Siefuß u. a. (s. Funs).
Umdeutung aus latinisierten N.: Dolfus aus Dolf, Abkürzung für Adolf (als PN. in Köln Dolfes, s. Andresen S. 23), dann Dollfuß geschrieben. Ebenso Rolfus, Rollfuß aus Rudolf zsgz. Rolf.
b) III. den Körperteil bezeichnend, vgl. Otto Vuoz 1212. Vklf. (l): Füßel; Fuißel (Wien). Füßli (schweiz.) und Füeslin (oder zu a) gehörig?).
Bes. in vielen Zss. Barfuß (niederd. Barfot, Barfft 1511 Klemp.). Blaufuß. Breitfuß (vgl. Henricus dict. Breytfuz 1306). Gelbfuß. Großfuß. Gugelfuß (württ). Holzfuß. Kaulfuß. Krumfuß. Leichtfuß, halbniederd. Lichtfuß. Platzfuß. Rauchfuß, halbniederd. Ruhfuß. Scharrfuß. Schmalfuß. Schneefuß. Schönfuß. —[S. 139] Niederd. Kliefoth. Stolterfoth. Holtfoeth (oe = ô Viersen).
Sehr häufig sind Zss. mit Tiernamen, wie schon im J. 1212 Hartlieb Gensevuz:
Hasenfues (vgl. das Appellat. „Hasenfuß“). Hühnerfuß. Kalbfus. Kranefuß; Krohnfuß. Kuhfuß; Kühfuß (eine württ. Familie d. N. ließ sich vor 30 J. in Reiff umtaufen). Lammsfuß. Muckenfuß, Muggenfuß. Rehfues (wohl wegen der Zierlichkeit). Rindsfuß. Schweinefuß. Ziegenfuß.
Imperativisch: Regenfuß. Streckfuß.
Fütterer III. mhd. fuoteraere „Futterhändler“, (in Halle früher eine besondere Zunft bildend. Kleemann.)
G.
Gaab s. Gab.
GAB, GIB I. got. giban, angels. gifan, ahd. kepan, mhd. geben „geben“. Freigebigkeit, bes. auch als Gastfreundschaft, ein schöner Zug des altgermanischen Lebens.
Gab-, Gäb- s. Gab (V., einst. K.).
Gabbe s. Gab (einst. K.).
Gaberler südd. Patronym. von Gabriel.
Gade, Gäd- s. God (einst. K.).
Gafner III. ein berner Geschlecht = „Hüttenmann“, vgl. in Wallis das Geschlecht zen Gafinen „bei den Hütten“ aus capanna, in der lingua rustica = Bauernhütte, Sennhütte — dah. franz. cabane, engl. cabine (Gatschet, Ortsetymolog. Forschungen).
GAID I. langobard. gaida, angels. gâdu „Lanzenspitze.“
GAIL I. ahd. gail, keil, mhd. geil „mutwillig, übermütig, lustig“ (Stammwort für ital. gala, franz. galon Borte und galant).
Gaißer III. ahd. geiȥâri „Ziegenhirt“.
Gallus II. lat. der „Gallier“; d. h. Gallus, Irländer von Geburt, Gründer der Abtei St. Gallen in der Schweiz, gest. 646.
GAMAL I. zu nord. gamal, angels. gamol „alt“.
Gambsjäger III. süddeutsch „Gemsenjäger“.
GAND I. vielleicht auf altnord. gandr „Werwolf“ zu beziehen.
GANG I. zu got. gaggan, ahd. gangan „gehen“, angels. gang, altnord. gangr „heftiger Andrang, Ansturm“.
Gans III. zu den Tiernamen. Frideric. cognom. Bradegans 13. Jh. Klempin: Valegoeß.
Gant- s. Gand.
Gantenbrink III. der „Gänserichsbrink“, vom niederd. Gant, ahd. ganazo. mhd. ganze Gänserich.
Gantz-, Ganz- s. Gand.
Gapp- s. Gab (einst. K.).
GAR I. ahd. kêr, gêr, mhd. gêr, angels. gâr „Ger, Wurfspeer“.
Garb- s. Gar (V., zweist. K.).
GARD I. got. gards, ahd. gart „Haus, Gehöft“. Gardulf.
-gardt s. Gart.
Gareis s. Gar (einst. K.).
Garl-, Garm- s. Gar (V.).
Garnjost II. III. s. Jodocus. Vgl. Gereke Gorenköper 1590 = Garnaufkäufer.
Garr- s. Gar (V., einst. K.).
Gart III. got. gards, ahd. garto, mhd. garte „Umzäunung; dann Wohnung; Garten“. Jetzt nicht bloß in zahllosen Garten-N., sondern auch für Städte und Dörfer gebräuchlich: in der älteren F. -gart, in der neueren -garten.
-garten, -gartner s. Gart.
Gärtner III. ahd. gartinâri, mhd. gartenaere, später auch gertanaere (doch noch im 15. bis 17. Jh. auch „gartner“) „Gärtner“ d. i. 1) einer, der den Gartenbau kunst- und zunftmäßig übt 2) Besitzer eines Hauses nebst kleinem Grundstück, aber ohne Feld (im östlichen Deutschland, bes. Sachsen, Schlesien).
Gaspers s. Kaspar.
Gasser s. Gaß.
Gassert s. Gast.
GAST I. got. gasts, ahd. gast, mhd. gast „Fremdling, Gast“, bes. „fremder Krieger, landfahrender Recke“.
Gaß III. ahd. gaȥȥa, mhd. gaȥȥe „Gasse“. Sicher in Ortsbezeichnungen seit dem 10. Jh.; jetzt „Gassen“ in fast allen deutschen Städten, aber auch etwa 100 ganze bewohnte Örter auf -gasse, -gaß.
Gau s. Gaw.
Gauckstert III. niederd. „Kuckucksschwanz“.
GAUD I. auf den Volksnamen der „Goten“ zu beziehen (Grimm, Gesch. der deutschen Sprache S. 308).
Gaue s. Gaw.
Gaugengigl III. mhd. gugelgige, guckengegel „Narr, Geck“.
Gauke s. Gaw.
Gaukler III. ahd. gougulâri, mhd. gougelaere zusammenfassender N. für mancherlei wandernde Künstler: „Zauberer, Taschenspieler; auch Schauspieler“.
[S. 142]Gaum s. Gund (zweist. K.).
Gaumer, Gausrapp s. Goz.
Gausepohl III. niederd. „Gänsepfuhl.“
Gaut s. Gaud.
GAW I. got. gavi, ahd. gawi, mhd. gou „Gau“, die uralte, auf Staats-, Gerichts- und Heerwesen bezügliche Unterabteilung der deutschen Volksstämme.
Gayer s. Geier.
Gayl- s. Gail.
Geb- s. Gab (V., einst. K.).
Gebauer III. (Ton auf der zweiten Silbe) 1) mhd. gebûr „Nachbar“ 2) mhd. gebûre „Bauer“. Cunrad Gebur 1304.
Gedicke s. God (einst. K.).
Geeb s. Gab (einst. K.).
Geelhaar III. „mit gelbem (blondem) Haar“.
Geelhood s. Hut.
Geer- s. Ger (V., einst. K.).
Geff- s. Gab (V., einst. K.).
Gehl- s. Gail.
Gehr- s. Gar (V., einst. K.).
Geib- s. Gaid.
Geide s. Gaid.
Geier III. zu den Tiernamen. „Die v. Geyer stammen von einem altkölnischen Geschlechte, das von seinem Hause „zum Geyer“ de Vulture in der Rheingasse den N. Gyr angenommen, auch einen Geier im Wappen führte. Sie erkauften 1716 die Schweppenburg von den von Loen, daher G. von Schweppenburg“. (Rheinischer Antiquarius).
Geil- s. Gail.
Geim- s. Gaid (zweist. K.).
Geiß, Geis- s. Gis.
Geisel-, Geißel-, Geisl- s. Gisal.
Geith s. Gaid.
Geldmacher III. sehr modern klingender N., an das amerikanische make money erinnernd; jedoch wohl = „Münzer“, bes. Falschmünzer.
GELF I. ahd. gelf „lautes Schallen“; altsächs. gelp „trotzige Rede“ dem Feinde gegenüber. (Vgl. Hildebrandslied u. Nibelung.)
Gelhaar III. „Gelbhaar“. Gelbe, blonde Haare galten bes. auch in der ritterlichen Zeit als Schönheit.
Gellert s. Gisal.
Gelp- s. Gelf.
Gelzer III. „Viehverschneider“ (von gelzen). Auch Gölzer.
Gemeinhardt III. „Gemeindehirt“.
Gempel s. Gand (zweist. K.).
Gen- s. Gand.
Geng- s. Gang.
Gensfleisch III. eine alte angesehene Patrizier-Familie zu Mainz. Frielo G. hatte im 14. Jh. die Erbtochter Elsa, von dem alten Geschlechte derer zum Guttenberge, geheiratet und dessen Güter den seinigen hinzugefügt. Sie wohnten im Hofe zum Guttenberge am St. Christoffels-Kirchhofe, und hier wurden ihnen zwei Söhne geboren: Frielo und Henne (Johannes), der letztere, der berühmte Erfinder der Buchdruckerkunst, wahrscheinlich 1397.
Gensterblom III. (Mainz) „Ginsterblume.“
Gentsch s. Gand.
Georgius II. griech. der „Landbauer“; der h. Georg, welcher angeblich unter Diocletian gelebt hat, Patron der Ritterschaft (S. 25).
Gep- s. Gab (V., einst. K.).
Ger- s. Gar (V., einst. K. — bei Gerb- und Germ- auch zweist. K.).
Gerathewohl III. Satz-N. „gerate wohl.“
[S. 143]Gerber III. mhd. garwer, gerwer „der das Leder gar macht, zubereitet“.
Gereut III. mhd. geriute „durch Reuten urbar gemachtes Stück Land.“ Häufiger ON.
GERN I. got. gairns, ahd. mhd. gern „begierig“, mit Bezug auf die ungestüme Kampflust der Germanen. Gernolt.
Gerngroß III. Cunrad Gerengroz 1333. Noch jetzt appellativ: ein „Gernegroß“.
Gerr- s. Gar (V.).
Gert- s. Gard.
Gerw- s. Gar (V., zweist. K.).
Geselbracht s. Gisal.
Geselle III. ahd. gisello mhd. geselle urspr. „Hausgenosse“ (von sal Haus), dann „Gefährte, Freund“, auch „Gehülfe“ bei einer Arbeit. Heinrich Geselle 1300.
Geske s. Gis.
-gesser s. Gaß
Geßler s. Gisal.
Geßmer s. Gis.
Gest- s. Gast.
Geßwein s. Gis.
Gevers s. Gab (V.).
Gew- s. Gab (V., einst. K.).
Geyr s. Geier.
Geys s. Gis.
Gieb- s. Gab (V., einst. K.).
Giefers s. Gab (V.).
Giegengack III. Spottname für „Bierfiedler“.
Giehl-, Giel s. Gisal.
Gier- s. Gir.
Gies- s. Gis.
Giesel-, Gießel- s. Gisal.
Gießenbier s. Bier.
Giffey s. Gab (einst. K.).
Gilb- s. Gisal.
Gildemeister III. „Vorsteher einer Gilde“. Auch Gillmeister.
Gill-, Gilmer s. Gisal.
Gilles, s. Aegidius.
Gipp- s. Gab (V.).
GIR I. ahd. girî, kirî, mhd. gir „Begehren, Verlangen (nach Kampf?)“ nicht sicher von gar zu trennen.
Girg s. Georgius.
Girschner s. Kürschner.
GIS I. mit Gais und Gar „Speer“ verwandt.
GISAL I. ahd. gîsal, kîsal, mhd. gîsel „Geisel“ (Kriegsgefangner). Gisal zsgz. Gill- (so Gilla = Gisila im Polypt. Irmin. S. 50, Gillebert für Gislebert Pertz Monum. VIII).
[S. 144]Gissel- s. Gisal.
Glaser III. mhd. glaser — auch mit Umlaut (so im KB. noch im 17. Jh. öfters der Gläser, weibl. Gläserinne).
Gläser, Gläßner s. Glaser.
Glau- s. Glaw.
GLAW I. got. glaggvus, ahd. glau, klau „scharfsichtig, einsichtsvoll“.
Glöckner III. mhd. glockenaere.
Glöde, Gloth s. Hlod (einst. K.).
Glubrecht s. Glaw.
Gluth s. Hlod (einst. K.).
Gnörich s. Knod.
Göb-, Gobb- s. God (V., zweist. K.).
Göbbel s. God (zweist. K.).
Gobert s. God (V.).
Gock-, Göck- s. God (einst. K.).
GOD I. got. guth, gud, ahd. got, kot, mhd. got „Gott“.
God-, Göd- s. God. (V., einst. K.).
Göddertz s. God (V.).
Göens s. God (einst. K.).
Goethe I. s. God (einst. K.).
Goff- s. God (V.).
Gögg- s. God (einst. K.).
Gogrewe III. „Gaugraf“ s. Graf.
Gohl-, Göhl- s. God (einst. K.).
Göhmann s. Gaw.
Gohrt s. God (V., Gotahard.).
Göhrung s. Gar (einst. K.).
Gök- s. God (einst. K.).
Göker (1536: de Godeker = Godeking) s. God.
Goldammer III., auch Goltdammer zu den Vogel-N. (emberiza citrinella).
Goldfinger III. der vierte Finger der Hand, an welchem der Goldring getragen wird.
Göldner III. „Vergolder“ (Reichel, Gewerbe im steirischen Marburg 13.-15. Jh. Goldner).
[S. 145]Goldsticker III. einer der „mit Gold stickt“. Verderbt: Goldstücker.
Gölfert s. Gelf.
Goll- s. God (einst. K., erweit. V.).
Göll s. God (einst. K.).
Golzer, Gölzer s. Gelzer.
Gom-, Gon-, Gön- s. Gund (V.).
Göpel s. God (zweist. K.).
Göpfert, Göpp-, Goppelt s. God (V.).
Gör- s. Gar (V., einst. K.).
Gorath, Gördt s. God (V.).
Gorg-, Görg-, Gorius s. Georgius.
Görres, Gorrissen s. Gregorius.
Gos-, Gös- s. Goz.
Gos III. niederd. „Gans“, in Zss. wie Gosebruch (halbverhochdeutscht) = Gänsebruch, Gosemeyer u. a.
Gosch-, Göschke s. God (einst. K.).
Goss-, Gössel s. God (einst. K.).
Gossenbrod III. „warmes Brot mit Fett begossen“, eine Lieblingsspeise alter Zeit (S. 47). Marquard Begoȥȥenbrot 1321.
Gösser, Gossert s. Goz.
Göstrich s. Gast.
Goth-, Göt-, Gotsch, Götsch- s. God (einst. K.).
Gott-, Gött- s. God (V., einst. K.).
Gottbehüt III. Satz-N. „Gott behüte!“.
Gottgetreu III. deutliche eigenschaftswörtliche Zss.
Gottschey III. (Wien) „einer aus Gottschee.“
Gottwalts III. Satz-N.: „Gott walte es!“ Auch Waltigott.
Gotz-, Götz- s. 1) God (einst. K.). 2) Goz.
Gowin s. God (V.).
Goymann s. Gaw.
GOZ I. mit Gaud zusammengehörig und auf den Volksnamen der Goten zu beziehen.
Graalß s. Gar (V.).
-gräbe s. Graf.
Gräber III. ein „Grabender“, als FN. einfach und in Zss.: Biengräber. Borngräber — Brunngräber. Diekgräber.
Gradwohl s. Gerathewohl.
Graf III. mittellat. graphio, ahd. grâvo, mhd. grâve, „höherer weltlicher Richter, Vorsteher“.
Gräfe, Graff s. Graf.
Gräger s. Gregorius.
Grah, Gramann s. Graw.
Granold s. Hraban.
Grapengießer III. vom niederd. „Grapen“ d. i. dreifüßiger Kochtopf aus Gußeisen (eine „Grapengießer-Straße“ in Stettin). Ludeke Gropenghetere 1416. (Braunschw.)
Gräper s. Gröper.
Gräser III. ein „Grasmäher“ (für Wiesen, bes. Stadtwiesen, angestellter Beamter). Dasselbe wohl Graßmann.
Grasmuck III. zu den Vogel-N., „Grasmücke“. Die bekannte Opernsängerin Grossi hat sich aus Grosmuck veritalienert.
Grathwohl s. Gerathewohl.
[S. 146]Graupner, Gräupner III. 1) „einer aus Graupen“ (in Böhmen) 2) „Händler mit Graupen“ (Hülsenfrüchten).
GRAW I. ahd. grâo, mhd. grâ „grau“ (wohl von der dunkeln Waffenfarbe).
Grebe, Greff s. Graf.
Greem s. Grim.
Greger s. Gregorius.
Gregorius II. griech. der „Wachsame“; der h. Gregorius, den großen Kirchenlehrern Ambrosius, Augustinus, Hieronymus als der vierte doctor ecclesiae zugezählt, gest. als Bischof von Rom, Gregor I. oder der Große 604.
Greifentrog III. Satz-N. „greif in den Trog“, von einem, der etwas unbescheiden zulangt.
Greiffenklau III. seit 1192 genanntes mittelrheinisches Geschlecht.
Greifzu III. Satz-N. Vgl. Dr. Grypto Rein. Vos 4156.
Greim-, Gremm- s. Grim.
Grempler III. „Trödler“.
Greuth III. s. Gereuth.
Grev-, Grew- s. Graf.
Grichbaum s. Kriechenbaum.
Grickel s. Agricola.
Griem- s. Grim.
Griepentrog s. Greifentrog.
Gries III. ahd. grioȥ, mhd. grieȥ „Kiessand, sandiges Ufer.“ Joh. dictus an dem griese. Auch häufiger ON.
Grieshaar III. niederd. „Grauhaar“.
Grillparzer III. „einer aus Grillparz“ (O. 3 mal im Erzherz. Österreich).
GRIM I. altnord. und angels. grîma „Helm“, mischt sich aber z. T. mit ahd. mhd. grim „grimm“.
Gripenkerl III. Satz-N. niederd. „greif den Kerl“, Beiname von Gerichtsdienern und Bettelvögten. Vgl. Greifzu.
Grobengießer s. Grapengießer.
Gröger s. Gregorius.
Grohnert s. Gron.
Grolf s. Gar (V.).
Grolms, Grommes s. Hieronymus.
GRON I. ahd. gruoni, mhd. grüene, altsächs. grôni „grün“ (wohl in dem Sinne von lebensfrisch).
Grön- s. Gron.
Gropengießer s. Grapengießer.
Gröper III. „Grapengießer“ („Gröpergasse“ in Halberstadt). Auch Gräper.
Gröppel s. Hrod (zweist. K.).
Groß III. ahd. mhd. grôȥ, altsächs. grôt.
[S. 147]Großkurz III. I. 1567: Grotecordes (Braunschweig, Schütte).
Grotefend III. „großer Knecht“ s. Fend.
Grotegut s. Hrod (V.).
Grothe s. Groß.
Grothwohl s. Gerathewohl.
Grotjan s. Groß.
Grott- s. Hrod (einst. K.).
Grube III meist auf ein Bergwerk bezüglich; doch auch Sand- usw. Grube, Grube zum Wildfangen. ON. einfach und in Zss.
Grulms s. Hieronymus.
Grün a) I. s. Gron b) von der Farbe der Kleidung (S. 46 Jan Grön).
Grun-, Grün- s. Gron.
Grundt, Grundmann III. einer „der im Grunde wohnt“, Gegensatz zu Berg, Bergmann. (So wurden in einem dem Verf. bekannten Falle zwei bäuerliche Besitzer in demselben Dorfe, die beide Runge hießen, unterschieden als „Bergrunge“ und „Grundrunge“). So auch Grundkötter; Grundmeyer.
Grüth- s. Gereuth.
Grütter s. Grützner.
Gruttke s. Hrod (einst. K.).
Grützner III. „Grützmüller“.
Gschwandtner III. „einer aus Gschwand“ (Bayern, Österr.) von schwenden, ahd. suandian, schwinden machen = ausroden durch Feuer.
Gsell, Gsöll s. Geselle.
Gubbe, Gube s. God (zweist. K.).
Gückel, Gude s. God (einst. K.).
Guerle s. War (einst. K.).
Gugelfuß III. „Kugelfuß“ d. i. Klumpfuß. Auch Kaulfuß.
Guggimoos III. „Moor, wo sich die rote Wasserkröte (Guggi) häufig findet“. (Buck). Davon auch: Guggimoser.
Gümbel, Gumb- s. Gund (V.).
Gumm-, Gump- s. Gund (V., zweist. K.).
GUND I. ahd. gund, kunt „Krieg“ (noch im ital. gonfalone aus gundfano Kriegsfahne). Seit dem 3. Jh. in N. nachweislich. Die mit K anlautenden N. lassen sich auch durch Kun erklären.
Gündell s. Gund (einst. K.).
Günnewig s. Gund (V.).
Güns-, Gunschke s. Gund (einst. K.).
Gunt-, Günth- s. Gund (V., einst. K.).
[S. 148]Güßwein s. Goz.
Güntsch, Guntz, Günz- s. Gund (einst. K.).
Gürtler III. „Verfertiger von Gürteln“. Auch Girtler (Wien).
Gut III. auch Guth, vgl. Frid. der gute 1304. — In mancherlei Zss.: Gutbier. Gutgesell. Guthknecht. Gutkind. Gutsjahr (Gutjar 1295). Gutzeit. — Gutsmuths.
Gut-, Güt-, Gutsch s. God (einst. K.).
Gutschebauch III. wohl von schwäb. „gautschen“, d. i. wiegen, schaukeln.
Gutsmuths III. Gen. „gutes Mutes“ (mit dem urspr. und richtigeren Gen. der starken Biegung).
Auch im Nom. Guthermuth, vgl. Tvmmermuot 1327.
Gutz-, Gütz- s. God (einst. K.).
Gygas III. lat. gigas „Riese“.
Gysi s. Gis.
H.
Haab- s. Had (zweist. K.).
Haack- s. Hag (V., einst. K.).
Haag s. Hag (einst. K.).
Haak a) I. s. Hag b) III. niederd. „Höker“ (so z. B. noch in dem Stralsunder Kataster von 1845). — Zss. Bierhake (Bierhöker?).
Haan s. Hahn.
Haape s. Hath (zweist. K.).
Haar- s. Hari (V., einst. K.).
Haar III. als Körperteil in mannigfachen Zss. Vgl. nord. König Harald Harfagr (Haarschön).
Haarnagel s. Hard.
Haas III. s. 1) Hase 2) Hose.
Hab-, Habb- s. Hath (V., zweist. K.).
Habedank III. Satzname (schon bei Walther v. d. Vogelweide als Appellativum: „Swelch schoene wîp mir denne gaebe ir habedanc“). Als FN. auch gekürzt Hadank.
Habekost III. aus Haveckhorst („Habichtshorst“) 1484, Havekost 1532. Auch Hafekost; Haffekost. Noch 1890 Hawickhorst (Oldenb.).
Habenicht III. Satzname „habe nichts“ (ein „Herr von Habenichts“).
Habenschaden III. Satzname „habe den Schaden“, für jemand, der sich unvorsichtig in Gefahr begeben hat.
Haber III. die eig. hochdeutsche F. (mhd. haber), wofür jetzt in der Schriftsprache das niederd. „Hafer“ durchgedrungen ist.
Haberecht III. Satzname „habe Recht“, ein rechthaberischer Mensch (doch s. auch Hath).
Häberlein s. Hath (V.).
Haberstolz III. entstellt aus Oberstolz (Overstolz altes Patrizier-Geschlecht in Köln). S. Andresen, Konkurrenzen.
Habicht III. der bekannte Raubvogel, mhd. habich (könnte aber als FN. aus ad. Habicho entstanden sein, s. Hath zweist. K.).
Hablützel III. Satzname „habe wenig“ vgl. Habenicht. Auch Hablitzel.
Hach- s. Hag (V., einst. K.).
Hachmeister III. nach Vilm. aus „Habichtmeister“ d. i. Abrichter der Stoßvögel zur Jagd. (Ahd. hapuh, mhd. habech zsgz. in Hach s. Buck, Flurnamen S. 69.).
Hack-, Häck- s. Hag (V., einst. K.).
Had-, Häd- s. Hath (V., einst. K.).
Hadank s. Habedank.
Hadd- s. Hath (einst. K.).
Hadrianus II. lat. „einer aus der italienischen Stadt Hadria“, N. eines römischen Kaisers, dessen Vorfahren daher stammten, und mehrerer Päpste.
Hafemann nicht mit Pott zu Hafen, sondern niederd. „Hofmann“, vgl. Klempin, Diplom. Beitr. S. 623: Hauelude (Hofgesinde), Hauemarschalk (spr. Have-), Hauemeisterinne.
Hafenbrädl s. Braten.
Hafer s. Haber.
Hafner III. ahd. hafanâri, mhd. havenaere „Töpfer“ — die süddeutsche Bezeichnung, wie z. B. in München die Innung der „Hafner“, auch ein „Hofhafnermeister“, in Augsburg ein „Hafnerberg“, während Töpfer mitteldeutsch ist.
[S. 149]Haff- s. Hath (V.).
HAG I. ahd. hag. hac, mhd. hac „Einhegung, Hag, umhegter Ort“ (s. Tac. Germ. 16).
Hag-, Häg- s. Hag I. (V., einst. K.).
Hag III. ahd. hag, hac, mhd. hac, dessen älteste Bed. nach Förstemann (ON. S. 57) Wald oder Busch; aus dieser entwickelte sich die eines schützenden Busches, einer Einhegung und dann erst die eines eingehegten Raumes selbst: „Gehege, Wohnort“. In ON. -hag, -haag; -heeg.
HAGAN I. Erweiterung von Hag I.
-hage s. Hag III.
Hagedorn III. mhd. hagendorn, hagdorn.
Hagemeister III. „Hegemeister, Förster“. Niederd. Hagemester.
Hagen- s. Hagan (einst. K.).
Hagen III. ahd. hagan, mhd. hagen der „zum Einhegen bes. passende Dornstrauch“, aber ursprünglicher das Buschwerk überhaupt. In ON. seit dem 9. Jh. nachweislich. Jetzt tausende von Örtern auf -hagen (so an der mecklenburgischen und pommerschen Küste in langer Folge von Mecklenburg bis zur Kassubei); doch läßt sich kaum nachweisen, welche davon hierher und welche als Dativ Plur. zu Hag zu setzen sind (der Umstand, daß die bezeichneten mecklenburgischen und pommerschen Ö. meist langgestreckte Dörfer — bis zur Länge einer halben Meile — sind, dürfte wenigstens bei diesen für den Plural sprechen = „zu den Gehegen“). Hagen findet sich auch als Straßenbezeichnung, z. B. in Stralsund: Flachshagen, Reperhagen, Zipollenhagen u. a.
Aus -hagen wird durch Zusammenziehung -hain (wie auch der Gattungsname „Hain“ daraus entstanden ist), woneben noch eine F. auf -hahn herläuft. Den FF.-Übergang zeigt unter a. ein hessischer Ort, der 1264 Glimenhagen, 1297 Glimenhahn, im 15. Jh. Glimenhain, jetzt Gleimenhain heißt.
Hägenbarth zu Hagen (V.).
-hager, -häger s. Hagen III.
Hagn s. Hagan (einst. K.).
Hagner s. Hagan (V.).
Hahl s. Hag I. (einst. K.).
Hahn a) I. s. Hagan (einst. K.) b) III.
-hahn s. a) Hagen III. b) Hahn.
Hahn-, Hähn- s. Hagan (V., einst. K.).
Hährich s. Hag (V.).
-hai s. Hei.
HAID I. got. haidus, ahd. mhd. heit „Art, Wesen“ (auch Rang und Stand).
Haide III. got. haithi, ahd. heida, mhd. heide ein mit Strauchwerk und Dornen bewachsenes „unbebautes Feld“. In ON. Haid, -haid; Heide, -heide.
Haigis s. Hag I. (V.).
HAIL I. got. hails, ahd. mhd. heil „gesund, unverletzt“; Hauptw. ahd. heil.
HAILAG I. ahd. heilag, mhd. heilic, altsächs. hêlag, hâlag „unverletzlich, heilig“ (von „Heil“).
Hain s. Hagan (einst. K.).
-hain s. Hagen III.
Hak– s. Hag I. (V., einst. K.).
Hake III. 1) „Höker“, Kleinhändler mit Lebensmitteln 2) Gerät. Zss. Fetthake. Feuerhake.
Halbrehder III. doch wohl = Halbritter, vgl. Halbritter 14. Jh., Halfridder proconsul in Grifenbergh (Kalendarium des Karteuser-Klosters Marienkron bei Rügenwalde — seit 1430 zu nekrologischen Aufzeichnungen benutzt).
Halbuer s. Hallbauer.
Halbwachs III. „halberwachsen“. Schon 1388 Cunrad Halbwahs. Auch Hallwachs.
Halde III. ahd. halda, mhd. halde „Abhang eines Berges“ (bes. im südwestl. Deutschland).
Haleff s. Hath (V.).
HALID I. ahd. helid der „Held“. Halidegastes 3. Halidrich.
[S. 152]Hallbauer III. 1) „Halbbauer“, der nur einen halben Hof besitzt, im Gegensatze zum Vollbauer. Niederd. Halbuer.
2) „einer aus Hallbau“.
Hallich, Halke s. Hailag.
Hallwachs s. Halbwachs.
Hals III. als Körperteil in den Zss.
Halt- s. Ald (V., einst. K.).
Haltanderheide III. Satz-N., ein Reisiger, der an der Heide hält (doch wohl, um Vorüberziehende anzugreifen).
-halter s. Halde.
HAM I. ahd. altsächs. hamo „Hülle, Decke, Kleid“ im Sinne von Waffenrüstung. Hamadeo 5.
HAMAR I. ahd. hamar, mhd. hamer „Hammer“ — wohl mit Bezug auf den Hammer des Donar, den Miölnir, mit welchem dieser Gott die Riesen zerschmettert (Blitzstrahl). Hamerard. Hamarolf.
Hambrecht s. Hagan (V.).
Hamel, Hamm- s. Ham.
Hammer s. 1) Hath (V.) 2) Hamar.
Hammer III. 1) als Werkzeug 2) in ON., ein Hammerwerk bezeichnend; hat auch vielen O. den Namen gegeben, wo längst kein solches Werk mehr besteht, z. B. Silberhammer bei Danzig.
-hammer s. 1) Hammer III., bes. Werkzeug 2) Heim III.
Hampe s. Hagan (zweist. K.).
Hampfstengel III. deutlicher Pflanzen-N.
Han-, Hän- s. Hagan (V., einst. K.).
Hanbut III. die „Hagebutte“ oder Hainbutte (wilde Rose und deren Frucht).
HAND I. got. handus, ahd. mhd. hant „Hand“. Handwin. Handolf.
Hand III. der Körperteil (s. das Vorhergehende). Liebhard mit der Hand 1383.
Handrick s. Hagan (V.).
Handschuh III. zu den Kleidungsstücken (S. 45).
Hane- s. Hagan (V.).
Hän- s. Hagan (einst. K.).
Hanffstengel III. zu den Pflanzen-N.
Hanke s. a) I. Hagan (einst. K.) b) II. Johannes 5.
Hann- s. a) I. Hagan (V., einst. K.) b) II. Johannes 4.
Hannes, Hans s. Johannes 5.
Hantel s. Hand I.
Häntzsche, Hanzo s. Hagan (einst. K.).
Hap-, Häp-, Happ- s. Hath (V., zweist. K.).
Här- s. Hari (einst. K.).
Harb- s. Hari (V.).
HARD I. got. hardus, ahd. mhd. hart „hart, fest, stark“ (vgl. das urverwandte griech. κρατὺς und das von dem deutschen abgeleitete franz. hardi). Schon seit dem 3. Jh. in EN. nachweisbar.
Harder s. a) I. Hard b) III. Herter.
Haren s. Hari (einst. K.).
Hareng III. franz. Familie aus der Bretagne, nannte sich in Deutschland Häring (so in Soldin) — daher der Romandichter Wilhelm H. (Willibald Alexis).
Hargens s. Hari (einst. K.).
HARI I. got. harjis, ahd. hari, heri, mhd. her „Heer“. Seit dem 1. Jh. in EN. nachweisbar (Cariovalda Bataverfürst).
Harig, Haring, Hark- s. Hari (einst. K.).
Harl- s. Hari (V., einst. K.).
Harm- s. Hari (V.).
Harnack III. aus Hartnack, niederd. Hardenack.
Harnisch III. mhd. harnas, harnasch, harnisch, aus dem keltischen haiarnaez Eisengeräte — später eingeführtes Wort statt des deutschen brünne (s. Brun). Wernher dict. Harnasch 1362.
Harnischfeger III. „der den Harnisch fegt“ d. i. poliert, blank macht, reinigt; dann = Harnischmacher.
Harprecht s. Hari.
Harr- s. Hari (V., einst. K.).
Harras III. „Stallmeister“, zugleich Aufseher über Harnisch und Waffen (von haracium Stuterei). Vgl. Schillers Tell: Rudolph der Harras. Auch ON.
Hart- s. Hard (V., einst. K.).
Härt- s. Hard (V.).
Hartfaust III. Zss. mit Faust (geballte Hand), niederd. Hardevust (Klemp.).
Hartog s. Herzog.
Hartz s. Hard (einst. K.).
Harw- s. Hari (V.).
Hase a) I. zu verschiedenen Stämmen: Hath, Hass. b) III. das bekannte Tier (in der Tierfabel: Lampe) vgl. franz. FN. Liepvre, Lelièvre. Thomas der Hase 14. Jh.
Die Zusammensetzungen, in denen Hase den ersten Teil bildet, sind ziemlich zahlreich:
Hasenclever III. niederd. „Hasenklee“, vermutlich = Sauerklee, auch Hasenkohl genannt — doch da es in der Rheinprovinz einen O. Hasenclev gibt, besser darauf bezogen.
Hasenschlaf III. der einen „sehr leisen Schlaf“ hat, ähnlich den Hasen, die, wie man sagt, mit offenen Augen schlafen.
HASS I. zum Volksnamen der „Hessen“.
Haßdenpflug III. Satz-N. „hasse den Pflug“ (ein Bauer, der des Pfluges überdrüssig ist).
Haßdenteufel III. Satz-N. „hasse den Teufel“ (s. Teufel).
Hassel- III. niederd. „Hasel“ corylus, in Zss. wie Hasselbrink, -horst, -kamp, -meyer.
Hassenkrug III. Satz-N. „hasse den Krug“, ein Wirtshausfeind.
Hassenpflug s. Haßdenpflug.
Hassenteifel s. Haßdenteufel.
Hassenwein III. Satz-N. „hasse den Wein“, ein Wassertrinker.
Hassesang III. Satz-N. „hasse den Sang“, ein Sangesfeind.
Hastenpflug: s. Haßdenpflug.
Häterich s. Hath (V.).
HATH I. (got. hathus) ahd. hadu, angels. headho „Krieg“. Schon im 1. Jh. (Catualda).
Hatje s. Hath (einst. K.).
Hatt- s. Hath (V., einst. K.).
Hatz- s. Hath (einst. K.).
Haub- s. Hug (V., zweist. K.).
Haube III. zu den Kleidungsstücken (Waffen, vgl. Sturmhaube).
Haubenschmidt III. „Verfertiger von Sturmhauben“, vgl. Joh. faber galearum 1347.
Hauber III. „Verfertiger von Sturmhauben“. Auch Heuber — Haubner — Heubner.
Hauenhut III. Satz-N. „hau (in) den Hut“; verkürzt Hauhut.
Hauenrand III. Satz-N. „hau den Rand“ (Schild), s. das Folg.
Hauenschild III. Satz-N. „hau den Schild“, Bezeichnung eines tapfern Kriegers.
Hauer, Hauert s. Hug (V.).
-hauer III. der etwas „haut“ (niederhaut, zuhaut, verfertigt), in einer Menge Zss., die sich meist von selbst erklären.
Hauffe s. Hug (zweist. K.).
Hauffschild s. Hauenschild.
Haug, Hauhardt s. Hug.
Hauk- s. Hug (einst. K.).
Haumersen s. Hug (V.).
Haun- s. Hun (V., einst. K.).
Haupers s. Hug (V.).
Haupt a) I. s. Hug (Hugibald, -bodo) b) III. got. haubith, ahd. haubit, mhd. houbet:
1) als Körperteil, auch in mannigfachen Zss. — Piscator, qui vocatur Durrehoubith 1256. Joh. Hoybit 1339. z. T. durch Häuserzeichen vermittelt (S. 60).
2) in Bergnamen und für Quelle (z. B. Brunhoibet 13. Jh.), ON. bildend auf -haupt, -haupten.
Niederd. -höft (mit langem ö), in mancherlei Zss., die wohl meist Ortsbezeichnungen sind.
[S. 156]Hauptmann III. „Burghauptmann“.
Haurand III. Satz-N. „zerhaue den Rand“ d. i. den Schild (mhd. rant), älterer Ausdruck als Hauschild.
Haus-, Häus- s. Hus.
Haus III. ahd. mhd. altsächs. hûs. Schon bis zum J. 1100 sind nicht viel weniger als tausend ON., die dies Wort enthalten, überliefert. Neuhochd. -haus — niederd. -hus, in anderer Schreibung -huus, -hues.
Häufig tritt Haus im elliptischen Dativ Plur. auf: (diu stat) ze den nordhusen „(die Stadt) zu den Nordhäusern“, daraus gekürzt: Nordhusen. Daher nhd. die ON. auf -husen, -hausen (die auf -hus, -husen endigenden sind in der Schriftsprache jetzt sehr beschränkt, wohl eigentlich nur noch niederd.).
Merkwürdig sind die Abkürzungen, die bei der Länge dieser Bildungen auf -hausen (häufig fünfsilbig: Mengeringhausen, Eddigehausen) hier in besonderem Maße Platz gegriffen haben. Hunderte von N. zeigen jetzt nur noch ein -sen, wie Evereshusen jetzt Eversen, Elidagshusen — Eldagsen, Otinhusen — Ottensen, Amelungshusen — Amelunxen, während in andern Fällen beide Formen, die vollständige und die zusammengezogene, neben einander stehen: Holzen neben Holthausen (im Kreise Iserlohn).
Hauschild s. Hauenschild.
-hause s. Hose.
-hausen s. Haus.
[S. 157]Hauser s. a) II. Balthasar b) III. „einer aus Hausen“.
-hauser, -häuser s. Haus.
Häusler III. im östlichen Mitteldeutschland 1) ein Landmann, der ein eigenes Haus, aber wenig oder gar keinen Acker besitzt, 2) ein Dörfler, der im fremden Hause zur Miete wohnt, Tagelöhner.
Hausmann III. mhd. hûsman 1) „Vorstand einer Haushaltung“, bes. einer ländlichen 2) „Hausbewohner, Mietsmann“ 3) „Wächter und Schließer eines Hauses“, bes. Burgwart. Vgl. das mittelalt. lat. husimanni im 12. Jh. „zinspflichtige Hofleute“.
-haußen s. Haus.
Haute III. niederd. Satz-N. „hau zu“ — auch Hautau.
Hautop s. Hotopp.
Hautz s. Hug (einst. K.).
Havemeister s. Hofmeister.
Hawig s. Hath (V.).
Hay- s. 1) Hag (V., einst. K.) 2) Haid (V.).
Hayduck s. Heyduck.
Hayn- s. Hagan (V., einst. K.).
Haza v. Radlicz III. ein jetzt westpreußisches Geschlecht, urspr. Hase, aus Radlitz bei Steinau stammend, änderte seinen Namen so in Polen um (Winckler, Nationalitäten Pommerellens S. 91).
Heb- s. Hath (V., zweist. K.).
Hebbel s. Hath (zweist. K.).
Hebenkrieg III. Satz-N. „einer, der den Krieg anhebt“.
Hebenschimpf III. Satz-N. „der den Scherz anhebt“, Spaßmacher.
Hebenstreit III. Satz-N. „der den Streit anhebt“ (Michel Hebdenstreit 1591) — auch Hebestreit.
Hebetanz III. Satz-N. „Vortänzer“.
Hech-, Heck- s. Hag (V., einst. K.).
Hecht III. „Hecht“ Wienand Heketh 1316 (Lipp. Reg.).
Hecker a) I. s. Hag b) III. „Gärtner“.
Hed- s. Hath (V., einst. K.).
Hedd- s. Hath (einst. K.).
Heer- s. Hari (V., einst. K.).
Heg- s. Hag (V., einst. K.).
-hege s. Hag III.
Heger a) I. s. Hag b) III. „Forstaufseher“.
Hehn s. Hagan (einst. K.).
Hehrlin s. Hari (einst. K.).
Hei III. ahd. heio, mhd. heie der „Heger, Aufseher, Hüter“.
Heiartz, Heib- s. Hag (V.).
Heicke s. Hag (einst. K.).
Heid- s. Haid I.
-heide, -heider, -heidt s. Haide III.
Heidorn s. Hagedorn.
Heier, Heigis s. Hag (V.).
-heier s. Hauer.
Heil- s. Hail.
Heiligensetzer III. „der Heiligenbilder aufstellt“.
Heilmeyer III. „M., der ein heiles Erbe hat“, Vollhüfner.
Helm- s. 1) Hag (V.) 2) Heim I.
-heim, -heimb s. Heim III.
HEIM I. got. haims Dorf. ahd. mhd. heim „Haus, Heim“.
Heim III. got. haims Dorf, Flecken, ahd. mhd. heim „Haus, Heim“ (altsächs. hêm, angelsächs. hâm, dah. engl. -ham). An ehrwürdigem Alter können sich die hiermit gebildeten ON. denen auf -burg an die Seite stellen: Βουίαιμον 1. Jh., Τευριοχαίμαι 2. Jh. Der sich schon in alter Zeit ent[S. 158]wickelnden Formenfülle steht eine gleiche in den neueren ON. gegenüber.
Die gewöhnliche, tausendfach wiederkehrende Gestalt (in dem Elsaß und der Schweiz die einzige) ist -heim, demnächst ziemlich häufig -ham (bes. in Oberbayern, in merkwürdiger Übereinstimmung mit den englischen ON. auf -ham, der Art, daß ganz unbedeutende bayrische u. österreichische Dörfer mit berühmten englischen O. im Namen zusammenfallen, wie Durham, Graham) — selten -hem. Mit Schwinden des anlautenden h: -am, -em, -im; -um, -om (nordwestdeutsch und flandrisch z. B. Dahlum, älter Dalehêm). Zuletzt abgeschliffen in -en (Holzen aus Holzheim).
Aus -heim (ham) mit vorausgehendem K-Laut (-incheim) entwickelt sich -kam (z. B. Zeiskam in Rheinbayern, 1109 Ceizencheim).
-heimer s. Heim III.
Hein- s. Hagan (V., einst. K.).
Heinevetter III. „Vetter Heinrich“ vgl. niederdeutsch Jacobohm, Trinatante.
Heinitz s. a) I. Hagan b) III. ON.
Heipt s. Hag (V.).
Heis- s. Haid.
-heiser s. Haus.
Heister III. junger Buchenstamm (davon franz. hêtre), in Zss. wie Heisterkamp — Hestermeyer. Buchheister.
Heit- s. Haid.
Helb- s. Hild (V., zweist. K.).
[S. 159]Helders s. Hild (V.).
Helf- s. 1) Hild (V.) 2) Hilp.
Helgenmacher III. „Verfertiger von Heiligenbildern“.
Hell s. Hild (V., einst. K.).
Hellenbrecht, Hellm- s. Helm.
HELM I. got. hilms, ahd. mhd. helm „Helm“ (von helan „hehlen“ d. i. bergen, schützen).
Helwert s. Hild (V.).
-hem s. Heim.
Hemberle, Hemmerding, Hemper s. Hagan (V.).
Hemme s. Ham.
Hemptenmacher III. „der Himten macht“, mittelniederd. hemete ein Getreidemaß. Himptenmacher 1667.
Hend- s. Hagan (V.).
Henk-, Henle s. Hagan (einst. K.).
Henkord = Henne Kordes (Preuß).
Henn- s. a) I. Hagan (V., einst. K.) b) II. Johannes 5.
Henold, Henrich s. Hagan (V.).
Hens- s. a) Hagan (einst. K.) b) Johannes 4.
Henschel s. Hagan (einst. K.).
Hente s. Hand I.
Hentrich s. Hagan (V.).
Henz- s. Hagan (einst. K.).
Hepp- s. Hath (zweist. K.).
Her- s. Hari (V., einst. K.).
Herb- s. Hari (zweist. K.).
Herbst III. ahd. herbist, mhd. herbest eigentl. die Jahreszeit der Früchte (vgl. griech. καρπός, lat. carpo). Jacob dict. Herbist 1315.
Herd- s. Hard (V., einst. K.) — doch
Herdegen s. Hari.
-herder s. Herter.
Hering a) s. Hari (einst. K.) b) III. der bekannte Fisch, altniederd. Harink. Zss. Vollhering.
Hermeler s. Hari (zweist. K.).
Herold a) I. s. Hari (V.) b) III. der „Herold“.
Herpp s. Hari (zweist. K.).
Herpffer III. mhd. harpfaere, härpfer „Harfner“.
Herr- s. Hari (V., einst K.).
Herrgott III. von gewohnheitsmäßigem Ausruf (vgl. Simmergott u. a.) — wenn nicht von Herigaud (s. Hari).
Herrnschwager III. „Hahnrei eines Vornehmen“ (Vilm.).
Hert- s. Hard (V., einst. K.).
Herter a) s. Hard (V.) b) III. mhd. hertaere „Hüter der Gemeindeherde“ DW.
Herz III. 1) ahd. herza, mhd. herze das „Herz“, bes. wohl in Zss. wie Gutherz.
2) Hirsch s. Hiruz.
-herz a) I. Gen. von -hart, -hert (s. Hard auslautend) b) III. Zss. mit „Herz“ (s. das Vorhergehende).
Herzog III. mhd. herzoge „Heerführer“ (wie magezoge „Knabenführer, Erzieher“) s. übrigens S. 42. Hermen de Hertoge 1330.
Hespe III. „einer aus Hesepe oder Hespe“ (in Hannover).
Hess-, Heß s. Hass.
Hesse s. a) I. Hass b) III. „Hesse“.
Hester- s. Heister.
Hett- s. Hath (V., einst. K.).
Hetsch, Hetz s. Hath (einst. K.).
-heu s. Hei.
Heubaum III. „Baum“ (Balken), der oben über den beladenen Heuwagen gelegt wird.
Heuber, Heubner s. Hauber.
Heubes s. Hug (zweist. K.).
-heuer s. Hauer.
[S. 160]Heug- s. Hug (einst. K.).
Heun- s. Hun (V., einst. K.).
Heus- s. Hus.
-heuser s. Haus.
Hey s. a) I. Hag (einst. K.) b) III. Hei.
Heybold s. Hag (V.).
Heyckel s. Hag (einst. K.).
Heyd- s. Haid (V., einst. K.).
Heydorn s. Hagedorn.
Heyduck III. N. eines „ungarischen Volksstammes“; „Bedienter“ (Läufer). Auch Heuduck.
Heyer s. Hag (V.).
Heyken s. Hag (einst. K.).
Heyl- s. Hail.
Heym s. Heim.
Heymann a) s. Hag (V.) b) jüdischer N.
Heymer s. Hag (V.).
Heyne s. Hagan (einst. K.).
Heypertz, Heyrich s. Hag (V.).
Hib-, Hibb- s. Hild (zweist. K.).
Hick- s. Hild (einst. K.).
Hidd- s. Hild (V., einst. K.).
Hieb- s. Hild (zweist. K.).
Hiecke s. Hild (einst. K.).
Hied- s. Hild (V., einst. K.).
Hientzsch s. Hagan (einst. K.).
Hieronymus II. griech. „einen heiligen Namen führend“; der h. Hieronymus, der gelehrteste unter den Kirchenvätern des Abendlandes, gest. in einer Zelle bei Bethlehem 430 n. Chr.
Hies- s. Matthias.
Hietzschold s. Hild (einst. K.).
Hil- s. Hild (V., einst. K.) — bei Hilf- s. zugleich Hilp.
HILD I. (s. S. 14) zu ahd. hiltja, altsächs. hild „Kampf“ (vgl. die altnord. Walküre Hildr). Sowohl anlautend als auslautend einer der häufigsten Wortstämme; erste Spur Thusnelda 1. Jh. Die fränkischen N. mit scharfem Hauch im Anlaut: Childerich.
HILP I. got. hilpan, ahd. helfan „helfen“.
Himmelfahrt III. zu den Zeitnamen, ahd. himilfart. Dagegen Himmelreich häufiger ON. (32 mal Rud.)
Himmrich s. Heim.
Hin- s. Hagan (V., einst. K.).
Hinckeldey, Hinckelthey s. Angil.
Hingst III. niederd. „Hengst“.
Hinnen III. urspr. Dahinden (Tobler-M.).
Hipp- s. Hild (V., zweist. K.).
HIR I. got. hairus, altsächs. heru „Schwert“ (auch im Volks-N. der Cherusker). Hiribert. Hiriger.
-hirn s. Horn III.
Hirsch a) I. s. Hiruz b) III. wohl meist durch Vermittelung von Häuser-N. — in jüdischen FN. besonders beliebt, nach dem Segen Jakobs (1. Mos. 49, 21). Auch Hersch. Franz. Cerf.
Hirschsprung III. ON. (im Kgr. Sachsen).
Hirsing s. Hiruz.
Hirte III. got. hairdeis, ahd. hirti, mhd. hirte.
HIRUZ I. ahd. hiruz, mhd. hirz der „Hirsch“. Hirizpero 11.
Hiß, Hitschke s. Hild (einst. K.).
Hitt- s. Hild (V., einst. K.).
Hitz- s. Hild (einst. K.).
Hitzig III. der getaufte Sohn des Hofbankiers Itzig in Berlin nannte sich Hitzig.
HLOD I. zur Wurzel hlu hören (ahd. hlût „laut“) — doch mit dem Sinne des griech. κλυτός, lat. (in)clytus „berühmt“, welche sich nach dem Gesetze der Lautverschiebung mit hlod decken. (Berührt sich schon früh so nahe mit liud, daß eine sichere Scheidung in den wenigsten Fällen, hauptsächlich nur bei den mit K und G anlautenden FF., die nur zu Hlod gehören, stattfinden kann).
Ho- aus Hoch abgeschliffen in Hobaum, Hobusch, Hometer u. a. (vgl. Elbinger Urk.: Pauwel von Rusdorff homeister 1431 d. i. Hochmeister). Doch wird auch Hof- mitunter in Ho- abgeschliffen (s. Hofmeister).
Hob- s. Hoh.
Hobb- s. Hug (zweist. K.).
Hobein III. = Hochbein.
Höbel, -höbel s. Hübel.
Hoch- s. Hoh.
Hocker, Höcker s. Hug (V.).
Hodemacher III. rein niederd. Hodemaker „Hutmacher“.
Hof III. jetzt wie in alter Zeit ein eingehegter oder eingezäunter Raum — in hunderten von alten und tausenden von neueren ON.: Hof, -hof, -hofen (elliptischer Dat. der Mehrzahl, ahd. hovum, abhängig zu denken von einem Verhältniswort).
-höfel s. Hübel.
-hofen, -hofer, -höfer s. Hof.
Höfener s. Huber.
[S. 163]Hofer III. 1) ein „zu einem Herrenhofe gehöriger Untertan“ vgl. Eberhard von dem Houe 1287. Fridrich und Otte die Hofer 1291 2) Ableitung von dem ON. Hof.
Hoffartz s. 1) Hoh 2) Hug.
Hoffendrunk III. Satz-N. „hoffe einen Trunk“, ein Spielmann, der auf einen Trunk hofft.
-höffer s. Hof.
Hoffert s. Hoh.
Hoffmann s. Hofmann.
Hofmann III. ahd. hovaman, mhd. hoveman 1) jemand, der als „Ingesinde“ am Hofe eines Fürsten lebt (in diesem Sinne auch Höfling, welches ebenfalls FN.) 2) der einen Hof (Gehöft) bewohnende Bauer, „colonus; rusticus, qui colit fundos“ = Hofsäß.
(Daß Hoffmann trotz dem ff nichts mit „hoffen“, niederd. hapen, hapeninge zu tun hat, demnach nur im Scherze mit dem griech. Elpenor übersetzt werden kann, beweisen die niederd. FF., die das f (v) bewahren: Houeman d. i. Hoveman, Hoffmann Klemp.).
Hofmeister III. mhd. hovemeister 1) hochgestellter Beamter bei Hofe, „Aufseher über die Hofdienerschaft“, Ceremonienmeister 2) „Aufseher über die Knechte eines Gutes“ (in Vorpommern und Mecklenburg „Statthalter“).
Hög s. Hug (V., einst. K.).
Hoge, Hög- s. Hug (einst K.).
Hogenkamp III. niederd. „(auf dem) hohen Kamp“. Abgekürzt Hokamp.
Hogrebe, -fe = Hochgrebe s. Graf.
HOH I. got. hauhs, ahd. mhd. hôh „hoch“ (in FN. schwer von hug zu trennen).
Hohn III. got. hauns, ahd. hôni „niedrig“ (woher nhd. Hauptw. „Hohn“). In ON. Hohn, -hohn; Hohne.
Hierher gehören wohl mehrere in Westf. vorkommende FN. auf -höhner, außer dem einfachen
Höhn- s. Hun (einst. K.).
Hohnschop III. niederd. „mit hohem Haarschopfe“ (Pott S. 592).
Holb- s. Huld.
Hokamp s. Hogenkamp.
Hold-, Höld- s. Huld.
Holderbaum s. Hollunder.
Hölger, Holk, Holl- s. Huld.
Holland III. FN. — davon Hollenders (Bocholt).
Hollenweger III. (Zürich) „der am Hohlweg“.
Hollinderbaum s. Hollunder.
Höllriegl III. mhd. hellerigel (der die Rückkehr aus der Hölle versperrt) „Höllriegel“.
Höllwarth s. Huld.
Hollunder III. ahd. holuntar, von hol und tar d. i. triu = „Hohlbaum“.
Holm III. in Niederdeutschld. „kleine Insel, Werder“ — häufig in ON.
Holscher, Hölscher s. Holzschuher.
Holsch(en)macher III. = Holzschuhmacher, vgl. Holtscomekere 1380 (Braunschw.).
Holste III. zsgz. aus Holtsate „ein im Holz Ansässiger“, entstellt Holstein (aus der Mehrheit Holtsaten, Holsten), Holsteiner. Altertümlich und dichterisch noch jetzt „Holste, Holstengau“.
Holt niederd. = Holz, in Holtmann, Eickholt, Tenholte.
-hölter s. Holz.
Holtfreter III. niederd. (Vorpommern) „Holzfresser“. Spottname vgl. Fleischfresser.
Holz a) I. durch Umdeutung aus dem für niederd. Gattungsnamen gehaltenen holt u. aus olds entstanden. Helmholtz aus Helmolt und Gen. Helmolds s. Walt.
b) III. Holz im Sinne von „Wald“, nach dem Stoffe, woraus derselbe besteht. In[S. 164] ON. seit dem 8. Jh. nachweislich: Holz, -holz; niederd. -holt.
c) III. Geräte bezeichnend:
Holzapfel III. die Frucht des wilden Apfelbaumes. Heinr. Holzappel 1298.
Holzheuer = Holzhauer s. -hauer.
Holzhey III. „Holzhüter, -aufseher“. Auch Holzheu.
Holzmann III. ahd. mhd. holzman „Holzhauer, Holzhändler“. — Niederd. Holtmann. (Vergriecht Xylander).
Holzsadel III. halbniederd. „Holzsattel“.
Holzschuher III. „Verfertiger von Holzschuhen“, die niederd. gekürzt Holtschen, Holschen heißen (wie die Handschuhe — Hanschen). Holtschuher, Holschuer 1250.
Homann s. Hoh.
Homeister s. Hofmeister.
Homuth s. Hoh.
Homm- s. Hun (V.).
Hon-, Hön- s. Hun (V., einst. K.).
-höner s. Hohn.
Hönerkopf III. halbniederd. = „Hühnerkopf“ (s. Kopf).
Honerla III. 1507: Honderlage (Honder = Hunrich. Preuß 30). S. Lage.
Honn- s. Hun (V., einst. K.).
Höpfner III. der „Hopfenbauer, -händler“.
Hopkes, Höpken, Hopp- s. Hug (zweist. K.).
Höppener, Höppner s. Höpfner.
Hör- s. Hari (V., einst. K.).
HORN I. got haurn, ahd. mhd. horn „Horn“ als Blasinstrument, wozu urspr. Tierhörner verwendet werden.
Horn a) I. s. das Vorhergehende. b) III. „Spitze, Vorsprung“ (des Feldes in den Wald, des Landes ins Wasser, eines Besitztums in die benachbarten Güter). In neuerer Zeit in ON. meist die F. Horn, -horn selbst, ferner -hörn, -hörne (die „Hörne“ in Stolp Bezeichnung einer vorspringenden Häusermasse), am seltensten -hirn.
Horn-, Hörn- s. Horn I.
Horney I. aus Hartnid, 1539 noch Harneith.
Hörndlimann III. (Zürich), Hürlimann vom Berge Hörnli (Tobler).
HORS I. ahd. hros, hors „Roß“. Horserat. Mischt sich mit Hrod.
Horst III. ahd. hurst, mhd. horst „Busch, Gesträuch“ (in dieser Bed. noch in Hebels[S. 165] allemannischen Ged.). In ON. seit dem 9. Jh. nachweislich.
-hörster s. Horst.
Hose III. ahd. hosa mhd. hose „Beinbekleidung“ (Hose oder Strumpf). Vgl. S. 46. In mancherlei Zss. — Grawehose 1370.
Hosius (Osius) III. Übersetzung von Hilliger, das man = Heiliger nahm, während es durch Rückangleichung aus Hildiger entstanden ist.
Hoth s. Aud (einst. K.).
Hotopp III. Satz-N. niederd. „Hut auf“! Auch Hautop — Hotopf (letzteres unrichtig verhochdeutscht, wie Middeldorpf u. a.). vgl. Kappauf.
Hott- s. Aud (V., einst. K.).
Houwald s. Hug (V.).
Hövel, -hövel, Höwel s. Hübel.
-hoven s. Hof.
Hoy s. Hug (einst. K.).
Hoyer s. Hug (V.).
HRABAN I. ahd. hraban, mhd. raben „Rabe“, der heilige Vogel Wuotans (S. 17) — zsgz. hram, ram, ran.
HRING I. ahd. hring, mhd. rinc „Ring“, bes. „Panzerring“ (die Ringpanzer, aus Eisendraht gehäkelt, wurden bis zu Anfang des 14. Jh. getragen, wo der Plattenpanzer sie verdrängte); „zum Kampfe abgesteckter Kreis“.
HROC I. wohl zu got. hrukjan, ahd. rohôn mhd. rohen — auf den Schlachtruf gehend. Vgl. barditus Tac. Germ. 3.
[S. 166]HROD I. zu altnord. hrôdr „Schall, Ruhm“ (vgl. griech. κρότος). In Namen seit dem 5. Jh. nachweislich.
HROM I. ahd. hrôm, hruom, mhd. ruom „Ruhm“.
Hub-, Hüb- s. Hug (V., zweist. K.).
Hübel III. ahd. hubil, mhd. hübel (von „heben“) „Hügel“. In ON. hochd. Hübel, -hübel; niederd. Hövel, -hövel (auf der Linie Münster-Antwerpen).
Huber a) I. s. Hug (Hugubert) b) III. mhd. hubaere (auch mittellat. hubarius) „Inhaber einer Hufe“, ahd. huoba, mhd. huobe, altsächs. hôva (im allgemeinen = 30 Morgen).
(Während in der Schriftsprache die niederdeutsche F. „Hufe“ die hochdeutsche mit b fast ganz verdrängt hat, herrschen, wie obige Aufzählung beweist, in den FN. die hochdeutschen Lautverhältnisse durchaus vor.)
Hübner s. Huber.
Huchel, Hückel s. Hug (einst. K.).
Hucker s. Hug (V.).
Hudtwalcker III. „Hutwalker“.
Hue s. Hug (einst. K.).
-hues s. Haus.
Huff- s. Hug (V.).
Hüff- s. Hug (V., zweist. K.).
Hüfner s. Huber.
HUG I. got. hugs, ahd. hugu, mhd. huge, hüge „denkender Geist“.
Hug-, Hüg- s. Hug (V., einst. K.).
Huhold s. Hug (V.).
Huhn III. ahd. mhd. huon „das Huhn“.
Huhn-, Hühn- s. Hun (V., einst. K.).
-huis s. Haus.
Hül- s. Hild.
Huland s. Hug (V.).
HULD I. got. hulths, ahd. hold, mhd. holt „hold“, urspr. auf das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann gehend: „gnädig — treu ergeben.“ Holdulf.
Hülferding s. Hilp.
Hultsch s. Huld (einst. K.).
Hultscher s. Holzschuher.
Hum-, Hüm- s. 1) Hug (V.) 2) Hun.
HUN I. zu dem Volksnamen der „Hunnen“, ahd. Hûn, mhd. Hiune, auch schon vorher in dem Sinne von „Riese, Hüne“, mit mythologischer Beziehung (S. 18).
Hun-, Hün- s. Hun (V., einst. K.).
Hund a) I. Hundo, Hundpreht u. a. vielleicht zu ahd. hunda „Beute“ — daher vermutlich FN. Hundert (ahd. Honthard) — Hundt (doch schon im 12. Jh. Marquart der Hund). Dagegen b) III. zu „Hund“ canis in Zss. wie FN. Hundskopf. Hundbiß (1344 huntbiss).
Hundemann III. Aufseher über die Jagdhunde, „Rüdenmeister“.
Hundertmark III. von mhd. marke, ein halbes Pfund betragend. Schon 1350 ein Gevert Hundertmark.
Hungerland III. „einer aus Ungerland“.
Hunn, Hünn- s. Hun (einst. K.).
Hunvalfy III. aus Hundsdörfer madjarisiert (S. 69).
Huonker s. Hun (V.).
Hup-, Hüp- s. Hug (V., zweist. K.).
HUS I. got ahd. mhd. hûs „Haus“. Husimunt.
-hus, -husen, Hüser, -hüser s. Haus.
Hüser, Hüsing s. Hus.
Hut III. ahd. mhd. huot, „Hut“ (auch in dem Sinne von Helm).
Huter III. „Hutmacher“. Auch Hutter — Hutterer (südd.).
Hütte III. ahd. hutta, mhd. hütte „Hütte, Zelt“.
Hutz- s. Hug (einst. K.).
Huwald s. Hug (V.).
-huysen s. Haus.
Huyskens s. Hus.
[S. 170]-i I. zur Bildung von Verkleinerungsff. verwendet: Litti aus Liud- (s. S. 23) — auch -y geschrieben: Luty, Ludy (aus Hludio). (In italienischen N. s. S. 92).
Ib- s. Hild (zweist. K.).
-ich a) I. Verkleinerungsendung: Dedich (zu Thiud), Rodich (zu Hrod).
b) III. End. v. ON., teils aus ahd. ahi, wie in Lindich, Weidich (s. -ach) — teils aus römischem iacum, wie in Jülich, Kessenich (am Rhein in großer Menge).
Ick- s. Ingo.
-ig a) I. Verkleinerungsendung, andere Schreibung für -ich: Lüttig (zu Liud), Rüdig (zu Hrod).
b) III. in Ortsnamen neben -ich (s. das Vorhergehende): Linnig, Breisig u. a. — aber auch in slawisch-deutschen ON. wie Danzig aus Gdansk, Dolzig, Lanzig (neben Lanzke).
Ihl- s. Hild (V., einst. K.).
Ihm- s. Irmin.
Ihne s. Ingo.
Ihr s. Hir.
Ilbig s. Hild (zweist. K.).
Ilgner III. „einer aus Ilgen“.
Ill- s. Hild (V., einst. K.).
Ille III. der wallensteinische Feldmarschall im dreißigjährigen Kriege, nicht etwa ein Kroat oder Böhme, oder ein Italiener gleich den Piccolomini, sondern ein Märker, eig. Ihlow, der Familie von Ihlow angehörig, die im Barnim, dem Lebusischen und in der Neumark angesessen war und seit Anfang des 19. Jhs. ausgestorben ist. Das Dorf Ihlow, welches der Familie mutmaßlich den N. gab, liegt an der Grenze von Barnim und Lebus.
Ilsebey II. von dem (weibl.) N. Ilsabe (= Elisabet, hebr. Elischeba).
Iltgen, Iltz s. Hild (einst. K.).
Ilwof s. Hild (V.).
Im = in dem, in Zss. wie Imbusch, Imhove, s. In.
-im s. Heim III.
Imgart III. „der im Garten Wohnende“. Erni im Garten 1330.
Immer s. Ingo.
In III. als Verhältniswort in Zss. zur Bezeichnung des Wohnortes einer Person (S. 54).
-in I. altdeutsch.
Die FN., welche als hierher gehörig aufgezählt werden, gehören z. T. als undeutsch gar nicht hierher, z. T. sind sie mindestens zweifelhaft.
So ist Bodin, latinis. Bodinus, französisch (Bodin Lehrer des Staatsrechtes, Herausgeber eines theatrum universae naturae 1590 Lyon).
Viele andere sind von slawischen ON. abzuleiten, z. B. Rammin (O. Ramin in Pommern).
Als deutsch erscheinen (hauptsächl. süddeutsch) unter anderen: Liedin; Luthin; Lüttin (aus altd. Liudin). Bürgin. Höldin. Weltin.
-in III. in ON. slawisch: urspr. besitzanzeigendes Eigenschaftswort auf inu, ina, ino von Stämmen auf a und i, z. B. Babin von PN. Baba, Gostin von Gosti = der Baba’sche, der Gosti’sche Ort (vgl. lat. Flavia d. i. urbs, von Flavus).
Ing- s. Ingo.
-ing a) I. auch -ung, patronymische Endung, wie im Angels. Vulf Vonrédes auch Vulf Vonrêding genannt wird. In sehr vielen Personen-N., die Abstammung von einem Vater oder Ahnherrn bezeichnend; am bekanntesten in der Geschichte die Merovingi, Charalingi (Karolinger), auch die Agilolfinger in Bayern und die Capetinger in Frankreich. Jetzt in vielen FN., ohne daß die patronymische Bedeutung noch gefühlt würde. (Aus der patronymischen Bed. hat sich später eine verkleinernde entwickelt, namentlich in Mecklenburg und Vorpommern in Formen wie: Männing, Hüsing, Wiesing (Luise), in welchen aber ng gesprochen wird wie in lang’, bang’.)
Ingel s. Angil (einst. K.).
-ingen III. seit dem 8. Jh. in ON., Dativ Plur. von dem Patronymikum auf ing (s. vorhin), abhängig von einem Verhältnisworte, z. B. ze den Eppingen „zu den Söhnen (Nachkommen) des Eppo“ (Eberhard). Verhältniswort nebst Artikel fällt dann fort, und so entsteht der N. Eppingen.
Heutzutage ist das volle ingen bes. in Schwaben einheimisch, während in Altbayern östlich vom Lech und in Österreich meist die Kürzung ing an die Stelle getreten ist.
In einzelnen Fällen ist ingen Abkürzung aus -ingheim: Sickingen aus Sickingheim.
Da diese ON. sich zum allergrößten Teile in Oberdeutschland finden, so ist auch die oberdeutsche Bildungsform –inger in den FN. viel häufiger, wo dann ingen und ing zusammenfließen.
INGO I. schon frühzeitig in N. auftretend (1. Jh. Ingomar, Armins Oheim), doch in seiner Bed. nicht sicher; wahrscheinlich von dem Halbgott Inguio.
Intfen, Intveen s. In III.
Irm- s. Irmin (V., einst. K.).
IRMIN I. der kriegerisch dargestellte höchste Gott Wuotan (Grimm, Myth. S. 325); in Zss., als das Höchste überhaupt bezeichnend, später ein verstärkender Begriff (s. Lübben Progr. S. 9). In PN. seit dem 1. Jh.: Arminius der Cheruskerfürst.
IS I. verkürzt = Isan (Stark S. 40).
ISAN I. ahd. îsan, mhd. îsen „Eisen“.
Isen- s. Isan.
Isenschmid III. „Eisenschmid“ (s. Schmid).
Isidorus II. griech. „Gabe der Isis“, der ägyptischen Göttin.
Ißleib I. nicht imperativisch, sondern ahd., zu îs „Eis“ = Sohn des Eises, altnord. Isleif (Andresen).
-itsch s. das Folgende.
-itz III. in ON., slawischen Ursprungs. Im Slawischen bilden -ice und -owice Patronymika im Plur., z. B. Bobolice, Plur. von bobolić d. i. Sohn des Bobola (Rundbauch), also deutsch etwa die „Bobolingen“ wie Eppingen u. a. — jetzt Bublitz. Daher nun sehr viele deutsche FN. im Osten Deutschlands, die von den entsprechenden slawischen ON. übertragen sind.
Iv- s. Iw.
IW I. ahd. îwa, mhd. îwe, ybe „Eibe“ (Taxus), deren Holz wegen seiner Zähigkeit und Schnellkraft bes. geeignet für Bogen war.
Jaap s. Gab (einst. K.).
Jab- s. Gab (einst. K.).
Jack-, Jäck- s. Jacobus.
Jacobus II. hebr. Jaakob „der Fersenhalter“ d. i. Nachgeborene (als jüngerer Zwillingsbruder des Esau); im N. Testamente die beiden Apostel Jacobus (Kal. 25. Juli).
Jagdenfuchs III. Satz-N. „eifriger Fuchsjäger“.
[S. 173]Jagendeubel s. Jageteufel.
Jäger III. mhd. jagaere, jeger.
Jageteufel III. Satz-N. = „jage den Teufel“ (S. 52). Jagenteufel 1580.
Jägg- s. Jacobus.
Jahn-, Jähn- s. Johannes 3.
Jahr III. in einzelnen Zss.: Langjahr (= Schaltjahr Fröhn.). Vgl. Gutjar 1295.
Jahreis s. Gar (einst. K.).
Jäkel s. Jacobus.
Jan-, Jän- s. Johannes 3.
Japping s. Gab (einst. K.).
Jar- s. Gar (V., einst. K.).
Jasp- s. Kaspar.
Jaster s. Gast.
Jaukens s. Gaw.
Jebens s. Gab (einst. K.).
Jeck- s. Jacobus.
Jeffke s. Gab (einst. K.).
Jehle s. Gail.
Jehner s. Johannes 3 b.
Jennrich, Jentho s. Gand.
Jer-, Jerr- s. Gar (V., einst. K.).
Jesp- s. Kaspar.
Jhering s. Gar (einst. K.).
Jipp- s. Gab (einst. K.).
Jirgensohn s. Georgius.
Joachim II. hebr. Jehojakim „Jehova richtet auf“.
Jobst, Jöbstl s. Jodocus.
Joch- s. Joachim.
Jock-, Jöck- s. Jacobus.
Jöd- s. God (einst. K.).
Jodocus II. griech. etwa „Pfeile enthaltend“; St. Jodocus.
Johannes II. hebr. Jehochanan „Gott ist gnädig“; Johannes der Täufer (24. Juni); Johannes d. Apostel u. Evangelist (27. Dez.). Dieser als VN. sehr beliebte Name hat eine fast unübersehbare Menge von FN. hervorgerufen.
Johl s. God (einst. K.).
John- Jöhn- s. Johannes 3.
Jolfs s. God (V.).
Jonas II. hebr. „die Taube“; der Prophet.
Joontjes s. Johannes 3.
Joosten s. Justus.
Jordan II. Jordanes 5. Jh., vermutlich aus altd. Jornandes, womit es wechselt, unter Einwirkung des Namens des heiligen Flusses umgebildet. Im Gött. UB. als Vorname im J. 1229.
Jörg, Jorges s. Georgius.
Jörrens s. Jordan.
Joseph II. hebr. „er fügt hinzu“ (1. Mos. 30, 24); als christlicher N. von Joseph, dem Manne der Maria, stammend. (Kal. 19. März).
Jost s. a) Jodocus b) Justus.
Jowien s. God (V.).
Juchem s. Joachim.
Jump- s. Gund (V.).
JUNG I. got. guggs, ahd. jung, mhd. junc „jung“. In altd. EN. weit seltener als alt.
Jung a) I. s. das vorhergehende W. b) III. (vgl. Hellenbrecht de Junghe 1383 Gött. UB. I. — auch franz. Lejeune) — de Jonge (Emden).
Jüngel s. Jung I.
Jungbluth III. auch Jungesblut; niederd. Jungeblodt (holl. Jongebloed).
Jungfer III. Abkürzung aus Jungfrau (vgl. Johannes dictus Virgo 1390 Köln. Univ.-Matr.).
Jungnickel s. Nicolaus.
Junkert s. Jung I.
Junker III. aus mhd. juncherre „junger Herr“ (herre Bezeichnung des ritterlichen Standes).
Jür-, Jürr- s. Georgius.
Justus II. lat. der „Gerechte“.
Kabelmacher III. „Verfertiger von Schiffstauen“.
[S. 175]Kächler III. „Kachelmacher, Töpfer“, vom ahd. chachala, mhd. kachele irdenes Geschirr („Kachel“ noch schweizerisch, tirolisch in diesem Sinne).
Kahle III. „Kahlkopf“. Hans de Kale 1430 (Lipp. Reg.).
Kähler s. Köhler.
Kahrs s. Gar (einst. K.).
Kaiser III. s. S. 42; auch in der Schreibung Kayser, Keiser. — Selten in der ursprünglichen lat. F. Caesar.
Kalb III. zu den Tiernamen (S. 49. 61), vgl. Cuonrad calf, calp vitulus 1219. Cuonrad dict. Kelbelin.
Kalff s. Kalb.
Kaltschmidt III. ahd. chaltsmit, mhd. kaltsmit „Schmied, der ohne Feuer arbeitet, Kesselschmied“.
-kam s. Kamp III.
v. Kamecke III. Stammort Camminke auf der Insel Usedom.
-kamer, -kammer s. Heim III.
Kamm-, Kämm- s. Gamal.
Kämmerer III. ahd. chamarâri, mhd. kameraere, nach dem mittellat. camerarius 1) „Hofbeamter, der die Aufsicht hat über die fürstlichen Gemächer“, namentlich über die Schatzkammer, auch sonst aufwartet und auf Ordnung hält 2) in Klöstern und Gemeinden „Verwalter der Einkünfte“.
Kämmerling III. ahd. chamarlinc, mhd. kemerlinc „Kammerdiener“. (Das Wort noch im ital. camerlengo).
KAMP I. ahd. champh, mhd. kampf „Kampf“ (urspr. Eifer, Wetteifer).
Kamp III. aus dem lat. campus, welches schon früh in das Niederdeutsche und Friesische herübergenommen ist, namentlich ein eingeschlossenes, umhegtes Feld bezeichnend, das einem einzelnen Bebauer zusteht. Alte ON. auf -camp aus dem 9.-11. Jh.; heutige auf -kamp, auch verhochdeutscht –kampfen, -kämpfen.
Eine große Menge FN. auf -kamp findet sich in Westfalen, hergenommen von einzelnen solchen Kämpen, an denen dieser Landstrich so reich ist (S. 75). Dabei tritt auch das niederdeutsche Sprachelement hier sehr in den Vordergrund.
Kamp- s. a) Kamp I. b) Kamp III.
-kamp s. Kamp III.
Kämp- s. Kamp I.
Kampe a) s. Kamp I. b) Ortsbezeichnung s. Kamp III.
Kampfenkel I. III. der „Henkel vom Kampe“ (s. Hagan).
-kämper s. Kamp III.
Kampf- s. a) Kamp I. b) Kamp III.
-kampf s. Kamp III.
Kämpf- s. Kamp I.
Kamphaus III. Fleischermeister in St., nennt sich, seit es einen Finanz-Minister Camphausen in Preußen gegeben: Kamphausen.
Kändler III. (bayr.). mhd. kandeler „Kannengießer“.
Kannengießer III. „Zinngießer“; man sieht aus dem N., daß das Gießen von Kannen einst die wichtigste Arbeit in diesem Handwerke war („Kannengießer-Straße“ in Braunschweig).
Kant, Kantz s. Gand.
Kanzler III. ahd. chancilâri, mhd. kanzelaere aus mittellat. cancellarius „Vorgesetzter der Kanzlei“.
Kapeter III. (Württ.) eig. Hausname casa Petri, wie Cahannes, Capaul (Buck).
Kaphengst III. vom mhd. kappen „verschneiden“.
Kappeller s. Capelle.
Kapper s. Kaspar.
Kapphammel III. vom mhd. kappen „verschneiden“.
KARAL I. ahd. charal, karl „Mann“ (Kerl).
Kärcher III. oberd. „Kärrner“, von Karch „Karren“, ahd. karruh aus lat. carruca Reisewagen.
Kardel s. Karal.
Karges, Karius s. Macarius.
Karlauf s. Gar (V.).
Karmann s. Gar.
Karrer III. „Kärrner“. Auch Karner.
Karsjens, Karst– s. Christianus.
Kaschube III. ein „Kassube“ (S. 78). Auch verkürzt Kaschub.
Kasemeier III. umgestaltet aus Kasimir (1788 Detmold).
Kaspar II. persisch Kansbar „Schatzmeister“, nach der Legende einer der h. drei Könige (Kal. 6. Jan.).
[S. 177]Kassebaum III. halbniederd. statt karseboom „Kirschbaum“. Auch Kessebohm. (Kassebohm O. in Mecklenb.).
Kassebeer III. niederd. statt Karsebeere „Kirsche“ (lat. cerasum).
Kasseroller III. „Kasserollen-Verfertiger“.
Kassens, Kast- s. Christian.
Kastner III. „Verwalter des Kornkastens“ d. i. Getreidespeichers, dann, weil aus den Getreide- und Fruchtzinsen sich die Steuern entwickelten, hie und da = Amtmann über alle Einkünfte „Rentmeister“. So an Höfen ein Hofkastner, in Klöstern ein Pater Kastner.
Kathmann, Käthner s. Köther.
Kathreiner III. „einer aus (St.) Kathrein“.
Kauer- s. Kun (V.).
Kaufmann III. ahd. choufman, mhd. koufman „Handelsmann“ (s. Krämer).
Kaulbars III. deutlicher Fischname.
Kaulfuß III. „Klumpfuß“, von Kaule = Kugel, schon mhd. kugele zsgz. kûle.
Kaunert s. Kun (V.).
Kaupert s. Gaw.
Kauwertz s. Gaw.
Keb- s. Gab (V., einst. K.).
Keerl s. Karal.
Kehr- s. Gar (einst. K.).
Kehrein III. Satz-N. „kehr ein“.
Keil s. Gail.
Keiper III. „Fischmeister“, Aufseher über Fischereien (ostpreuß.).
Keiser s. Kaiser.
Keith, Keitz s. Gaid.
Keller III. mhd. kellaere aus lat. cellarius 1) „Kellermeister“, Schaffner 2) Kammerbeamter; wie vom herrschaftlichen Kasten ein Kastner, so bekam vom herrschaftlichen Keller ein Keller (Kellner) als Rentbeamter seinen Namen (cellarii am Hofe Karls d. Gr.), welcher urspr. die Weinberge u. Weingülten samt den andern Einkünften, die in die Keller einzuliefern waren, zu verwalten hatte; bei geistlichen Stiftern der Beamte, welcher die Einkünfte verwaltet, die für den Tisch geordnet sind — oft mit dem Kastner eins 3) Inhaber eines „Kellerhofes“, einer Art Hofgüter in einigen Teilen Schwabens und der Schweiz. (Walter der Kellaer 1288).
Kellermann s. Keller.
Kellner III. mittellat. cellenarius, ahd. kelnâri, mhd. kelnaere = keller (Conrade Kelner, auch C. Keller genannt 1379 Bacm.).
Kemp- s. Kamp I.
-kemper s. Kamp III.
Kentel s. Gand.
Kentzler s. Kanzler.
Kerke III. niederd. „Kirche“, in Zss. wie Kerkenbrock (Kirchenbruch); Kerkhei.
Kerl-– s. Karal.
Kerms s. Gar (zweist. K.).
Kerner III. 1) = Körner 2) „Kärrner“.
Kerschstein s. Christianus.
Kerse III. „Kirsche“, aus lat. cerasum, in Zss. wie Kersenbrock (-bruch), Kerßenbroick — Kersemeyer.
Kerst- s. Christianus.
Kessebohm III. „Kirschbaum“.
Kessel III. der Kessel als bedeutsames Hausgerät, das zu sinnbildlichen Rechtshandlungen und abergläubigen Gebräuchen diente. Vgl. H. de Eschenowe dictus Brukeȥȥel (Braukessel) 1263.
Kesseler III. „Kesselschmied“. Auch Keßler.
Kesselhake III. Haken, an welchem der Kessel über dem Feuer aufgehängt wird.
Kesselhut III. eine „Pickelhaube in Kesselform“. Auch niederd. Ketelhod.
Kest- s. Christianus.
Kestner s. Kastner.
Ketelböter III. niederd. „Kesselflicker“ (böten = hd. büßen, d. i. urspr. bessern).
Ketelhod s. Kesselhut.
Keudel, Keutel s. Gaid.
Keun- s. Kun (V., einst. K.).
Kieckebusch III. ON. (in Brandenb.).
Kiefer s. Küfer.
Kiehne s. Kun (einst. K.).
Kiekuth III. niederd. Satz-N.: „schau aus“ — doch zunächst wohl ON. (auf Rügen) und von daher übertragen.
Kienbaum III. mhd. kinboum „Kiefer“.
Kienle s. Kun (einst. K.).
Kiep- s. Gab (V., einst. K.).
[S. 178]Kier- s. Gir.
Kierschner s. Kürschner.
Kies- s. Gis.
Kiesel- s. Gisal.
Kieser III. „Prüfer“; in den Städten Deutschlands waren solche K. besonders für Getränke und andere Lebensmittel angestellt.
Kiesewetter III. Satz-N. „der das Wetter prüft, Wetterspäher“ (Gudrun 903: Fruote bî dem lufte kiesen dô began). Entstellt Küssewetter (Wien).
Kieß- s. Gis (Gisal).
Kiewitt III. niederd. der Kiebitz, sprichwörtl. wegen seines Zickzackfluges; daher „Kiebitzgang“. (Everhardus Kyvit Köln. Univ. Matr. 1390).
Kilbert s. Gisal.
Kilian II. ein Schotte, Apostel der Franken im 7. Jh.
Killmer s. Gisal.
Kimmerle s. Kun (V.).
Kipp s. Gab, Gib (einst. K.).
Kirche III. ahd. kiricha, mhd. kirche, altsächs. kirika, kerika, altfries. kerke, karke (wohl aus griech. κυριακόν „Haus des Herrn, Gotteshaus“). In ON. -kirch, -kirchen (elliptischer Dativ); niederd. -kerk.
Kircher III. mhd. kirchaere „Küster“ 2) gekürzt aus Kirchherr, d. i. „Pfarrer“. Auch Kilcher.
Kirchhoff III. „der am Kirchhofe“, vgl. fries. Urkund.: roleff bi den kerkhoue (Pott. S. 549).
Kirchmann a) I. ahd. Kirihman (aus dem 9. Jh. als PN. nachgewiesen durch Förstemann, vgl. auch den rhein. Namen Kirchartz, der auf einen altd. Nomin. Kirihhart zurückweist) b) III. mhd. kirchman Eingesessener einer Gemeinde, „Gemeindeglied“, im Gegensatz zum Ausmann, ûȥman.
Kirchner III. mhd. kirchenaere „Küster, Mesner“, bes. im sächsischen Vogtlande üblich.
-kirchner s. Kirche.
Kirieleis II. aus dem kirchlichen Rufe (griech.) kyrie eleïson „Herr, erbarme dich“, vgl. Bechtold Kyrieleyson 1366 (Weistümer 3, 419). Noch weiter verkürzt Cyrlis — Corleis.
Kirmes III. aus mhd. kirchmesse, „Fest zum Andenken an die Einweihung einer Kirche“ — (Zeitname, vgl. Tag).
Kirner s. Körner.
Kirschner s. Kürschner.
Kirschstein s. Christianus.
Kirscht-, Kirst- s. Christianus.
Kirwald s. Gir.
Kiß s. Gis.
Kist s. Christianus.
Kistenfeger III. der „Kisten fegt d. i. ausräumt“, plündert.
Kistmacher III. der „Kisten macht“, Tischler. Niederd. Kistemaker; latinis. Chelopoeus. Entstellt Küstenmacher. Auch Kistner.
Kittel III. mhd. Kittel, ein Kleidungsstück — mit der Zss. Weißkittel.
Klaas, Klag-, Klas-, Klaß- s. Nicolaus.
Klau- s. Glaw.
Klaus, Kläusli s. Nicolaus.
Klebsattel III. „kühner mit dem Sattel eng verbundener Reiter“ (Andresen). Daraus Kleesattel.
Klee III. früher volkstüml. auch der mit Kleeblumen bunt gezierte Rasen (Kleemeister = Wasenmeister) — mit der Zss. Grüneklee. Auch Kleeblatt (vielleicht mit mystischer Beziehung als Sinnbild der Dreieinigkeit, wie in Irland, wo es sogar in diesem Sinne Nationalzeichen ist). Kleemann. Kleemeyer. Schubert Edler von dem Kleefelde. (S. 59). Niederd. Klewer.
[S. 179]Kleienstäuber III. nach Hoffmann, Kasseler Namenb. S. 69, Bezeichnung des „Müllers“.
Klein, Kleine III. der „Kleine“. Doch weisen FN. wie Kleinhard, Kleinert (Gen. Kleinertz), Kleinlein, Kleinecke darauf hin, daß dieser Stamm schon im Altdeutschen zur Namenbildung verwendet worden, dann im Sinne von „fein, sauber“.
Kleinknecht III. „unterer Knecht“ gegenüber dem Großknecht.
Kleinschmidt III. Gegensatz zum Grobschmied: ein Schmied, der kleine, d. i. feine Arbeiten macht; bez. hauptsächlich der „Schlosser“, dann der Büchsenschmied, Sporer, Uhrmacher.
Kleinsorge III. der sich wenig d. i. (bes. nach mhd. Ausdrucksweise) gar keine Sorge macht.
Kleisl, Kleißl s. Nicolaus.
Klemens, -t s. Clemens.
Kliebenschedel s. Klubeschedel.
Kliefoth III. niederd. statt Kliefuß, vom ad. cliuwa Kugel, Knäuel, also = Klumpfuß.
v. Klinckowström III. Martin Klinckows Söhne wurden im 17. Jh. von der schwedischen Regierung geadelt. (Adelslex.)
Kling III. ahd. chlinga, mhd. klinge „Gebirgsbach, rauschender Bergstrom“, ON. und in Zss. wie Klingmüller. Auch Klingel, wie in der Pfalz viele Bäche heißen. Daher FN. Klincke, Kling mit der Ableit. Klinger. Klingelhage.
Klingbeil III. Satz-N. urspr. Klinckebyl „laß das Beil klingen!“.
Klingspor III. „mit klingendem Sporn“. Klingspor 1571.
Klobelauch III. ahd. klobelouh, mhd. clobelouch von kliuban spalten, entstellt knobelouch „Knoblauch“ (auch ON.). Knobloch — Knoblich.
Klocke III. a) I. s. Hlod (einst. K.) b) niederdeutsch „Glocke“ in Klockemeyer.
Klöckner s. Glöckner.
Klode s. Hlod (einst. K.).
Kloos, Klos-, Kloss- s. Nicolaus.
Klostermann III. mhd. klôsterman „Mönch“.
Klöter s. Hlod (V.).
Kloth, Klöthi s. Hlod (einst. K.).
Klötsch, Klott s. Hlod (einst. K.).
Klotz a) I. s. Hlod b) III. „vierschrötiger, plumper Mensch“. vgl. Marquardus dictus Block (Truncus).
Klubertz s. Glaw.
Klubeschedel III. Satz-N. „ein Schädelspalter“ (S. 52), von „klöben“ ahd. klioban, mhd. klieben und klûben spalten. Auch Kluibenschädel (Tirol).
Klubeschelt III. Satz-N. „der Scheite spaltet“.
Klußmeyer s. Nicolaus.
Klute, Klüt- s. Hlod (einst. K.).
Klüter s. Hlod (V.).
Klutendreter III. (Aachen) der „Erdklöße tritt“, Spottname für einen Landbauer.
Klutt s. Hlod (einst. K.).
Knabe III. ahd. chnabo, mhd. knabe „Knabe, junger Bursche“, bes. ein im Dienste eines Höheren stehender; mit knappe, kneht mehrfach gleichbedeutend. Auch Knape. Gen. Knabben (niederrhein.).
Knappe III. Nebenf. zu Knabe (wie Rappe zu Rabe) ahd. chnappo, mhd. knappe 1) Knabe, Jüngling, bes. „der Ritter werden will“ 2) „Diener, Lehrling, Geselle“.
Knaubel, Knaup, Knauth s. Knod.
Knecht III. mhd. kneht sinnverwandt mit knabe und knappe, daher auch in der Bed. „Lehrling, Geselle“, wie in smidekneht.
Knick III. „niedriger lebendiger Zaun zur Einhegung der Felder“. Auch Knigge.
Knie III. „ein im Waldwinkel liegendes Stück Land“, in FN. wie Kniemeyer, -möller.
Knieriem III. ein „Gurt über dem Knie“, das unentbehrliche Beistück der kurzen Landsknechtshosen, jetzt nur noch ein Geräte der Schuhmacher. Vgl. Cunrad cognom. bintriemo 1239. Knirim — Cnyrim.
Knobbe, Knobel s. Knod.
Knoblauch, Knoblich s. Klobelauch.
[S. 180]Knochenhauer III. „Schlächter, Fleischer“, noch jetzt in Braunschweig die übliche Bezeichnung, wo sich schon 1380 der FN. Knokenhowere findet (in Hannover eine Knochenhauer-Straße).
Knocke s. Knod.
KNOD I. zu got. knôds, ahd. chnuat „Geschlecht, Stamm“. Chnodomar 4.
Knolle, Knop-, Knothe, Knott, Knudsen, Knuth s. Knod.
Kob-, Köb- s. a) I. God b) II. Jacobus.
Koch III. ahd. choch, mhd. koch, altsächs. kok aus lat. coquus.
Köch-, Kock s. Koch.
Kochlöffel III. s. S. 44.
Kodel s. God (V.).
Koen- s. Kun (V., einst. K.).
Koerts s. Kun (V.).
-kofen, -kofer s. Hof.
Köfer s. Küfer.
Kögler III. mittelniederd. Kogeler „Gaukler“.
-kohl in Zss. wie Herrenkohl, Linnenkohl s. Kugel = Kapuze.
Kohl- s. 1) Kol 2) Hlod.
Köhler III. „Kohlenbrenner“. Selten Kohler — Kähler — auch Köller (Preuß). Zss. Dammköhler.
Kohn-, Köhn- s. Kun (V., einst. K.).
Kohr-, Köhring s. Kun (V.).
KOL I. wohl zu altnord. kollir „Helm“.
Kolb s. Kol (V., zweist. K.).
Koll- s. 1) God (V.) 2) Kol.
Kommallein III. bemerkenswerter Satz-N. (auf die Einladung zu einem Stelldichein deutend?).
Kompert s. Gund (V.).
Kon- s. Kun (V.).
Kön- s. Kun (V., einst. K.).
König III. häufiger FN., durch verschiedene Ursachen veranlaßt 1) durch persönliches Hervorragen in der Umgebung (Schützenkönig u. a., jetzt Eisenbahnkönig usw.), Friedrich de Kuninc 1314. 2) durch N. von Häusern, bes. wohl von Gasthöfen (König von Spanien u. a.). — Vgl. franz. Leroy.
Könnicke s. Kun (einst. K.).
Koock s. Koch.
Koops s. Jacobus.
Koordt s. Kun (V., Chunrad).
Köper s. Küfer.
Kopf III. ahd. chuph, copf, mhd. kopf aus mittellat. cuppa Faß 1) Trinkschale, Becher (so Glaßkopf FN. 15. Jh. = Glasbecher, Glasnapf). 2) Hirnschale, Kopf.
Köpke s. Jacobus.
Kopmann s. Kaufmann.
Kopperschmidt III. (niederd.) „Kupferschmied“.
Koppold s. God (V., Godebald).
Körber III. „Korbmacher“. Auch Korber.
Kord- s. Kun (V.).
Korn III. got. kaurn, ahd. mhd. korn „Fruchtkorn, Getreidekorn“ (mundartl. = Roggen).
Kornbluhm III. deutlicher Pflanzen-N. (centaurea cyanus).
Kornbrust s. Probst.
Körner III. 1) vom got. quairnus, ahd. quirn, mhd. kürn Mühle, also „Müller“ 2) von Korn: „Kornkäufer“ 3) = Kordener, Körtener patronym. zu Konrad (Preuß 17).
Kornmesser III. mhd. kornmeȥȥer „vereidigter Getreidemesser“, ein öffentlicher Beamter.
Kort-, Kört- s. a) I. Kun (V.) b) III. nied. = kurz, in Kortenkamp u. a.
Kortum III. niederd. „kurz um“, nach dem Bremer Wörterb. ein kleiner, hurtiger Mensch. Auch Kortüm.
Kos- s. Goz (V.).
Köster- s. Küster.
Kostezzer III. (Zürich) „einer aus Konstanz“ (gesprochen: Kostetz — Tobler-M.).
Kothe a) I. s. God b) III. geringeres Bauernhaus, urspr. ohne Feld und Hofstätte, nur mit einem Garten; es ist dann freilich auch vielfach etwas Land mit solcher Kothe vereinigt worden, doch nicht bis zu einer vollen Hufe. Hauptsächlich niederdeutsches Wort, auch in ON. ziemlich häufig: –kathe, –kathen, –kothen, –kotten.
Köther III. „Inhaber einer Kothe“.
In Nordost-D. heißt die Kothe: Kathe, Kathen, daher: Käthner; Kathmann — in Westfalen Kotte, daher „Kötter“ (s. Immermann Münchhausen III, 56: „daß ich den Halbhüfner, den Kötter und wer es sonst sein mag, jeden nach seiner Gebühr nennen muß“). In dieser F. ist das Wort reich an Zss., die alle in Westfalen heimisch sind:
-köter s. Köther.
Kott- s. a) I. God (V., einst. K.) b) III. Kothe.
-kott, -kotte, -kotten s. Kothe.
-kötter s. Köther.
Kottlof s. God.
Kotz- s. 1) God (einst. K.) 2) Goz.
v. Kotzebue III. von dem altmärk. O. Kossebau, früher Kossebu. (Adelslex.).
Kox s. Koch.
Krabat III. (Gottschee) „Kroat“.
Kracht s. Kraft.
Kradolfer III. „einer aus Kradolf“, urspr. Kradorf (Thurgau).
KRAFT I. ahd. mhd. kraft „Kraft; Heeresmacht“.
Krägen- III. mhd. krâ, kraeje, kreie „Krähe“ in Zss. wie Krägenbrink.
Kramer s. Krämer.
Krämer III. ahd. chrâmâri, mhd. krâmaere, krâmer, kraemer der „Krämer“, Kleinhändler, im Gegensatz zum „Kaufmann“, der mehr den Großhändler bezeichnet. Dem Krämer fiel zum Handel alles anheim, was „Pfennigsgewerbe“ war. (Schon 1175 Chunrad Chramar).
Krahn, Krohn III. mittelniederd. krân, krôn „Kranich“.
Kranefuß III. „Kranichfuß“. Auch Krohnfuß.
Kranewitter III. vom ahd. khranawitu „Wacholder“. ON. in mannigfachen FF. Entstellt in Kronawetter; Kronebitter; Kronenbitter (Steub).
Kranich III. der bekannte Zugvogel. Vgl. franz. Lagrue. 1) Hauszeichen (S. 61) 2) Eigenschaft bezeichnend, namentlich die Schlankheit (S. 49).
Kranold s. Hraban.
Kranz III. mit den Zss. Maikranz (S. 45, doch auch ON.). Rautenkranz. Rosenkrantz (auch ON.).
Kratz-, Krätzel s. Pancratius.
Kraume s. Hrom.
Kraus, Krauß III. 1) s. Krause 2) der „Krug“; so namentlich in der Zss. Steinkrauß „Steinkrug“.
Krause III. von dem Eigenschaftsw., der „Kraushaarige“ (Crispus). Hainrich der kruse 1304 (S. 50).
Kraushaar III. = dem Vorhergehenden. Volz von Nüwenegge den man da nemmet Crushar 1347 (Bacm.). In demselben Sinne Krauskopf.
Kräuter III. „Gemüsegärtner und -Händler“ (auch Apotheker). Niederd. Krüdener (Crudiner 13. Jh.).
Krautwig s. Hrod (V.).
Krawath III. „Kroat“. Auch Krabot.
Kreft III. (mit langem offenem e) niederd. = Krebs. (Hans Krewet 1473). Auch Krebsscher findet sich als FN.
Kreft- s. Kraft.
Krege, Kreie III. mhd. kraeje, kreie „Krähe“, in Zss. wie Kregenbrink, Kreienkamp, Kreymeyer u. a.
Kreikenbaum III. (halbniederd.) mhd. kriechenboum von krieche d. i. schlechte Pflaume.
Kreiser III. „Feldhüter“ (z. B. in Hessen).
Kreith III. = Greut, Gereute von „reuten“; Kreitmeyer = Greutmaier (Steub S. 13).
Krempelsetzer III. zur Tuchmacherei gehörig (Krempel = Wollkamm).
Krestel s. Christianus.
Kretschmer III. mitteld. crecimer, aus dem slaw. karczmarz „Schenkwirt“, bes. in Schlesien, Posen, der Lausitz, wo auch die Dorfschenke „Kretscham“ heißt. Seit dem 14. Jh. von Osten her bis nach Thüringen und weiter[S. 183] verbreitet, im 16. Jh. z. B. Luthern ganz geläufig, jetzt zurückgewichen und auf die östlichen Grenzländer beschränkt.
Kreuchauff III. Satz-N. „Kriechauf!“
Kreunert s. Gron.
Kridewiß III. „kreideweiß“.
Kriechenbaum III. mhd. krieche, niederd. krike „Schlehenpflaume“. Auch Kriegbaum — Grichbaum. Kriebaum (zu dem Kriechbovme 1449).
Kriegner III. „einer aus Kriegen“ (Österr.).
Krim- s. Grim.
Kring- s. Hring.
Krist- II. s. Christianus.
Kröger s. Krüger.
Krohn s. a) I. Gron b) III. Krahn.
Krohnfuß s. Kranefuß.
Kroll s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. „gekräuselt“ vgl. niederd. Krulle „krause Haarlocke“.
Kroloff s. Hrod (V.).
Krom-, Kröm s. Hrom.
Kron III. a) in Adels-N. von dem Hauptw. „Krone“: v. Abercron. v. Ohlen u. Adlerskron — dagegen
b) von „Kranich“, niederd. kran, kron in: Kronbiegel (Kranichbühl, vgl. Kronschnabel, Crohnsnest). Kronemeyer. Kronfuß.
Kronawetter, Kronenbitter s. Kranewitter.
Kroner, Krön- s. Gron.
Kronymus s. Hieronymus.
Kropp s. Hrod (zweist K.).
Kröter s. Hrod (V.).
Krüdener s. Kräuter.
Krudewig s. Hrod (V.).
Krudup s. Hrod (Hrodulf).
Krug III. in vielen ON. Zss. Fahrenkrug; Fahrenkrog. Niederd. Krog in Krogmann.
Krüger III. mhd. krüeger „Schenkwirt“ (auf dem Lande).
Krukemeyer III. s. Hrod (Chrodico).
Krumbiegel, Krumbügel s. Bühel.
Krunert, Krün- s. Gron.
Kruse s. Krause.
Kruskop III. niederd. „Krauskopf“ (s. Kopf).
Kruttge s. Hrod (einst. K.).
Krutwig s. Hrod (V.).
Krystians s. Christianus.
Kübler III. 1) Verfertiger von Kübeln. „Bötticher“ 2) „Häusler“, = Köbler (Franken und Oberpfalz).
Kuchen III. in mehrfachen Zusammens.: Eierkuchen. Pfannkuche. Pustkuchen (Aschenkuchen). Matzkuchen (die ungesäuerten „Matzen“ s. Matzbecker).
Kuchenbeißer III. vgl. Fleischfresser.
Küchenmeister III. magister coquinae, vornehmere Bezeichnung für Koch.
Küchler III. „Kuchenbecker“.
Kuckuck III. ON., (10 mal Rud.). Auch Kukuk.
Küfer III. mhd. küefaere 1) der „Kufen und andere große Gefäße macht“, daher auch Großbinder und Schwarzbinder genannt, zum Unterschiede von den Kleinbindern, Weißbindern oder Rotbindern, welches die gemeinen Bötticher sind. 2) „Diener und Aufwärter in großen Kellereien“, bes. in Weinkellern und Weinhäusern.
Kugel III. ahd. cucula, mhd. kugele, gugel, kogel, vom lat. cucullus „Kappe, über den Kopf zu ziehen, Kapuze“.
Kühfaber III. entstellt aus Kiffhaber s. Haber.
Kuhle III. niederd. „Grube“; in Ortsbezeichnungen.
Kuhl-, Kulb-, Külb- s. Kol.
-kühler s. Kuhle.
Kuhn-, Kühn- s. Kun (V., einst. K.).
Kühnapfel III. verderbt aus Kienapfel, wie Kühnbaum aus Kienbaum.
Kuhr- s. Kun (V.).
Kükenbiter III. niederd. „Kükenboißer“, ein kleiner Raubvogel.
Kummer, Kümm- s. 1) Gund (V.) 2) Kun (V.).
Kümpel s. 1) Gund (zweist. K.) 2) Kun (V.).
Kümpers s. Gund (V.).
Kumpfmüller III. „Besitzer einer oberschlächtigen Mühle, deren Schöpfrad mit Kümpfen (Sohöpfeimern) versehen ist“.
KUN I. 1) got. kuni, ahd. kunni, chunni, mhd. künne „Geschlecht, Sippe“ (lat. genus) 2) ahd. kuoni, chuoni, mhd. küene „kühn“.
Kün- s. Kun (einst. K.).
Kunt- s. Gund (V., einst. K.).
Kunz-, Künz- s. 1) Gund (einst. K.) 2) Kun (einst. K.).
Kuoni s. Kun.
Küper s. Küfer.
Küppenbender III. (Düren) „Küfer“ 1).
Kurbisch, Kurpis III. „Kürbis“.
Kürner s. Körner.
Kürschner III. mhd. kürsenaere, vom ahd. chursinna, mhd. kürsen „Pelzkleid“. In Mitteldeutschland (Sachsen) Kirschner gesprochen.
Kürsten s. Christianus.
Kurt s. Kun (Chunrad).
Kurzhalz III. = Kurzhals (s. Hals).
[S. 185]Küssewetter s. Kiesewetter.
Küstenmacher s. Kistmacher.
Küstenpfennig III. Satz-N. „küsse den Pfennig“ (Geizhals). Auch Küssenpfennig.
Kuster s. Küster.
Küster III. ahd. custor, mhd. kuster aus lat. custos (templi), urspr. Hüter des Kirchenschatzes und der heiligen Geräte, dann der bekannte Kirchendiener, hauptsächlich im protestantischen Norden noch in Geltung.
Küter III. ein „Hausschlächter, so in den Garküchen schlachtet“ (Frisch). In Pommern (Klemp. Kuter — „Kütertor“ in Stralsund), Brandenburg. „Wursthof“ oder „Küterhof“, ältestes bekanntes Berliner Schlachthaus im 16. Jh. bei dem Heiligengeist-Hospital.
Küttner III. „einer aus Kutten“ (Provinz Sachsen). Auch Kittner.
Kuttruf III. ein Trinkgefäß (S. 45).
-la s. Lah.
-lach, -lacher s. Loh.
Lachenicht III. Satz-N. Auch Lachnit.
Lachmann s. Loh.
Lachner III. „einer aus Lachen“ (O. 18 mal Rud.).
-laf a) deutsch s. Laif b) slawisch, eig. slaw. „Ruhm“, wobei das s mit einem vorhergehenden t zu z oder tz verschmilzt: Butzlaf (S. 6. 90). Mitzlaff („Schwertruhm“). Panzlaf u. a.
Lafrenz s. Laurentius.
Lage III. in ON. kann nach Förstemann Ortsnamen S. 128 dem ahd. lâga Lage (situs) etwa in der Bed. „Wohnort“ entsprechen oder einen tiefliegenden Ort bezeichnen: altnord. lâg Senkung des Bodens, niederd. leeg niedrig. Fast ausschließlich im nordwestlichen Deutschland (auch in Flurnamen).
Lah III. 1) mhd. lache „Pfütze, Lache“ 2) mhd. lôch „Gebüsch“ 3) Lage.
Laiber s. Laif.
LAIC I. zu got. laikan „springen“, laik „Lied, Tanz“, ahd. leih „Spiel“ (Kampfspiel), mhd. leichen „spielen“ (noch in Luthers Bibel: wider den Stachel löken d. i. ausschlagen).
LAIF I. zu got. laifs überlebend, ahd. leiba, mhd. leibe Überbleibsel; daher in Namen wohl den Überlebenden d. i. „Sohn“ bezeichnend. Berührt und mischt sich mit Liub.
LAITH I. 1) ahd. leid, altsächs. lêd „leid“ = feindlich 2) ahd. leitjan, alts. lêdian „leiten“.
Lamb-, Lamfried s. Land (V.).
Lamle s. Land (zweist K.).
Lamm- a) I. s. Land (V., einst. K.) b) Lamm III. bes. wohl v. Häuserzeichen entnommen (S. 60). Vgl. Konrad daȥ Lamb 1281. Zss. Zicklam.
Lämml- s. Land (zweist. K.)
Lamp- s. Land (V., zweist. K.).
Lamparter III. mhd. Lampartaere „Lombarde“ (Lamparten Lombardei). Heinrich der Lamparter 1329.
Land I. got. land, ahd. mhd. lant „Land“. Seit dem 5. Jh. in EN. nachweisbar.
Land III. ahd. mhd. lant „Land“ a) in natürlichem Sinne: Erde, Boden, Acker b) in politischem Sinne: Gebiet. Heutzutage haben wir im älteren Sinne Heideland, Friedland, Bonlanden, im neueren Holland, England, Deutschland.
-lander, -länder s. Land III.
Landgraf, -grebe s. Graf.
Landschade III. mhd. lantschade „Straßenräuber“ (s. Schade).
LANG I. ahd. lang. Langwich.
Lange a) I. s. Lang b) III. vgl. Gött. UB. I.: Giseke unde Tyle de Langen a. 1366.
Langner III. „einer aus Langen“ (häufiger ON.).
Langohr a) I. aus Langecowerd (= Langecord s. Kun — Schütte, Braunschw. PN.) b) III. vgl. Hans v. Gumpenberg „mit den langen Ohren“ (Bacm.).
Lannhardt s. Land I. (V.).
Lansing s. Land I. (einst. K.).
Lantermann s. Land I. (V.).
Lanwermeyer s. Schnatmeyer.
Lanz- s. Land I. (einst. K.).
Lar III. nach Förstemann in ON. am wahrscheinlichsten zu ahd. und altsächsisch lâri „leer“ (vgl. Öde).
LATH I. got. lathôn, ahd. ladôn „laden, einladen“ (zum Kampf herausfordern). Lathomar.
Lathwesen III. Satz-N. niederd. „laß sein“ d. h. der es gehen läßt, wie es will. Auch Lattwesen.
Laub- s. 1) Liub (V., einst. K.) 2) Liud (V.).
Laudert s. Liud (V.).
-lauer s. Loh (Nebenf. für -loher in Eisenlauer u. a.).
Läufer III. Bedienter, der früher in besonderer Livree vor dem Wagen des Herrn herlief (noch 1815 während des Wiener Kongresses als Sitte bei den Vornehmen); doch auch „lauffer“ zum Einbringen der Forderungen eines Klosters (Grimm Weistümer III, 677).
Lauff, Laumer s. Hlod (V.).
Launhardt s. Lew.
Laurentius II. lat. „der Lorbeerbekränzte“; der h. Laurentius, im 3. Jh. Diakon an der Gemeinde zu Rom, auf einem Roste verbrannt.
Laurich s. Hlod.
Laus s. Nicolaus.
Laut- s. Hlod (V., einst. K.).
Lautner III. „der die Laute spielt“. Lautenschläger.
Lautsch, Lautz s. Hlod (einst. K.).
Lavater III. (Spr. lafâter) aus lat. lavator „Wäscher, Walker“ im Kloster (Becker).
Laux s. Lucas.
Law- s. Laurentius.
Leb- s. 1) Liub 2) Liud (V.).
-leb s. a) I. Laif b) III. Leben.
Leben III. in ON. Nach Förstemann (und Pott, welcher die deutsche Abkunft dieses -leben mit triftigen Gründen verficht), liegt das zu liban gehörige got. laiba, ahd. leiba, altsächs. leva zu Grunde, im Sinne von „Hinterlassenschaft, Erbteil“. Urspr. auf -leiba, -leva ausgehend haben die ON. erst nach 1100 die Mehrheitsf. angenommen. Jetzt etwa drittehalb hundert deutsche ON. auf -leben 1) in Thüringen (an der Saale, Helme und Unstrut) 2) im nördlichen Schleswig und südlichen Jütland auf -leben und -lev.
Neuere ON. wie Ruhleben, Langesleben sind mit Leben (vita) zusammengesetzt.
Leberecht III. Satz-N. „lebe recht“ (auch VN.) — doch vgl. auch Liud.
Lebhardt s. Liub.
Lebwohl III. Satz-N.
Lebzelter III. „Lebkuchen- (Honigkuchen-) Bäcker“.
-lechner s. Lehen.
Leder s. Laith.
Lederer III. mhd. lederaere „Lederbereiter“ (Gerber) s. Reichel, Marburger Gewerbe-Verzeichnis Ledrer; in München eine Ledererstraße. Zss. Weißleder = Weißgerber.
Ledold s. Liud (V.).
[S. 188]Leenderts s. Lew.
Lefken s. Liub (einst. K.).
Leggewig s. Laic.
Lehen III. in zahlreichen ON., woneben auch -lechen herläuft, teils zu ahd. lêhan, mhd. lêhen „Lehen“, teils zu got. hlaiv, ahd. hlêo, mhd. lê „Hügel“.
Scheint fast nur oberdeutsch zu sein, daher die
Lehmann III. mhd. lêhenman, zsgz. lêman ein „Lehnsmann“, der kein eignes Erbe hat, sondern eines zu Lehen trägt, vasallus; erst seit dem 14. Jh. statt des einfachen man. Einer der häufigsten N. (S. 42). — Falsch latinisiert Argelander (vom griech. ἄργιλος Tonerde, als steckte „Lehm“ in dem N.).
Lehn- s. Lew.
-lehner s. Lehen.
Lehrenkrauß III. Satz-N. = Lernbecher.
Leib- s. 1) Laif 2) Liud (V.).
Leibküchler III. „Lebküchler“, von Lebkuchen d. i. dünner Honigkuchen.
Leich- s. Laic.
Leibundgut III. (Zürich). Daraus Leibenguth.
Leichnamschneider III. ehemalige Benennung für „Anatom“; im J. 1755 war Joseph L. Hof- und Burgpfarrer in Wien.
Leichtfuß III. ein leichtfüßiger, auch wohl leichtsinniger Mensch = niederd. Lichteuot (Klemp.), auch Lichtenuot (spr. -vot); daher halbniederd. Lichtfuß.
Leid- s. 1) Liud (V., einst. K.) 2) Laith.
Leidenschaden III. Satz-N. = Habenschaden.
Leiendecker III. „Schieferdecker“, die Lei am Mittel- und Niederrhein = Schiefer (S. 42), altsächs. leia, altklevisch leyo Fels.
Leikert s. Laic.
Leimwieder III. Satz-N. „leime wieder.“
Leinert s. Lew.
Leip- s. Liud (V.).
Leinwather III. (Zürich) „Leinwandhändler“.
Leiß s. Liud (einst. K.).
Leit- s. 1) Laith 2) Liud.
Leite III. ahd. hlîta, mhd. lîte „Leite, Bergabhang“, seit dem 12. Jh. in ON. auftretend, jetzt in ein paar hundert Ortsbezeichnungen auf -leite, -leit, -leiten („Birkenleiten“ eine Stadtgegend in München); -leute, -leuten, die alle auch einfach vorkommen; -leden.
-leiter s. Leite.
Leitgeb III. mhd. lîtgebe „Schenkwirt“, vom mhd. lît Obstwein.
-leithner s. Leite.
Leitsch, Leitz- s. Liud (einst. K.).
Lembke, Lemcke, Leml- s. Land I. (zweist. K.).
Lemm- s. Land I. (V., zweist. K.).
Lemmerhardt III. „Lämmerhirt“.
Lemmerzahl III. in älterer F. Lemmerzagel „Lämmerschwanz“.
Lemp- s. Land I. (V., zweist. K.).
Lemtzer, Lemser III. verkürzt aus Lemnitzer (s. Koch, Saalfelder FN. aus dem 16. und 17. Jahrh. Progr.).
Lend-, Lenfers s. Land I. (V.).
Lengert s. Lang.
Lenhard s. Lew.
Lenk- s. Land I. (V., einst. K.).
Lennartz s. Lew.
Lent- s. Land I. (V., einst. K.).
[S. 189]Lentsch s. Land I. (einst. K.).
Lenz s. a) I. Land (einst. K.) b) II. Laurentius.
Leon- s. Lew.
Leop-, Lep- s. Liud (V.).
-lepp 1) I. s. Laif 2) III. Leben.
Lernbecher III. Satz-N. „leere den Becher“ (ein Zechbruder).
Lerschmacher s. das Folgende.
Lersner III. Verfertiger von lêrsen d. i. ledernen Hosen, die zugleich Strümpfe und Schuhe vertraten (aus niederl. leers, laars von „leer“, Leder; noch im 16. Jh.).
Lethe s. Laith.
Leube s. Liub (einst. K.).
-leutner s. Leite.
Levi II. hebr. Stammes-N. „Anhänglichkeit“.
LEW, erweitert LEWON I. ahd. lewo und leo, altsächs. leo „Löwe“ läßt sich nach Förstemann in einer Anzahl Namen nicht ableugnen (z. T. schon aus dem 5. und 6. Jh. nachweislich: Leogisil, Levald), wodurch die Ansicht, daß das deutsche Wort nicht aus dem Lateinischen entlehnt, sondern urverwandt ist, großen Halt gewinnt.
Lewald s. 1) Lew 2) Liud (V.).
Lewerentz, Lewrenz s. Laurentius.
Lex, Lexer s. Alexius.
Leyck s. Laic.
Leyde s. Laith.
Libbertz s. Liud (V.).
Liborius II. FN. Borries; Borges — Börries (S. 38).
Liche s. Laic.
Lichtfuß s. Leichtfuß.
Lichtner III. „einer aus Lichten“.
Lichtwerk III. „Lichtgießer“ (s. Schubert). Auch Lichtwark — Lichtwert.
Lickleder III. Satz-N. „lecke das Leder“, Spottname des Schusters.
Lieb- s. 1) Liub (V., einst. K.) 2) Liud (V. Liudb-).
Liebeneiner III. „einer aus Liebenhain“.
Lieberenz s. Laurentius.
Lieberknecht; Liebeskind — Liebknecht; Liebschwager III. deutliche Zss. dritter Schicht.
Liebetreu III. Satz-N. (S. 51).
Lied- s. Liud (V., einst. K.).
Lief- s. Liud (V.).
Lickfett, Lickefett III. Satz-N. „lecke Fett“. So auch Lickteig „lecke Teig“ Spottname des Bäckers (leckespiz = Lecker, eig. lecke den Bratspieß — Berthold v. Regensburg).
Lieme s. Liud (zweist. K).
Lien- s. Lew.
Liep-, Lier- s. Liud (V.).
Liesegang III. einer der „leise geht“. Lisganck 1352. Vgl. Leisentritt.
Liesemeyer III. s. Liuzo (Liud einst. K.).
Liet- s. Liud (V., einst. K.).
Lietsche, Lietze s. Liud (einst. K.).
Liewald s. Liud (V.).
Lilie III. Sinnbild der Reinheit (als Wahrzeichen an Häusern S. 60).
Limb-, Limm-, Limp- s. Lind.
LIND I. 1) ahd. lint, altnord. linni „Schlange“ (noch in Lindwurm), Sinnbild geheimnisvollen Wissens (Kleemann) 2) Linde, ahd. linta, dann auch „Schild“ (Lindenschild) vgl. Hildebrandslied V. 67.
[S. 190]Linde III. der eigentliche deutsche Lieblingsbaum (man sehe die Lieder der Minnesänger und die Volkslieder) — im Mittelalter häufig Gerichtsbaum, wie noch heute Versammlungsort des Dorfes.
Lindenkohl s. Kugel.
Lindner III. „einer aus Linden“.
Linhard, Linnartz s. Lew.
Lins, Lint- s. Lind.
Linth III. Escher von der Linth s. S. 59.
Lintz- s. Lind.
Liphard s. Liub.
Lipp- s. a) I. Liud (V., zweist. K.) b) II. Philippus.
LIST I. ahd. mhd. list „Klugheit, Kunst“ (List).
Litolf s. Liud (V.).
Litt- s. Liud (V., einst. K.).
Litzke s. Liud (einst. K.).
LIUB I. got. liubs, ahd. liub, mhd. liep „lieb“.
LIUD I. ahd. mhd. liut „Volk“ (Leute) vielfach nur verstärkend, z. B. Liutbald volkskühn, kühn vor allem Volk = sehr kühn (s. Lübben, die Tiernamen im Reineke Vos S. 7 ff.) — seit dem 4. Jh. in EN. nachweislich. Fließt z. T. mit Liub und Hlod zusammen.
Lobedanz III. Satz-N. „lobe den Tanz“ (Tanzfreund) 1390: Lovedans.
Lobgott III. Satz-N. Vgl. Dienegott, Fürchtegott.
Lobrentz s. Laurentius.
Lobwasser III. Satz-N. „Wasserfreund“.
Lod- s. Hlod (V., einst. K.).
Lodders s. Hlod (V.).
Löding s. Hlod (einst. K.).
Löff s. Hlod (V.).
Löffler III. „Verfertiger von Löffeln“.
Loh III. ahd. lôh, mhd. lôch niedriges Holz, „Gebüsch“ (vgl. lat. lucus). In ON. Loh, Lohe; -loh, -lohe, auch -loch, -lah u. -lach.
Löhde-, Lohfink s. Hlod (einst. K.).
Lohmann, -meyer, s. Loh.
Lohmar. Löhmer s. Hlod (V.).
Lohrenson s. Laurentius.
Loibl s. Liub (einst. K.).
Loibner III. „einer aus Loiben“ (Leoben in der Steiermark).
Loidl B. Liud (einst. K.).
[S. 192]Loidert, Loipolder s. Liud (V.).
Loll- s. Hlod (einst. K.).
Löloff, Lommer s. Hlod (V.).
Lonhardt, Lön- s. Lew.
Lönnies s. Apollonius.
Looden s. Hlod (einst K.).
Looff, Löpert s. Hlod (V.).
Lorenz- s. Laurentius.
Lorey, Lorich, Lörick s. Hlod (V.).
Lorinser III. aus dem Dorfe Lorüns in Vorarlberg stammend (s. Gedenkblätter der Familie Lorinser von Dr. Lorinser 1868).
Lorinz, Lornsen, Lortz-, Lorz- s. Laurentius.
Lot-, Loth- s. Hlod (V., einst K.).
Löther s. Hlod (V.).
Lott- s. Hlod (V., einst K.).
Lotsche, Löttge, Lotz- s. Hlod (einst. K.).
Löwe I. III. als König der Tiere von den Deutschen seit den Kreuzzügen angesehen; dah. beliebtes Wappenzeichen.
Löwald, Löwenhardt s. Lew.
Lub- s. Liud (V., zweist. K.) — doch
Luber s. Liub (V.).
Lüb- s. Liud (zweist K.) — doch
Lübker s. Liub (V.).
Lubbert s. Liud (V.).
Lübb– s. Liud (V., zweist. K.).
Lucas II. lat. zsgz. aus Lucanus „Lukaner“; Lucas der Evangelist.
Luchterhand III. lucht = „link“ (Lipp. Reg.).
Lucius (I.) verlateint aus Lutze.
Lück- s. Liud (einst. K.).
Lud- s. 1) Hlod (V., einst. K.) 2) Liud (V., einst. K.).
Lüd- s. 1) Hlod (V.) 2) Liud (V., einst. K.).
Luggiser s. Lucas.
Lühl s. Liud (einst. K.).
Luhm- s. Liud (V., zweist. K.).
Lühmann, Lühr- s. Liud (V.).
Lüersen s. Liud (V., Liuthari).
Luibl s. Liub (einst. K.).
Luit- s. Liud (V., einst K.).
Lük- s. Liud (einst. K.).
Lukas, Luks s. Lucas.
Lülf, Lulfs s. Hlod (V.).
Lüling, Lulle s. Liud (einst. K.).
Lülwes s. Hlod (V.).
Lumm- s. 1) Liud (V., zweist. K.) 2) Lund.
Lümmen s. Liud (zweist. K.).
LUND I. zu altnord. lundr „Hain, Wald“.
Lünzel s. Lund.
Lüpke s. Liud (zweist. K.).
Lupp- s. Liud (V., zweist. K.).
Lut- s. Hlod (V., einst. K.).
Lüt- s. Liud (V., einst. K.).
Lutsche s. Hlod (einst. K.).
Lutt- s. Liud (V.).
Lütt- s. 1) Hlod (V.) 2) Liud (V., einst. K.).
Lüttjebrune III. I. „der kleine (junge) Bruno“.
Lüttschwager III. zu den Verwandtsch.-N. „der kleine Schwager“ (vgl. Kleineidam). Der pommersche Chronist L. antikisierte sich in Micraelius (= micra elius).
Lutz- s. Hlod (einst. K.)
Lux s. Lucas.
Luyken s. Liud (einst. K.).
Maag- s. Mag (V., einst. K.).
Maaß s. Math.
Maaz s. Mag (einst. K.).
Macarius II. „der Selige“.
Mach- s. Mag (V., einst. K.).
-macher III. in mannigfachen Zss., die größtenteils neueren Ursprungs sind:
Macht-, Mächt- s. Maht.
Mack- s. Mag (V., einst. K.).
Mad- s. a) I. Math u. Mathal b) II. Matthäus.
Mäd- s. Mathal.
Maferding s. Mag (V.).
MAG I. zu got. ahd. magan „mögen“ d. i. vermögen.
MAGAN I. Erweiterung von Mag, vgl. ahd. magan, megin, mhd. magen „Kraft“ — großenteils wohl verstärkend (s. Lübben, Progr. S. 10).
Mägdefrau III. vgl. Jungfrau (Ennen, Geschichte von Köln), Nickse u. a.
Magdolf s. Maht
Mägele s. Mag (einst. K.)
Magen- s. Magan (V., einst. K.).
Mager s. a) I. Mag (V.) b) III. Eigenschaftswort, vgl. lat. Macer.
Magg s. Mag (einst. K.).
Magister s. Meister.
Magnus II. „der Große“.
Mahl-, Mähl- s. Math u. Mathal.
Mahler s. a) I. Mathal b) III. = Maler.
Mahn, Mähnicke s. Magan (einst. K.).
[S. 194]Mahnkopf III. „Mohnkopf“ (halbniederd. — oder ist das a noch vom mhd. mân, mânkoph her erhalten?).
Mahr– s. Mar (V., einst. K.).
Mähr– s. Mar (einst. K.).
MAHT I. got. mahts, ahd. mhd. maht „Macht“.
Mähtz s. Mag (einst. K.).
Maibaum III. ein Baum, der am Maifest aufgepflanzt, geschmückt und dann von der Jugend umtanzt wurde (Grimm Myth. S. 738).
Maier, Mair s. Meier.
Mainhard s. Magan.
MAIT I. zu got. maitan, ahd. meiȥan „schneiden, hauen“ (davon: Meißel).
Mak- s. Mag (V.).
Mäk- s. Mag (V., einst. K.).
-maker s. -macher.
Maler a) I. s. Mathal b) III. der „Maler“. So wird Lucas Cranach auch genannt Lucas Maler (S. 30).
Malkomesius I. lat. Gebilde von dem ON. Malkomes in Hessen.
Mälzer III. mhd. malzaere, melzaere „der das Malzgeschäft besorgende Brauknecht“, auch schlechtweg = „Brauer“ („Mälzergasse“ in Danzig).
Mamp- Mäm- s. Magan (zweist. K.).
MAN I. got. manna, ahd. mhd. man der „Mann“. In EN. schon seit dem 1. Jh. (Mannus Tac. Germ. 2).
Da magan auch in man zsgz. wird, fließen beide Stämme ineinander.
MANAG I. ahd. manag, mhd. manec „manch, viel“.
MAND I. wohl zu ahd. mandjan, mhd. menden „sich freuen“. Albmand. Manduin. Berührt sich mit man.
Manger III. ahd. mangâri, mhd. mangaere vom lat. mango „Händler“.
Mangold s. Manag.
Manhenke = Meine Henke (Preuß 30).
Manigk s. Magan (einst. K.).
Mann- Männ- s. Man.
-mann auslautend häufiger als jedes andere Wort und aus den verschiedensten Perioden:
Mante s. Mand.
Mantel III. 1) als Kleidungsstück, ahd. mantal aus mittellat. mantellus. Hainrich der Langmantel, Hartman der L., Chourat der L. burgere ze Augspurch 1292, lat. Longumpallium; dann auch Langenmantel 1339.
Manz s. 1) Man 2) Mand.
[S. 195]MAR I. meist zu got. mêrs, ahd. mâri, mhd. maere „berühmt“ (vgl. das Hauptw. „Märe“) — wobei mari „Meer“ z. T. in Betracht kommt. Schon seit dem 1. Jh. in Namen gebräuchlich (Ingomar, Sigimar).
Mar- s. Mar (V., einst. K.).
Mär- s. Mar (einst. K.).
March-, Marck-, Märck- s. Mark I.
Marcus II. lat.; St. Marcus der Evangelist.
Mardersteig s. Martersteck.
Marggraf s. Markgraf.
Margoff, Margold s. Mark I.
MARK I. 1) ahd. marah „Roß“ 2) got. marka, ahd. marka, mhd. marke „Mark“ d. i. Grenze, Grenzland, Bezirk (das eig. deutsche Wort für das aus dem Slawischen granica aufgenommene „Grenze“).
Mark III. in ON. 1) ahd. marka s. das Vorhergehende 2) abgeschliffen aus „Markt“ (vom lat. mercatus), welches sich bei etwa 40 bewohnten O. In Deutschland findet, z. B. Neumarkt; abgeschliffen Käsmark (in der Zips) aus Kaisersmarkt.
Mark- s. a) Mark I. b) II. Marcus.
Markgraf III. mhd. marcgrâve „Richter einer Mark“ d. i. eines Grenzlandes.
Marquard s. Mark I.
Marre s. Mar (einst. K.).
Marsch III. „niedriges fettes Land am Wasser“ — in Marschkötter. Mit Ausfall des r: Masch.
Marschall III. ahd. marah-scalh eig. „Pferdeknecht“, dann Stallmeister, dann vornehmer Hofbeamter, dem die Sorge für das einheimische wie für das fremde Gesinde (Gefolge) zu Pferde oblag, aber auch häufig die Führung der Nachhut im Zuge und Streite — und so aufwärts bis zu der bekannten hohen Würde.
[S. 196]Marstaller III. 1) zum Marstall gehöriger Knecht „Pferdeknecht“ (Klempin, S. 625: marstellre = stalknechte) 2) einer aus dem O. Marstall.
Mart-, Marth- s. Martinus.
Martersteck, Mardersteig III. „Unter Marter versteht man in den Alpen jedes Denkzeichen am Wege, sei es eine Stationskapelle oder ein Bild Christi am Marterpfahl oder endlich ein Denkzeichen (Täfelchen mit Inschrift) eines Unglücksfalles“. (L. v. Hörmann, Grabschriften u. Marterlen S. XV.)
Martinus II. lat. „ein dem Kriegsgotte Mars Angehöriger“; der h. Martinus, Bischof von Tours, gest. um 400, dessen Gedenktag der 11. November, während bei den Protestanten der 10. November als Martinstag zu Luthers Gedächtnis, der dann geboren und am 11. getauft, bezeichnet wird.
Märtlhuber s. Martinus u. Huber.
Martsch, Martz- s. Mar (einst. K.).
Marx s. Marcus.
Masch III. s. Marsch.
Massolt s. Mait.
Masuhr III. slawischer Volksstamm der Masuren in dem südl. Teile der Prov. Preußen.
Mat- s. 1) Matthäus 2) Matthias.
Mät- s. Math.
MATH I. Grundform zu Mathal.
Maternus II. „der Mütterliche“.
Math- s. a) I. Mathal b) II. 1) Matthäus 2) Matthias.
MATHAL I. got. mathl, ahd. madal „Versammlungs-, Beratungs- und Gerichtsplatz“ des Volkes (griech. ἀγορά). Fließt teilweis mit Mahal zusammen.
Matt- s. a) I. Math u. Mathal b) II. 1) Matthäus 2) Matthias.
Matte III. mhd. mate „Wiese“.
Matth- s. 1) Matthäus 2) Matthias.
Matthäus II. hebr. „Geschenk“ (Jehovah’s); St. Matthäus der Apostel und Evangelist (Kal. 24. Febr.).
Matthias II. hebr. „Geschenk“ (Jehovahs) (= griech. Theodor, lat Deodatus); St. Matthias der Apostel (Kal. 24. Febr.).
Matz a) I. s. Math b) II. = Matthäus.
Maud s. Mod.
MAUR I. wohl Maurus „ein Maure“.
Maurer III. ahd. mûrâri, mhd. mûraere.
Mauritius II. lat. Ableitung von Maurus „der Maurische“, dem Lande Mauretanien in Nordafrika angehörig. Der h. Mauritius, ein Afrikaner von Geburt, soll unter Diocletian als Anführer einer christlichen Legion mit seiner Schar in Gallien niedergemetzelt sein.
Maus III. die „Maus“ (Gerlac. dict. Mus 1256).
Mauser III., „der Schermäuse fängt“ (Buck).
Mautner III. mittellat. mutarius, mhd. mûtaere, später auch mit dem n der schwachen Bildung mautner „ein Warenzoll-Einnehmer“.
Mautz s. Maud.
Mawoldt s. Mag (V.).
Maybaum s. Maibaum.
Maye s. Mag (einst. K.).
Mayer, Mayr s. Meier.
Mayffarth, Maywald s. Mag (V.).
Mayßel s. Mag (einst. K.).
Meb- s. Mag (V.).
Mebes, Mebus s. Bartholomäus.
Mech- s. Mag (V., einst. K.).
Meck-, Meeg s. Mag (einst. K.).
Med- s. Math.
Meen- s. Magan (V., einst. K.).
Meer- s. Mar (V., einst. K.).
Meergarte s. Mar. (Als N. eines Kunstreiters natürlich Meergarté.)
Meerkatz III., niederd. Meerkatte.
Meerrettig III. deutlicher Pflanzen-N.
Meerschneck III. ahd. merisnecco, mhd. mersneck Purpurschnecke; aber auch Schildkröte.
Meffert s. Mag (V.).
Megenhard s. Magan (V.).
Megerle s. Mag (V.).
Mehl- s. Mathal.
Mehlmann III. „Mehlhändler“.
Mehlose III. = Mehlhose.
Mehn- s. Magan (V., einst. K.).
Mehr- s. Mar (V., einst. K.).
Mehwald s. Mag (V.).
Meicke, Meiels s. Mag (einst. K.).
Meier III. a) als christlicher N. aus dem lat. major, in dem Sinne von major villae oder villicus, d. i. zunächst Aufseher oder Verwalter eines Landgutes. In Westfalen entwickelte sich (nach Franz Meyer, Der Name Meyer und seine Zusammensetzungen) das Verhältnis etwa folgendermaßen. Karl d. Gr. hatte die fränkische Einteilung des Bodens in mansi auf das Sachsenland übertragen. Der ganze bebaute Boden mit allem Zubehör an Wald, Weide usw. hieß bei den Franken lat. villa, deutsch marka, enthaltend in der Mitte den Sitz des Freien (hûs) mit umliegender huobe, wovon die liti ihre mansi bekamen. Der Haupthof (fränk. sala, später lat. curia) bekam von dem Gutsherrn, wenn er selbst als ministerialis am Hofe oder als Krieger im Felde war, einen villicus, der den Herrn vertrat. Die Abgabe der mansi heißt census (Zins, vom villicus erhoben), debitum (Schuld, vom Schultheiß erhoben), officium (Pflicht, Amt, vom Amtmann erhoben). Der den Haupthof bewohnende Villicus war also entweder nur Wirtschafter und hatte einen scultetus und officiarius neben sich, oder er[S. 198] übte auch deren Rechte selbst aus. Hatte er mehrere Höfe zu verwalten, so hatte er wohl wieder einen Unter-Villicus auf dem Vorwerke. Seit dem 11. und 12. Jh. wurden die villici fast überall auf bestimmte Leistungen gesetzt, weil sie oft in den eigenen Geldbeutel wirtschafteten. Nun entstand bei der Bemeierung eine Art Lehnverhältnis, wobei der Herr gelobte zu schützen, der Villicus treu und hold zu sein. Während der Landesherr durch Vögte und Gografen richtete, bestand das Gemeindegericht des Villicus auf dem Thy häufig daneben. Manche Villici schwangen sich zu Rittern auf (zum Stande des niedern Adels) und emanzipierten sich völlig (so in der Schweiz die Meyer von Knonau, v. Siggingen, v. Windeck), so daß die Herrschaft sich genötigt sah, die Abgaben von den mansi selbst einzuziehen. Wo sie es konnten, zerstückelten sie daher den Haupthof gegen Pacht, und nun bildete sich das eigentliche Meierrecht. Neue Mansen entstanden durch Waldrodung, Haupthöfe wurden in Kotten zersplittert, bes. seit dem 14. und 15. Jh. Die Hofbesitzer hießen nun Meier, welche an Stelle des Villicus Teile der alten Villikation besaßen, oft nur auf bestimmte Zeit. Schließlich ward das Verhältnis doch allenthalben erblich; die Meier traten eben in Erbpacht und wurden dauernde Besitzer, wenn auch nicht Eigentümer der Höfe. Das Recht der Abmeierung, welches die Herren besaßen, war, abgesehen von bestimmten Fällen, wo klare Gründe vorlagen, eigentlich nur theoretisch noch vorhanden.
So in Westfalen, und in Süddeutschland ist (nach der von Pott angeführten Stelle aus Goldast rer. Alem. I, 113) wesentlich dasselbe Verhältnis gewesen.
Das Meiertum ist am reichsten entwickelt gewesen in Westfalen, Hannover, Bayern, Württemberg. Von dort stammt die Fülle dieser FN. Hoffmann zählt im Hannöverschen Namenbuche von 1852 in der Stadt Hannover 234 einfache und 211 zusammengesetzte Meyer, während in dem Münchener Adreßbuche für 1892 1307 selbständige Personen den N. Maier in verschiedenen Schreibarten führen.
Je häufiger in einer Gegend die Meierwirtschaft, desto häufiger natürlich der Name. Ganz den Verhältnissen entsprechend ist er in Hannover nirgends häufiger als im Hoyaschen und Osnabrückischen. Hier gehören die Meierhöfe meist zu den größten, weil die Meier, das Land der Herren bewirtschaftend, leicht mehr hatten als andere freie Eigentümer, zumal wenn sie Besitzer von Vollhöfen (heile Erven) waren. Manche Meier hatten ganz hervorragende Rechte in ihrer Markgenossenschaft.
In Ostfriesland dagegen, wo die Meier nichts als Pächter der freien Bauern sind, haben sie vorwiegend die kleinsten Besitzungen.
Was nun die Schreibweise des N. anlangt, so ist darin an Mannigfaltigkeit geleistet, was überhaupt mit so wenigen Buchstaben zu leisten war. An das urspr. Major, welches sich auch noch als FN. findet, schließen sich die süddeutschen FF. am nächsten an: Majer — Mayer, Mayr, Maier, Mair (im Münchener Adreßbuch in den verschiedensten Schreibweisen, doch meist mit ai, ay); in Norddeutschland am häufigsten Meyer (in Hoffmanns hannöv. Namenbüchlein: 234 einfache Meyer, darunter nur 3 Meier, 3 Mejer — 1 Maier, 1 Mayer) — außerdem Meier, Meyr, Meir; Mejer — letzteres noch heute auf dem Lande in Westfalen die gewöhnliche Aussprache für Meyer und Meier, im Osnabrückischen auch kurz Mejjer gesprochen. Die hochdeutsche Aussprache auch für Mejer war stets Maier. Erst in diesem Jh. hat eine Familie Mejer im Hildesheimischen auch die Ausspr. Mejer angenommen, wohl um sich aus der allzugroßen Sippe besser auszusondern. Gen. Maiers, Mayers (österreich.), Meyers (Prüm), Mayern, Meyern (nach der schwachen Biegung). — Die übrigen Ableitungen, welche Fr. Meyer anführt, die Vklff. Mayerl, Meyerlein, die Patronymika Meyering, Meiring erscheinen als zweifelhaft und dürften, bes. die letzteren, eher zu dem Stamme Mag I. gehören, s. daselbst Magher.
Im Osnabrückischen hängt dem N. auf dem Lande eigentlich immer noch der appellative Charakter an, auch wenn schon eine[S. 199] Zusammensetzung erfolgt ist. Man geht hier nach heutigem Sprachgebrauch noch stets zum Dütemeyer, man redet noch immer von dem Meier zu N. Vielfach bleibt der N. unzusammengesetzt, bekommt aber von der Bauerschaft oder der Lage des Hofes einen Zusatz, der zum Namen gehört. Solche „halbzusammengesetzten“ N. gibt es im Osnabrückischen eine große Zahl. Fr. Meyer führt aus den Ämtern Iburg, Finsterau, Vörden, Grönenberg, Wittlage gegen 100 N. dieser Art an wie: Meyer zu Atter, M. zu Westrup, M. zu Farcke (aus Vorwerk entstanden, woher auch M. zum Varwick), M. zu Weghorst, M. zu Stockum, M. zu Altenborgloh — selten mit andern Vorwörtern: Meyer im Hagen, M. vorm Bohne.
Viele der ON., die in diesen Bezeichnungen stecken, sind sonst völlig von der Karte verschwunden; aber der N. des Hofes bleibt, auch nachdem die größere Bauerschaft den ON. aufgesogen hat. Alle diese Bildungen sind forterbende, mindestens halbe EN., die zwar in der Anrede fortgelassen werden, aber im Gespräch über den Dritten gang und gäbe sind. So kann es kommen, daß die Bauerschaft Gellenbeck neben einem Meyer zu G. noch einen M. zu Borchsten und einen M. zu Spelbrink aufweist.
Da ist es denn auch nicht zu verwundern, daß sich viele wirkliche Zusammensetzungen finden, in denen der Zusatz den Wohnort angibt. Doch wollen wir bei Aufzählung der Zss. denselben Gang einschlagen, wie in der abhandelnden Darstellung der FN. überhaupt, und demnach zuerst die Zss. mit altdeutschen PN., dann die mit fremden (kirchlichen) PN., dann die nach Gewerbe und Beschäftigung gebildeten usw. aufzählen. Dabei bedeutet m. die gewöhnliche F. Meyer.
Mögen diese Beisp. genügen! Die meisten der hierher gehörenden N. wird man erkennen, wenn man den altdeutschen Teil nach den in diesem Lexikon aufgeführten altdeutschen Stämmen aufsucht. So gehört Badmeyer, Bahmeyer zu Bad, Hillm. Hilkem. zu Hild, Lüddekem., Lükem. zu Liud, Determ., Tettm., Tietm., Tödtem., Tütem. zu Thiud.
b) Als jüdischer Name (VN. und FN.) aus hebr. Me-ir „erleuchtend“. Schon bei Josephus, jüd. Krieg VI, 5, 1 wie Μήιρος; dann öfters in den N. von Gelehrten des Mittelalters, so im 12. Jh. der Bibelerklärer Samuel ben Meïr.
Meiert, Meifert s. Mag (V.).
Meil- s. Mag (einst. K.).
Mein- s. Magan (V., einst K.).
Meiring s. Mag (V.).
Meisl s. Mag (einst. K.).
Meisolle s. Mait.
Meister III. ahd. meistâri, mhd. meister (aus lat. magister, ehemals „Gelehrter, Künstler“ (Arzt), später der Dienstherr gegenüber dem Gesellen — in Schwaben bes. auch Abdecker.
Meitz s. Mag (einst. K.).
Meixner III. auch Meichsner = Meißner, einer aus Meißen.
Mejer s. Meier.
Melcher s. Melchior.
Melchior II. hebr. „König des Lichtes“, einer der h. drei Könige (s. Caspar).
Melior III. Latinis. für Besser.
Mellies s. Ämilius.
Melzer s. Mälzer.
Mem- Memm- s. Magan (V., einst. K.).
Men- s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Mand.
Mende s. Mand.
Mendel s. Emanuel.
Mengelbier III. zu den Speisen u. Getränken (S. 46).
Menger s. a) I. Magan (V.) b) III. Manger.
[S. 202]Mengold s. Manag.
Menn- s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Man.
Mens- s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.
Mentzer III. „Mainzer“, Mainz alt „Mentz“ vgl. Fischart, der sich „Mentzer“ nannte. Aber auch O. Menz in Sachsen.
Menz- s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.
Merboldt s. Mar.
Mercator III. Latinis. für Kremer (berühmter Geograph des 16. Jh., nach welchem die Karten in „Mercators Projektion“ benannt sind).
Mergell s. Mark I.
Merk- s. Mark I. (V., einst. K.).
Merkord I. = Kord Merk (Preuß 30) — umgedeutet Merkötter.
Merkswohl III. Satz-N., getrennt Mercks wohl 1561 (Koch, Saalfelder FN.).
Merlo s. Mar (einst. K.).
Merode (Graf) III. von dem O. Merode bei Düren (Rheinprov.), früher Rode — aus „vamme Rode“ (Adelslex.)
Merold s. Mar (V.).
Mert- s. Martinus.
Mertsching, Merz s. Mar.
Mesch s. Marsch.
Messerer III. „Messerschmied“.
Messikomer s. Hof.
Meßmer s. Meßner.
Meßner III. ahd. mesinâri, mhd. messenaere aus mittellat. mansionarius d. i. Wächter und Hüter des heiligen Gebäudes, „Kirchendiener, Küster“. Erhalten ist das ursprüngliche n der ersten Silbe in der F. mensner, die sich noch im 14. Jh. findet.
Metdepenningen III. niederd. „mit den Pfennigen“.
Methfessel III. nach Pott = „kleines Metfaß“, was durch die von Koch angeführten Formen Modtfesgen, Metfessichen, die mit Methfessel in derselben Fam. während des 16. Jh. wechseln, bestätigt wird.
Mettler s. Mathal.
Metzel s. Math.
Metzger III. mhd. metziger „Fleischer“ (in Süd- und auch Mittel-Deutschl.)
Metzler III. ahd. mezilâri, mhd. metzeler, aus mittellat. macellarius „Fleischverkäufer“, später „Fleischhauer“. Chunrad de macello 1200 (Bacm.).
Metzner III. „Mühlknappe“ (der das Metzen verrichtet). Doch auch O. Metzen.
Meule III. niederd. „Mühle“: FN. an der Meulen (Geldern); ter Meulen.
Meurer s. Maurer.
Meusel s. Maus.
Mev-, Mew- s. Bartholomäus.
Mey- s. Mag (V., einst. K.).
Meyer s. Meier.
Meyerbeer: der Sohn des jüdischen Bankiers Beer in Berlin wurde von einem reichen Glaubensgenossen, Meyer (s. Meier b.), der ein Freund der Familie Beer und ein besondrer Gönner des kleinen Giacomo war, zum Vollerben eingesetzt unter der Bedingung, daß der Kleine auch den Namen seines Gönners führe. Daher „Meyerbeer“.
Meyn- s. Magan (V., einst. K.).
Michael II. hebr. „wer (ist) wie Gott?“, der h. Michael der Erzengel Offenb. Joh. 12, 7 (S. 25 — Kal. 29. Sept.).
Michel-, Michler s. Michael.
Mielke s. Ämilius.
Mießner s. Meißner.
Milb- s. Mild.
Milch III. in mehrf. Zss. (s. Speisen S. 46).
MILD I. got. milds, ahd. milti, mhd. milte „mild“ d. i. gütig u. freigebig.
[S. 203]Millbrand s. Mild.
Miller s. Müller.
Millies s. Ämilius.
Milner s. Müllner.
Milse s. Mild.
Milter s. Mild.
Milz s. Mild.
Minck s. Magan (einst. K.).
Minikus II. s. Dominicus.
Mitterrutzner III. „einer vom Hofe Mittel-Rutzen“.
Mittnacht III. ältere Form für Mitternacht, ahd. mittinaht.
Möb- s. Bartholomäus.
Möd- s. Mod.
MOD I. got. môds, ahd. mhd. muot „Mut“. In N. seit dem 4. Jh.
MODAL I. Erweiterung von Mod.
Modersohn III. niederd. „Muttersohn“.
Mohle s. Mod (einst. K.).
Möhler s. Müller.
Möhlmann s. Mühlmann.
Mohn-, Möhn- s. Mun.
Mohr-, Möhr- s. Maur.
-mohr s. Moos.
Mohrenweißer III. „einer aus Mohrenweis“ (in Oberbayern).
Moldenhauer III. „der die Mulden (längliche, ausgehöhlte hölzerne Gefäße) zuhaut“. Auch Moldenhawer und Mollenhauer.
Molfenter III. vom Hause übertragener N. (S. 61), vgl. Olfenten 1324. Holfenten 1374.
Molitor s. Müller.
Moll s. Mod (einst. K.).
Möllen- niederd. = Mühlen, in Zss. wie Möllenbernd, Möllenhenne. Termöllen.
Mollenhauer s. Moldenhauer.
Moller, Möller s. Müller.
Molner s. Müllner.
Molter, Mölter s. Müller.
Mom-, Momm- s. Mun.
Mond- s. Mund.
Mondenschein III. „Mondschein“ (in welchem Sinne?).
Mondhold s. Mund.
Mone, Monn-, Mönn- s. Mun.
Mönk III. niederd. = Mönch, in Zss. wie Mönkemeyer, -möller.
-moor s. Moos.
Moorhardt s. Maur.
Moos III. ahd. mos „Sumpf, Moor“, in süddeutschen N. seit dem 8. Jh.; auch jetzt noch sehr häufig Moos, mit mancherlei Zss. auf -moos.
Mooshake III. „Händler mit môs“ (mittelniederd.) = Kohl, Gemüse; Hake = Höker. Auch Mushacke.
Mor-, Mör- s. Maur.
Moras III. über Maulbeeren abgezogener Wein — „mete, môraȥ unde wîn“ (Nib.).
[S. 204]Morgenbesser III. Satz-N. (S. 50 f.).
Moritz s. Mauritius.
Morneweg III. = „morgen weg“ — daraus Mornewey. Vgl. Mörnhinweg, Mornenweg 14. Jh.
Morquardt s. Mark I.
Mörtel s. Martinus.
Moser, Möser s. Moos.
Moses II. hebr. Moscheh „der aus dem Wasser Gezogene“ (nach 2. Mos. 2, 10).
Mößmer, Mößner s. Meßner.
Motard, Möthe, Mott, Motz- s. Mod.
Möw- s. Bartholomäus.
Mozart wohl zu Mod. Stoffel Motzhart 1551 Augsb. Dies die älteste Spur des großen Namens; Mozarts Vater war bekanntlich ein geborener Augsburger (Bacm.).
Muckenschnabel III. (München).
Mud-, Mügge s. Mod.
Muhl-, Mühl- s. 1) Mod 2) Modal.
Mühle III. der älteste und häufigste Ausdruck auf dem Gebiete gewerblicher Anlagen. In ON. gewöhnlich in der gekürzten F. –mühl (niederd. -möhl), daneben –mühlen (Dat. Plur.).
Mühlenkampf III. „der vom Mühlenkampe“.
Mühler s. Müller.
Mühling s. Mod.
Mühlner s. Müllner.
Muhn- s. Mun.
Mührer s. Maurer.
Müldner s. Müllner.
Müllenmeister = Mühlmeister (ahd. muli, mhd. müle mit kurzem Vokal in der ersten Silbe).
Müller III. schon im 14. Jh. „der muller“, durch Angleichung aus mittellat. multor d. i. molitor. Erhalten ist der T-Laut noch in den FN. Molter, Mölter, sowie in der genet. Bildung Mölders (westf.) — mit n: Möldener.
Müllner III. ahd. mulinâri, mhd. mulnaere der „Müller“ (im Marburger Gewerbe-Verz. Mulner; noch 1691 bei Stieler „der Müllner“).
Mult- s. Mod.
Mumm- s. Mun.
Mun-, Mün- s. Mun.
MUN I. wohl zu altnord. munr „Freude, Lust“.
Mund- s. Mund.
MUND I. ahd. munt „Schutzgewalt“ (vgl. Vormund). In EN. seit dem 3. Jh.
Mund III. Friderio. mittemmvnde 1190. Zss. Guldenmund. Lachmund.
Mundigler III. einer aus dem rhätischen Orte Montiggl (aus lat. monticulus).
Münster III. ahd. monastri aus lat. monasterium „Klosterkirche, Kathedrale“.
Munsch, Munt-, Münt- s. Mund I.
Münter a) I. s. Mund b) III. s. Münzer.
Munz-, Münz- s. Mund I.
Münzer III. ahd. munizâri aus lat. monetarius 1) Geldpräger 2) Geldwechsler. Hermann Monetarius (de Münter) 1298.
Musebrink III. „Mäusebrink“.
Mushacke s. Mooshake.
Müßigbrod III. ein Müßiggänger oder einer, der in Muße sein Brot ißt (Rentier?).
Müßiggang III. (wie Irregang) „Müßiggänger“. Thomas M. 1447.
Mustopf, Mustoph III. aus Mustafa.
Mut-, Muth-, Müt- s. Mod.
Mutscheller III. von Mutschelle, häufigem Hofnamen in den Alpen, roman. Herkunft, vielleicht = mottisella „Hügel“ (Buck S. 187).
Mütt-, Mutze, Mütz-, Muzel s. Mod.
Mylius III. der deutsche „Müller“, in antikem Gewande. Eine Zss. mit Mylius ist Missomelius, entstellt aus Mesomylius (Mittelmüller).
Naatz s. a) Nath b) Ignatius.
Nab- s. Nath.
Nachbauer III. gekürzt aus ahd. nâhkapûr, mhd. nâchgebûr der „nah Bauende“ (Wohnende); noch im 17. Jh. neben Nachbar.
[S. 206]Nachtigal III. ahd. nahtigala („Sängerin der Nacht“, von galan).
Nack-, Näck- s. Nath.
Nad-, Näd- s. Nath.
NAGAL I. ahd. nagal, mhd. nagel, später auch zsgz. neil „Nagel“. Der Gebrauch dieses Namens in EN. scheint sich auf die mythischen Schmieden zu gründen. Nagalhard 8.
Nagel III. nach Vilmar S. 39 in mehr als funfzig damit zusammengesetzten FN.
Nägel-, Nahl s. Nagal.
Nahning, Nan-, Näning s. Nanth.
Nahrings s. Nas.
NANTH I. got. nanthjan wagen, nanths „kühn“; ahd. nendan, mhd. nenden wagen.
Napert, Napp s. Nath.
NAS I. got. nisan, nasjan, ahd. nerjan, mhd. nern „nähren; retten“. Nasold. Neriberaht.
Nase III. in den Zss.
NATH I. wohl zu altsächs. nâtha, ahd. ginâda „Gnade“, im Sinne von helfender Geneigtheit.
Nätebus III. (niederd.) „Nußbusch“.
Näth-, Nattke s. Nath.
Nau- s. Niw.
Neander s. Neumann.
Nedder niederd. „Nieder“ in Neddermeyer, Nedderhut u. a.
Neels s. Cornelius.
Neese s. Nas.
Negel- s. Nagal.
Nehlsen s. Cornelius.
Nehr- s. Nas.
Neiber s. Nid (V.)
Neid- s. Nid (V., einst. K.).
Neiffert s. Nid (V.).
Neigebauer s. Gebauer.
Neil- s. Nagal.
Neip- s. Nid (V., zweist. K.).
Neit-, Neitz- s. Nid (einst. K.).
Nel-, Nell- s. Cornelius.
Nembhard s. Nanth.
Nen- s. Nanth.
Neo s. Niw.
Nesensohn II. (Appenzell) „Sohn der Agnes“.
Nettel III. niederd. „Nessel“ in Nettelbladt, –kamp, –struck.
Neu s. Niw.
[S. 207]Neubauer III. ein „Bauer“, der sich „neu“ auf einem (vielleicht erst von ihm urbar gemachten) Platze ansiedelt.
Neub-, Neue, Neuf- s. Niw.
Neugebauer s. Gebauer.
Neukomm III. ein „Neuangekommener“. Hans Nuwkomm 1393.
Neumann III. a) I. s. Niw b) III. ein „Neuangesiedelter“. Als FN. sehr häufig — wie Neustadt als ON. — auch Proselyten-N. (= „neuer Mensch“), in griech. Übersetzung Neander (der berühmte Kirchenhistoriker dieses Namens hat denselben 1806 in Hamburg angenommen, als er zum Christentum übertrat).
Neumeister III. ein in die Zunft „neu aufgenommener Meister“.
Neuner, Neup-. Ney s. Niw.
Nibbe s. Nid (zweist. K.).
Niel-, Nicol- s. Nicolaus.
Nicolaus II. griech. „Volkssieger“; Nicolaus, Bischof von Myra in Lycien 4. Jh. (S. 26).
-nick III. in slawischen ON.
Nicke s. Nid (einst. K.).
Nickel-, Nickl- s. Nicolaus.
Nickse III. „Nixe“, auf die Wassergeister der deutschen Mythe zurückdeutend, vgl. Johannes dictus diu Nixe 1336 Bacm.
NID I. ahd. nîd, mhd. nît „Neid“ d. i. feindseliger Eifer und Zorn des Kriegers (Nibelungen V. 427 Lachm.).
Nie- III. niederd. „neu“, in Zss. wie Niebecker, Niemann, Niemeyer u. a.
Nieb- s. Nid (V.).
Niebuhr s. Neubauer.
Niecke s. Nid (einst. K.).
Nied- s. Nid (V., einst. K.).
Niedner III. „einer aus Nieden“.
Nief- s. Nid (V.).
Niegemann s. Neumann.
Nieger s. Nid (V.).
Niejahr III. niederd. „Neujahr“.
Niemann s. Neumann.
Niemer s. Nid. (V.).
Niemetz III. ein „Deutscher“, poln. Niemiec. Auch Niemeitz — Nimz.
Niep-, Nierich s. Nid (V.).
Niermann III. = Niedermann, nach der tieferen Lage der Wohnstätte; vgl. Tornedden.
Nieß s. Dionysius.
Niet- s. Nid (V., einst. K.).
Nietz- s. Nid (einst. K.).
Niewert s. Niw.
Niggemann, Nigmann s. Neumann.
Niggeler, Niggl s. Nicolaus.
Nik- s. Nicolaus.
Nimmer s. Nid (V.).
Nimz s. Niemetz.
Nipp- s. Nid (V., zweist. K.).
Nißl s. Nid (einst. K.).
Nitsch, Nitz s. Nid (einst. K.).
NIW I. ahd. niwi, mhd. niwe „neu (jung)“.
Nixe III. s. Nickse.
Nizze s. Nid (einst. K.).
Noack s. Nowack.
Nob- s. Nod (V., zweist. K.).
Nobbe, Nöbbe s. Nod (zweist. K.).
Nock- s. Nod (V., einst. K.).
Nöcker s. Nod (V.).
NOD I. got. nauths, ahd. mhd. nôt „Not, Kampfdrangsal; eifriges Streben“.
Nöd-, Nohl s. Nod (einst. K.).
Nohr, Nöhring s. Nod (V.).
[S. 209]Nold-, Nöld- s. Arin (Arnold).
Nölken s. Arin (Arnold).
Nolle, Noll 1) I. s. Arin. 2) I. s. Nod (einst. K.).
Nolohf, Nölich s. Nod (V.).
Nolt-, Nölt- s. Arin (Arnold).
Non-, Nön- s. Nanth.
Nonnenmacher III. „Schweineschneider“ (mhd. nunne, nonne „verschnittenes Schwein“). Auch Nunnenmacher.
Nonnenprediger III. (Pyritz) „der die Verpflichtung hatte, im Nonnenkloster zu predigen“.
Noodt, Noot-, Nopel s. Nod.
Nopper s. Nod (V.).
NORD I. ahd. nord „Norden“, ebenso wie die drei andern Weltgegenden in EN. gebraucht.
Normann, North, Norz s. Nord.
Noß-, Nöß- s. Nod (einst. K.).
Noth-, Nöt-, Nott- s. Nod (V., einst. K.).
Nott III. niederd. „Nuß“, in Nottebrock, Nottmeyer u. a.
Nottebohm III. niederd. „Nußbaum“. Auch Nottebaum, Nuttebaum (halbniederd.)
Nöttger s. Nod (V.).
Notz-, Nötz- s. Nod (einst K.).
Nowack III. aus slawisch Nowak der „Neue, Neuangekommene“ = Neumann. In seinen verschiedenen FF. im Osten Deutschlands weit verbreitet.
Nube s. Nod (zweist. K.).
Nücklaus s. Nicolaus.
Nuding, Nüdling s. Nod (einst. K.).
Nunnenmacher s. Nonnenmacher.
Nürmberger III. „Nürnberger“, alt Nuremberger 1507.
Nußpicker III. von mhd. bicken: „hauen mit einem spitzen Werkzeuge“.
Nuttebaum s. Nottebohm.
-o 1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).
2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN. verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.
Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für ON.) durch Abfall des stummen w: Fanselo, Calo, v. Plotho (O. Plathow), Wossidlo, welches früher noch häufiger weggelassen wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen Bütow, Zastrow.
Ob- s. Aud (V., zweist. K.).
Öb- s. Aud (zweist. K.).
Obbermann s. Aud (V.).
Öbb- s. Aud (zweist. K.).
Obenauf III. „der immer obenauf ist“. Ähnlich Obenaus „obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)
Obenderhabighorst III. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte hergenommen.
Oberste in westf. N. zur Unterscheidung der Genamen (Namensvettern) benutzt, z. B. Oberste-Steinhorst = der zu oberst wohnende St. Obrist und Zobrist (= zu oberst schweiz.).
Obser III. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster, Öbstler“.
Ochs III. mit der Vklf. Öchsle und den Zss. Ochsenbein und (niederd.) Ossenkop. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum Stamme Aud.)
Ochsner III. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, — bauer“ – Öchsner, entstellt Exner.
Ock-, Öck-, Od- s. Aud (V., einst. K.).
Öd III. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf -öd (Altenöd), -ed, -et, -edt (Einet). Bei dem Mangel entscheidender alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“ zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren Anspruch darauf hat.
Öddel, Öding, Oet- s. Aud (einst. K.).
Oetjen, Oetken s. Aud (einst. K.).
Of-, Off- s. Aud (V., zweist. K.).
Öfele, Öff- s. Aud (zweist. K.).
Öffner III. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.
Oheim III. mhd. ôheim „Mutterbruder“.
Ohfen s. Aud (zweist. K.).
Ohl- s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).
Öhl- s. 1) Aud (einst. K.) 2) Othal (V.).
Ohlenmacher III. „Töpfer“ (s. Euler).
Ohlenschläger, Öhlen- s. Öhlschläger.
Öhlmann a) I. s. Othal b) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius (S. 63).
Öhlschläger III. „Ölpresser“.
Ohm III. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).
Ohm- s. Aud (zweist. K.).
Öhm- s. Aud (V., zweist. K.).
Ohnesorge III. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetzt Ansorg.
Ohorn III. ON. = Ahorn.
Ohr III. in den Zss. Langohr; Weibelohr („Wackelohr“).
Ohrt s. Ort I.
Ohst s. Aust.
Ökert s. Aud (V.).
Ol- s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).
Öl- s. Othal (V., einst. K.).
Olböter III. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin ein „Olböterberg“).
Olde s. Ald.
Ölhafen III. FN. v. Öhlhafen (mit einem Ölkrug im Wappen, Pott S. 654).
Oll- s. Ald.
Öll- s. Othal (V., einst. K.).
Olligschläger s. Öhlschläger.
Olt- s. Ald.
Omeis s. Ameis.
Ömering s. Aud (V.).
Omm- s. Aud (V., zweist. K.).
Ondereyck III. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.
Onken, Onnen s. Un.
Oost s. Aust.
Op- s. Aud (V., zweist. K.).
Opdenhof III. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.
Opderbeck III. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.
Opfermann III. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster, früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig (Hoffmann).
Öpke, Opp-, Öpp- s. Aud (V., zweist. K.).
Oppenhövel III. „auf dem Hübel“.
[S. 211]Oppenkamp III. „auf dem Kampe“.
Oppermann s. a) I. Aud (V.) b) III. Opfermann.
Optenhögel III. niederd. „auf dem Hügel“.
Orban s. Urban.
Ord- s. Ort I.
Orgler III. „Orgelspieler“.
Ornold s. Arin.
Ort-, Ört s. Ort I.
-ort in ON. s. Ort III.
ORT I. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und Speeres.
Ort III. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B. Ruhrort).
Os-, Oß-, Ös- s. Ans (V., einst. K.).
Oß III. niederd. „Ochse“, in Ossenkop, Oßmeyer u. a.
Öschhey III. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.
Osiander III. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran hängen blieb“ (Pott).
Ost-, Öst- s. Aust.
Oster-, Öster- s. Austar.
Oster III. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts, östlich“, in mannigfachen Zss.: Osterbrink; Osterbrauk (-bruch); Osterkamp — Ostermeyer u. a.
Ostertag III. zu den Zeitnamen (s. Tag); vgl. Grav Friedrich zolr der Ostertag 1315.
Ot-, Oth-, Ott-, Öt- s. Aud (V., einst. K.).
OTHAL I. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.
Ottiliae I. Vklf. zu weibl. Oda (s. Aud) — Muttername (Wernigerode 1880). Auch Ottilige — Odiliae. (Doch gibt es auch einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).
Ötz- s. Aud (einst. K.).
Overbeek III. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s. Bach) — halb hochd. Oberbeck. Over = ober auch in Overberg, Overdieck; Overkamp, Overweg.
-ow III. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) — Formen, die sich in[S. 212] slawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endung ow (mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s. -o) herrschend geworden ist: Grabow, Fiddichow.
Daher nun die vielen ON. — von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow — auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).
Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.: Duchrow (O. Ducherow). Münchow (O. Mönchow). Strölow (O. Strelow) — mitunter auch bedeutendere wie Leitzow (O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).
Ableitungen auf -er sind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wie Bojanower (von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.
Häufiger sind Latinisierungen auf -ovius, aus der Zeit der Renaissance stammend (S. 63): Ciborovius. Gregorovius. Gusovius. Nicolovius — z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung: Bülowius. Wannowius.
Zuweilen ist das w abgefallen: v. Plotho (O. Alten-Plathow). Calo. Floto.
Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. in au übergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird: Grabau, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN. Gumtau dem ON. Gumtow, Treptau dem ON. Treptow, Bernigau dem ON. Bernickow, Kahlbau vermutl. dem ON. Calebow; umgekehrt Nipkow = dem ON. Nipkau, Calow dem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN. Lossow und Lossau, aus ON. Gülzow die FN. Gülzow und Gülzau, aus ON. Bülow die FN. v. Bülow und Bülau. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche Rentmeister Vanselow auch Vanselau genannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wieder Vanselow. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.
Pabst III. mhd. bâbest aus griech. lat. papas.
Pach a) I. s. Bag b) III. bayr. in Pachmayr, -maier.
-pach, -pacher s. Bach.
Pächter III. neueren Verhältnissen entstammend, daher als FN. sehr selten.
Padell s. Bad (einst. K.).
Päder s. Bad (V.).
Pagel s. Paulus.
Pagenhardt III. „Pferdehirt“ (aber auch ON.).
Pagenkopf III. „Pferdekopf“ (auch ON.).
Pagenstecher III. der die schlechten Pferde (niederd. Pagen) absticht, „Abdecker“.
Pahde s. Bad (einst. K.).
Pahl a) s. Bald (einst. K.) b) „Pfahl“.
Pahnke III. slaw. Panek „kleiner Herr“.
-paintner s. Bünd.
Paldramus s. Bald (V.).
Pälegrimm s. Pilgrim.
Pallauf, Palmer s. Bald (V.).
Pammer s. Bad (V.).
Pancratius II. griech. der „Allherrschende“ (Kal. 12. Mai) — Mamertus, P., Servatius die drei sogen. „strengen Herren“, welche die späten Frühlingsfröste bringen sollen.
Pand- s. Band.
[S. 213]Pankok(e) s. Pfannkuch.
Pann-, Pant-, Panz s. Band.
Pape s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.
Papinga s. Bad (zweist. K.).
Papke s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.
Päpke s. Bad (zweist. K.).
Pardiller III. romanisch-deutsch von pardill = pratello „kleine Wiese“.
Parthey s. Ber (v.).
Parzer III. „einer aus Parz“ (ON. häufig in (Österr. ob der Ens).
Pastor III. lat. „der Hirte; Pfarrer“. FN. Gen. Pastoors (Kleve).
Paternoster III. = Paternostermeker „Verfertiger von Rosenkränzen“ (Schütte), doch vgl. Heinr. Vaderunser 1565.
Pathe, Pät- s. Bad (einst. K.).
Patsch, Patz- s. Bad (einst. K.).
Pätsch s. Ber (einst. K.).
Pauck s. Baug.
Pauel- s. Paulus.
Pauer s. Bauer.
Pauker III. mhd. pûkaere „Paukenschläger“.
Paulus II. lat. „der Kleine“; St. Paulus, der Apostel. (Kal. 25. Jan., 29. 30. Juni.)
Paumann s. Baumann.
Paur s. Bauer.
Pausepack III. „Bausbacke“.
Pav-, Paw- s. Paulus.
Payer s. Baier. Auch in der Zss. Payrhuber.
Pecht- s. Beraht (V., einst. K.).
Ped- s. Petrus.
Pelkert s. Big.
Peilert s. Bil.
Peldram s. Bald (V.).
Pelikan III. zeichnet sich nach dem Glauben des Altertums (s. Aelian 3, 25) vor allen Vögeln durch die Liebe zu seinen Jungen aus, die er mit seinem Blut ernährt, und wenn sie tot sind, zu neuem Leben erweckt. Daher in der christlichen Mystik ein Bild für den Heiland.
Pelzer III. mhd. belzer „Pelzhändler“.
Pemmerl, Pendele s. Band.
Penke, Penneeke s. Berin (einst. K.).
Penning s. Pfennig.
Perdt III. niederd. pêrd „Pferd“.
-perg, -perger s. Berg.
Pering s. Ber (einst. K.).
Perl- s. Ber (V., einst. K.).
Pern- s. Born (V.).
Person s. Petrus.
Perthes, Pertsch, Pertz s. Ber (einst. K.).
Petersilje III. deutlicher Pflanzen-N., Petercilie 1300, 1587: Petzerlei.
Pethke s. Bad (einst K.).
Petrus II. griech. „Fels, Felsenmann“, Übersetzung des hebr. Kephas; St. Petrus, der Apostel, mit eigentlichem N. Simon (Kal. 18. Jan., 29. Juni, 1. Aug.).
Petter s. Petrus.
Petz- s. Ber (einst. K.).
Peucker s. Pauker.
Peukert s. Baug.
Peutler s. Beutler.
Peyer s. Baier.
Pfab s. Pfau.
Pfabian s. Fabianus.
[S. 214]Pfadenhauer s. Pfettenhauer.
Pfaffe III. ahd. pfaffo, mhd. pfaffe aus lat. papa der „Geistliche“ und zwar „Weltpriester“, seelsorgender Geistlicher im Gegensatze zu dem Klostergeistlichen und dem Laien — erst bei Luther und Aventinus († 1534) in verächtlichem Sinne. Den Übergang zum FN. weisen Benennungen auf wie Wernher dictus Paffe 1284; Heinrich des Pfaffen sun (Bacm.).
Pfannenschmid III. s. Schmid (in Kolberg heißt eine ganze Straße auf der Münder Vorstadt „Pfannschmieden“, weil hier ehemals die Pfannen zum Salzsieden geschmiedet wurden).
Pfannkuch III. s. Speisen S. 46. Niederd. Pankoke, vgl. Pangkoke 1369 Braunschw.
Pfätchenhauer, Pfatten- s. Pfettenhauer.
Pfau III. ahd. phâwo, mhd. phâwe „Pfau“ aus lat. pavo. (Otto dictus pavo 1300. Jörg Pfauenschwanz 15. Jh.) Auch Pfabe; Pfab — Pfob.
Pfauw s. Pfau.
Pfeffer III. eine Brühe zu Fleischspeisen, wegen der starken Gewürze so genannt (jetzt noch „Hasenpfeffer“).
Pfeffersack III. der alte Spottname der Kaufleute. Niclas pfeffersak 1419. (S. auch Goethes Götz, Akt 3, Sz. 1: „Wenn ein Kaufmann einen Pfeffersack verliert“ usw.).
Pfeidler III. „Hemden, Kleider usw. feilhaltender Händler“ (vom mhd. pfeitel Hemd).
Pfeifer III. ahd. pfîfâri, mhd. pfîfaere, pfîfer.
Pfeilschifter s. Pfeilsticker.
Pfeilsticker III. „der die Stecken für die Pfeile macht“.
Pfennig III. s. Münznamen S. 45, ahd. phantinc (von phant Pfand), mhd. pfenninc „Pfennig“ (doch häufig in allgemeinerer Bed. = Geld, Geldsumme, wie noch jetzt in „Mutterpfennig“, „Sparpfennig“ u. a.).
Pfettenhauer III. der „die Querbalken eines Hauses zuhaut“ (Andresen).
Pfeuffer s. Pfeiffer.
Pfingst III. zu den Zeitnamen.
Pfister s. Pistor.
Pflaumbaum III. „der beim Pflaumbaum Wohnende“. Doch in einer Familie mißverständl. aus Plumbum, der Latinisierung von Bley. (Andresen, Volksetymologie). Niederd. Plumbohm.
Pfleiderer s. Pleitner.
Pflug III. vgl. Eberhardus dictus Pfluoc 1294. Zss. Keilpflug. Stellpflug. Niederd. Ploog.
Pflüger III. niederd. Plöger — Pleuger.
Pförtner III. mhd. portenaere (mittellat. portenarius).
Pfotenhauer, Pfötkenhauer s. Pfettenhauer.
Pfraumbaum III. „Pflaumbaum“ mhd. phrûmbaum (neben pflûmboum) vom lat. prunus.
Pfretzschner III. „Kleinkrämer“ (südd.).
Pfuhl III. mhd. phuol aus lat. palus „Pfuhl“. In ON. seit dem 9. Jh., doch mehr vereinzelt; niederd. –pohl.
Pfurtscheller III. (romanisch-deutsch) „einer von Fortschella“ (Berggabel, Joch).
Pfyffer s. Pfeifer.
Philippus II. griech. „Roßfreund“; St. Philippus a) der Apostel b) der Almosenpfleger Apostelg. 6, 5. 8, 26 ff.
Pichler, -pichler s. Bühel.
Pichlmaier III. „der Meier auf dem Bühel“ (s. Bühel und Meier).
Pick- s. Big (V., einst. K.).
Piel- s. Bil (V., einst. K.).
-piel s. Bühel.
Pielsticker s. Pfeilsticker.
Piepe III. „Röhrbrunnen“. In FN. wie Piepenbrinck, –brock.
Pieper s. Pfeifer.
Pierson, Pieters s. Petrus.
Pigge s. Big (einst. K.).
Pigler s. Bühl.
Pilartz s. Bil.
Pilger, Pilgram s. a) I. Bil (V.) b) III. Pilgrim.
Pilgrim III. mhd. bilgerîn aus lat. peregrinus. Schon 1245: Peregrinus.
Pill- s. Bil (V., einst. K.).
Pilz, Pilzing s. Bil (einst. K.).
Pinder, Pinter s. Binder.
Pinkepank III. Spottname f. einen „Schmied“.
Pirkmayr III. (südd.) „Birkm.“.
Pischof s. Bischof.
Pistor III. Latinisierung für Becker (schon 1340 im Gött. UB. als FN.); verlängert Pistorius, wovon der Gen. Pistory. Wieder umgedeutscht Pister, Pfister; Pfisterer (südd.); Pfistner (bad.). Gen. Pisters.
Pittner s. Büttner.
Plagge III. zur Düngung abgeschaufeltes „Rasenstück“. FN. Plaggemeyer.
Planck s. Blank.
Plaß s. Blasius.
Plater, Platner III. a) mhd. blatenaere, platner „Verfertiger der blate“, einer Schutzwaffe, die vor der Brust über der halsperge getragen wurde (vgl. „Platnergasse“ in Prag) b) „Pfaffe“ von der Tonsur.
Platter III. „Mein Vater hieß Antoni Platter, von dem alten Geschlecht der Platter. Die haben ihren N. von einem Hause auf einer breiten Platte, d. i. ein Felsen auf einem gar hohen Berg bei dem Dorfe Grenchen.“ (Thom. Platters Leben S. 14).
Platzfuß III. „Plattfuß“ (S. 50); niederd. Plattfaut; Platvoet.
Pleitner III. „der die Bleiden d. i. Wurfmaschinen (mhd. blîde) bedient“. Auch Pfleiderer.
Plettner s. Plater.
Pleuger, Plöger s. Pflüger.
Plitt s. Blid.
Plogstert III. (Lippe) „Pflugsterz“.
Plönnies s. Apollonius.
Plotho III. Freiherr v. Pl. — Stammsitz Alten-Plathow, Kr. Jerichow in Brandenb. (Adelslex.).
Plüm- s. Blom.
Plumbohm III. s. Pflaumbaum. Plummeyer.
Pobel s. Bod (zweist. K.).
Poddig s. Bod (einst. K.).
Pogge III. niederd. „Frosch“ (Padde), vgl. ON. Poggendorf, Poggenkrug; Paddewisch.
Pogner s. Bogner.
Pohl III. niederd. „Pfuhl“ — in Zss. wie Pohlkamp; Pohlmeyer; Pohlschröder — Gausepohl s. auch Pfuhl.
Dagegen der einfache N. Pohl wohl meist zu Paulus (Preuß 27 — doch s. auch Bald).
Pohland III. älterer N. für „Polen“. Polland.
Pohse s. Bos.
Pointner s. Bünd.
Poll- s. Bald (V., einst. K.).
Pollack III. ein „Pole“. Auch Polack.
Pollender III. ein „Pole“, von Poland = Polen.
Poltrock s. Bald (V.).
Polz, Pölzl s. Bald (einst. K.).
Polzer III. (österr.) „Verfertiger von Bolzen“.
Pomme s. Bod (zweist. K.).
[S. 216]Pommerenke III. (Pommeränecke 1681) ein „alter, ehrlicher Pommer“ (Geisheim S. 78); wohl aus dem lat. Pomeranus mit der niederd. Verkleinerungsendung. Nebenff. Pommrehn (Pommerene 1300); Pommerening; Pomränig — Pommerienken (Gen., ostfries.). Der Chemnitzer Rektor Hager sagt in seiner „Ausführlichen Geographie“, Chemnitz 1747 T. II. S. 1058 von den Einwohnern Pommerns: „Die Einwohner sind nunmehro redliche Teutsche, nachdem die Wenden daraus vertrieben worden sind. Der Vorwurf, welcher ihnen wegen der Grobheit gemacht wird, rührt ohne Zweifel von ihren Feinden her. Und wenn auch die Erzählung von einem groben Pommerinken wahr wäre, welchen den Herzog Bogislaus dem Kayser Rudolpho II. auf Begehren geschicket haben soll, so gereichet selbige den Pommern nicht zum Nachtheile.“ Dagegen Pommerell „einer aus Pommerellen“, Pomerania parva, dem Landstrich zwischen Pommern u. der Weichsel.
Pomränig s. Pommerenke.
Pongratz s. Pancratius.
Pontnofer III. (romanisch-deutsch) „einer von punta nova“ (neue Brücke).
Pop- s. Bod (V., zweist. K.).
Popp-, Pöpp- s. Bod (zweist. K.).
Pörtner s. Pförtner.
Portugall III. Länder-N. — vielleicht auch von einem Gasthofe („König von Portugal“) übertragen.
Pörzel s. Burg (einst. K.).
Pößl s. Bod (einst. K.).
Potel, Poten s. Bod (einst. K.).
Potgieter s. Pottgießer.
Pothe, Pott s. Bod (einst. K.).
Pöttcher s. Bötticher.
Pötter s. Töpfer.
Pottgießer III. halbniederd. = „Topfgießer“ (der eiserne Töpfe gießt).
Pottke s. Bod (einst. K.).
Powels s. Paulus.
Pracht-, Prächt- s. Beraht (V., einst. K.).
Pramschiefer III. wie die ältere F. Pramschüver (KB.) beweist, s. v. a. „Prahmschieber“, der einen Prahm (großes, flaches Boot) auf dem Flusse schiebend fortbewegt.
Pranckh, Prändl, Prantl, Prantz s. Brand.
Prätorius III. „Schulze“ in der Toga (Gottschalk Schultze, lat. Abdias Praetorius, ausgezeichneter Pädagog des 16. Jh.).
Praun s. a) I. Brun (einst. K.) b) III. Braun.
Precht s. Beraht (einst. K.).
Preiser s. Breiser.
Preister III. niederd. „Priester“.
Preiswerk III. früher Brysswerk „Schnurmacher, Posamenter“ (s. Breiser).
Prenner s. Brenner.
Prentzel s. Brand.
Preser s. Breiser.
Preuß III. „ein Preuße“. Auch Prüßmann.
Priester III. aus griech.-lat. presbyter. (Vgl. franz. Leprêtre). Niederd. Preister.
Probst III. aus lat. propositus. Auch Kornprobst findet sich, entstellt Kornbrust (wie „wainprobst“ = tafernär) Bacm. Patr. A. Pröbsting (westf.).
Pröhle, Propping, Prott- s. Brord.
Pruck-, Prugg- s. Brück.
Pruckner, Prückner s. Brück.
Prummer s. Brun.
-prunn s. Brunn.
Prunner s. a) I. Brun b) III. Brunn.
Pucher s. Bucher.
Püchler s. Bühl.
Puchner III. „einer aus Puchen“ (Buchen).
Pückler s. Böckler.
Puff- s. Bod (zweist. K.).
Pühler s. Bühl.
Pupp- s. Bod (zweist. K.).
-purg s. Burg III.
Purgold s. Burg I. (V.).
Purgstall s. Burgstall.
Purk-, Pürkerth s. Burg (V.).
Putsche s. Bod (einst. K.).
Puttfarken III. niederd. „Pfützenferkel“ (?) von altniederd. pute Pfütze (aus lat. puteus) und Farken.
Puttkamer III. von P. eine der ältesten Adelsfamilien in Ostpommern, deren N. nach Angabe des pommerischen Wappenbuches daher stammt, daß ein Familienglied in Polen das Amt eines Podkomorzy „Unterkämmeriers“ (subcamerarius) führte. Dessen Nachkommen nannten sich Pod[S. 217]komer. Puttkumer, Podkamer, dann wechselnd Puttkamer und -kammer, bis 1859 auf dem Geschlechtstage von allen „Vettern“ beschlossen wurde, sich übereinstimmend Puttkamer — mit einem m — zu schreiben (wodurch jedoch die Aussprache dieses Namens = Puttkammer nicht berührt wird). Der N. findet sich übrigens auch als bürgerlicher in beiden Schreibungen: Puttkamer und Puttkammer.
Puttloff, Püttrich s. Bod (V.).
Puxbaum s. Buchsbaum.
Pyroldt s. Ber (V.).
Quadejacob II. der „böse Jakob“ (s. Jacobus).
Quadflieg III. „böse Fliege“.
Qualbert s. Wald I. (Walbert). Qu statt w findet sich im Altdeutschen öfter: Quolfwin, Quilibert = Wolfwin, Wilibert.
Quandt, Quante, Quantz s. Wand I.
Quardocus II. aus Twardocus, der slawischen Übertragung von Firminius.
Quentel s. Wandal.
Quentzel s. Wand I.
Quercke, Quering s. War (einst. K.).
Querner s. Körner.
Querüber III. wohl von der Lage der Wohnung (Pott S. 271), wie auch v. Hinüber.
Quidde s. Wid (einst. K.) — doch schon 4. Jh. Quito.
Quin, Quincke s. Win (einst. K.).
Quist in schwedischen N. (S. 77), altnord. quistr „Zweig“.
Quitt, Quittmann s. Wid (V.).
Raach s. Rag.
Raalt s. Rad (V.).
Raap s. Hraban.
Raatjes, Raatz s. Rad (einst. K.).
Rab- s. 1) Hraban 2) Rad (V.).
Rach- s. Rach — doch
Rachner s. Ragan.
Rack- s. 1) Rad (V.) 2) Rag.
Räcker s. Rad (V.).
RAD I. ahd. mhd. rât. altsächs. râd „Rat“. In EN. seit dem 5. Jh. nachweislich.
Radde s. Rad (einst. K.).
[S. 218]Räd- s. Rad (V., einst. K.).
Rademacher III. „Stellmacher, Wagner“.
Raffensack III. Satz-N. „raff in den Sack“. Auch gekürzt Raffsack. Vgl. Raffauf.
RAG I. ursprünglichere Gestalt des Stammes Ragan.
RAGAN 1. got. ragin „Rat“, altnord. Plur. regin die Ratschlagenden und Beschlußfassenden, die Götter — oft zur bloßen Steigerung verwendet (s. Lübben S. 7 ff.).
Ragg s. Rag.
Rahl- s. Rad (V., einst. K.).
Rahm- s. 1) Rad (V.) 2) Hraban.
Rahn- s. Ragan (V., einst. K.).
Raht- s. Rad (V., einst. K.).
Railing s. Rag.
Rain III. ahd. rain, mhd. rein „abgrenzender Bodenstreif“.
Rainprechter s. Ragan.
Rake s. Rag.
Rall s. Rad (einst. K.).
Ralph s. Rad (V.).
Ramb-, Ramp- s. Ragan (V., einst. K.).
Ramm- s. 1) Hraban 2) Ragan (V., zweist. K.).
Ramschüssel s. Reumschüssel.
RAND I. ahd. mhd. rant, Gen. randes „Schildrand, Schild“.
RANG I. zu ahd. ringen „ringen“, rang „Kampf“.
Ranger s. 1) Ragan (V.) 2) Rang.
Ränicke s. Ragan (einst. K.).
Ranke s. 1) Ragan (einst. K.) 2) Rang.
Rann- s. 1) Ragan (V.) 2) Rand.
Rant-, Rantsch, Rantze s. Rand.
Rap- s. Rad (V.).
Rapp- s. 1) Rad (V.) 2) Hraban.
Rappsilber III. Satz-N. vom niederd. rapen „raffen, rauben“. Altniederd. Rapesulver.
Rasmus s. Erasmus.
Rassel s. Rad (einst. K.).
Rath a) I. s. Rad (einst. K.) b) III. de Rath.
Rat-, Rath-, s. Rad (V., einst. K.).
-rath s. a) I. Rad b) III. Rode.
Räth- s. Rad (V., einst. K.).
Rathmann a) I. s. Rad (V.) b) III. mhd. râtman „Ratgeber“; dann „Mitglied einer städtischen Ratsversammlung“.
Ratsch, Ratt-, Ratz-, Rätzke s. Rad (einst. K.).
Raub- s. Hrod (V.).
Rauch- s. Hrod (zweist. K.).
Rauchfuß III. „rauher Fuß“, vom ahd. rûh, mhd. rûch rauh, rauch, haarig.
Rauchhaupt III. „rauhes Haupt“ s. das vorhergehende. Rauchkopf; halbniederd. Rukopf.
Räuchlin s. Hrod (zweist. K. Hrodg-.).
Räudel s. Hrod (einst. K.).
Rauff, Rauls s. Rad (V., Radulf).
Rauffenbarth III. Satz-N.
Raumer s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom (V.).
Raumschüssel s. Reumschüssel.
Rauner s. Run.
Raup- s. Hrod (V., zweist. K.).
Räußel s. Hrod (einst. K.).
Raut- s. Hrod (V.).
Rautenkranz III. urspr. Haus-N. Auch Rautenstrauch.
Räuzel s. Hrod (einst. K.).
Rav- s. Hraban.
Rawald s. Rad (V.).
Raymund s. Ragan (V.).
Rebbe s. Ric (zweist. K.).
Rebstock III. Haus-N. „zum Rebstock“ (S. 60 f.) auch bei Gasthöfen.
Rech-, Reck- s. 1) Rag 2) Ric (V.).
Reckefuß III. Satz-N. vgl. Streckfuß.
Red- s. Rad (V., einst. K.).
Redepfennig III. „bereiter, barer Pfennig“. Niederd. Redepenning. Vgl. niederd. Redegeld (FN. Redegeld) und Bretgeld; „mit redem gelde“ (Klemp. S. 510).
Reemsema s. Ragan (Raginbreht).
Reen- s. Ragan (V., einst. K.).
Reetz- s. Rad (einst. K.).
Ref- s. 1) Rich (V.) 2) Ragan (V.).
Regel-, Reger s. Rag.
Regen- s. Ragan (V., einst. K.).
Regenbogen III. schon N. eines Meistersängers.
Regenfuß III. Satz-N. „rege den Fuß“.
[S. 220]Regiomontanus III. Latinisierung für „Königsberger“ — Joh. Müller aus Königsberg in Franken, berühmter Mathematiker und Astronom, gest. 1476.
Regling s. Rag.
Rehbein III. wohl von der Schlankheit und Zierlichkeit, wie auch Rehfues. Andere Zss. mit Reh sind: Rehbock (engl. Roebuck). Rehkalf (niederd.). Rehkopf. Rehlamb. Rehfell.
Rehbinder III. „der das Riedgras od. Schilfrohr (niederd. rêt) zum Verkauf in Bunde bindet“.
Rehdantz III. Satz-S. aus älterem Regedanz „rege den Tanz an“. Vgl. Hebetanz, Rördanz.
Rehm- s. Ragan (V., zweist. K.).
Rehn- s. Ragan (einst. K.).
Rei s. Ric (einst. K.).
Reib- s. Ric (V., zweist. K.).
Reich- s. Ric (V., einst. K.).
Reicke s. a) Ric (V., einst. K.) b) III. „der Reiche“. Johann de Ryke (Lipp. Reg.).
Reidel s. Rid.
Reif- s. Ric (V.).
Reig- s. Ric (V., einst. K.).
Reil s. Ric (einst. K.).
Reim- s. 1) Ragan (V., zweist. K.) 2) Ric (V.) (doch Reimschüssel s. Reum-).
Rein- s. Ragan (V., einst. K.).
Reinganum III. O. Rheingönheim.
Reip- s. Rich (V., zweist. K.).
Reis s. Ris.
Reiter III. 1) ahd. rîtâri, mhd. rîter.
Reitgeld III. „bereites d. i. bares Geld“ (s. Redepfennig).
Reith, -reither s. Reut.
Reitz s. Rag.
Rekate, Rekelofs s. Ric. (V.)
Reling s. Rag.
Remer, Remb-, Remm- s. Ragan (V.).
Remp- s. Ragan (V., zweist. K.).
Renard, Renelt, Renf- s. Ragan (V.).
Renger s. 1) Ragan (V.) 2) Rang.
Renk- s. 1) Ragan (einst. K.) 2) Rang.
Renn- s. Ragan (V., einst. K.).
Rennebohm III. mittelniederd. Rennebom „Schlagbaum“ (Lübben, Etwas über niederdeutsche FN.).
Renner III. mhd. rennaere „Rennbube“, der die Pferde zu besorgen hat; oft = Bote, vgl. Klemp. „ronner“ (doch s. auch Raginhart).
Rensch s. Ragan (einst. K.).
Rent- s. Rand.
Renz s. Ragan (einst. K.).
Reppert s. Rad (V.).
Repschläger III. niederd. Reifschläger, d. i. „Seiler“ — von got. raip, ahd. mhd. reif, niederd. rêp Seil; Faßreif, Ring.
Requard s. Ric (V.).
Ressel s. Rad (einst. K.).
Reth III. ahd. hriot „Sumpfgras“ s. Ried.
Ret-, Rett- s. Rad (V., einst. K.).
Retzel s. Rad (einst. K.).
Reuleke s. Hrod (einst. K.).
Reumschüssel III. Satz-N. „räume die Schüssel“, von einem tüchtigen Esser (Godefredus dict. Rumskottele. 1178 Köln). Vgl. die alten N. Rumekiste; Rumenkasten; Rumzlant und Rumelant (zwei Dichter des 13. Jh.). — Rumenap (-pf); Raumsattel; Raumtaschen.
Reut III. vom ahd. riuti „durch Reuten urbar gemachtes Land“ (lat. novale), welches seit dem 8. Jh. sehr viele ON. bildet. Die neueren Bildungen (südd.) endigen teils auf –reut, woraus durch schlechtere Aussprache mehrfach –reit geworden, teils auf –ried.
Reuter III. 1) mhd. riutaere „Ausreuter“, der Land urbar macht 2) vom Rhein her eingedrungen aus mittelniederländ. ruiter — wohl aus mittellat. ruptarius, rutêrus, von rupta Abteilung eines Heeres (Rotte) — „Wegelagerer, Räuber“, woraus sich, da diese Leute häufig zu Pferde waren, die Bed. „Krieger zu Pferde“ entwickelte.
Reutsch s. Hrod (einst. K.).
Reyn- s. Ragan (V., einst. K.).
Rheinharz, Rhenrich s. Ragan (V.).
Rhode s. Hrod (einst. K.).
Rib- s. Ric (V., zweist. K.).
RIC I. got. reiks. ahd. rîchi, mhd. rîche „mächtig“ (vgl. lat. rex, rego und das deutsche Hauptwort Reich); „reich“. In PN. einer der häufigsten und der frühesten Stämme, schon im 1. Jh. vor Chr. bei lat. und griech. Schriftstellern in germanischen sowohl als keltischen N. sich findend: Theudoricus — Caesarix.
Rich- s. Ric (V., einst. K.).
Richter III. ahd. rihtâri, mhd. rihtaere.
Rick- s. Ric (V., einst. K.).
RID I. wohl zu nord. rîda, ahd. rîtan „reiten“.
Ridder s. Ritter.
Rieb- s. Ric (V., zweist. K.).
Riech- s. Ric (V., einst. K.).
Rieck- s. Ric (V., einst. K.).
Ried III. in ON. 1) ahd. hriot „Ried, Sumpfgras“, damit bewachsener Ort 2) ahd. riuti, mhd. riute durch Reuten urbar gemachtes Land; bayrisch Ried = novale und rieden = reuten (s. -reut). Die Scheidung ist bei der Menge hierher gehörender ON. schwer.
Ried- s. Rid.
Riedel s. 1) I. Hrod (einst. K.) 2) Rid.
Riedesel III. nach Vilmar „Reitesel“ ahd. rîtesel, was bestätigt wird durch das urkundliche her herman Reitesel, Egkhart Rietesel 15. Jh. (Bacm.).
Rieg-, Riek- s. Ric (V., einst. K.).
Riehn s. Ragan (einst. K.).
Rieloff, Riemann s. Ric (V.).
Riemer III. „Sattler“ (doch hin und wieder vielleicht zu ahd. Rimheri oder Ricmar).
In derselben Bedeut. Riemenschneider; Riemschneider.
Rien- s. Ragan (V.).
Rienäcker s. Ecke III.
Riep- s. Ric (V., zweist. K.).
Ries- s. Ris.
Riese III. der „Riese“. FN. Riese; Ries; de Ries (ostfries.). Doch findet sich auch schon ahd. Riso 9. Jh.
Rieth, -rieth s. Ried.
Rietsch- s. Ric (einst. K.).
Riew-, Riff- s. Ric (V.).
Rig- s. Ric (V., einst. K.).
Rikoff s. Ric (V.).
Rindsmaul III. österreich. Grafengeschlecht, vgl. Alb. Rindismul 1219, Alber der Rindsmaul 1317.
Ring-, Rink- s. Hring.
Rinniusland III. Satz-N. „renne ins Land“ (= Landfahrer).
Rip- s. Ric (V., zweist. K.).
Riquards s. Ric (V.).
RIS I. ahd. riso „Riese“. Risulf.
Einstämmige Kürzung Ris-.
[S. 223]Riss- s. Ric (einst. K.).
Ritsch- s. Ric (V., einst. K.).
Ritsert s. Ric (V.).
Ritter III. ahd. rîtâri, mhd. rîtaere, rîter, daneben riter, ritter, urspr. allgemein „Reiter“; nachdem aber die Veränderung des Kriegswesens seit dem 10. Jh. einen besonderen Stand vornehmer Krieger zu Roß hervorgerufen hatte, den Ritterstand, diente das Wort hauptsächlich zu dessen Bezeichnung = „adeliger Streiter zu Pferde“.
Die Form Reiter, die sich ebenfalls aus mhd. rîter entwickelt hat, ist als FN. selten.
Ritz s. Ric (einst. K.).
Rob-, Röb- s. Hrod (V., zweist. K.).
Röbe III. niederd. „Rübe“, in Röbekamp.
Roch- s. Hroc (V., einst. K.).
Rock III. in mannigfachen Zss.: Blaurock. Buntrock. Graurock (Gött. UB. I.: Grawerok 1383). Halbrock. Kurzrock. Langrock. Leibrock. Padrock (Pfaidrock, linnener Überwurf). Schönrock. Wittrock (niederd. = Weißrock).
Da im Altdeutschen Hroc als zweites Glied der Zss. verwendet wird (22 mal Först.), so werden Spuren davon auch in neueren Namen noch zu finden sein, z. B. Poltrock; auch für Wittrock findet sich schon ad. Witroch 8.
Rock-, Röck- s. 1) Hroc 2) Hrod (einst. K.).
Rod-, Röd- s. Hrod (V., einst. K.).
Rode s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. Rothe.
Rode III. in ON. zu „roden“ (reuten), wozu ein paar hundert alte Namen seit dem 8. Jh. und unzählige neuere auf -rode, -roda, -rod gehören. In Niederdeutschland tritt für o ein a ein: -rade, -rath.
-röder, -rodt s. Rode III.
Roel- s. Hrod (V., einst. K.).
Rog-, Rög- s. Hrod (V., zweist. K.).
Rogg- s. 1) Hroc 2) Hrod (V., zweist. K.).
Roh s. Hroc.
Rohd- s. Hrod (V., einst. K.).
Rohenkohl s. Hroc (V., Rochold).
Rohl- s. Hrod (V.).
Röhl- s. Hrod (einst. K.).
Rohm- s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.
Röhm- s. Hrom.
Rohn- s. Run.
Röhr-, Roht-, Rohw- s. Hrod (V.).
Rokohl s. Hroc (V.).
Rol- s. Hrod (V., einst. K.).
Rolfus, Rollfuß s. Fuß b)
Röll- s. Hrod (einst. K.).
Rom- s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.
Röm-, Romm- s. Hrom.
Ron-, Rön- s. Run.
Rondolf s. Rand.
Roos s. Hrod (einst. K.).
[S. 224]Röp- s. Hrod (V., zweist. K.).
Ropp- s. Hrod (V.).
Rördanz III. Satz-N. „rühre den Tanz“ d. i. hebe den Tanz an. Vgl. Hebetanz, Schickedanz.
Rorich s. Hrod (V.).
Ros-, Rös- s. Hrod (einst. K.).
Rose a) I. s. Hrod (einst. K. Rozo) b) III. s. das Folgende.
Rose III. die Königin der Blumen, in alter wie neuer Zeit beliebt; dann Sinnbild der Schönheit und der Liebe — gern zum Abzeichen (Hauszeichen S. 60) gewählt, bes. in der ritterlichen Heraldik (meist die rote Rose).
In vielen Zss.: Rosenblatt. Rosenblüt (schon unter den Meistersingern ein Hans Rosenplüt). Rosenbaum. Rosenkrantz (auch ON.). Rosenstengel. v. Rosenstern (Rose und Stern im Wappen verbunden). Rosenstiel. Rosenstock (S. 61). Rosenstrauch. Rosenzweig.
Mayrose. In vielen ON.: Rosenbach, -berg, -hain, -thal u. a.
Rosen III. Ballhorn, Erzieher lippischer Prinzen, erhielt statt dieses Namens, der ihm unangenehme Spöttereien zuzog, im Hinblick auf die Rose im lippischen Wappen den N. Ballhorn-Rosen, und seine Söhne, die bekannten Orientalisten, ließen den urspr. N. ganz fort und nannten sich einfach: Rosen (Pott, S. 661).
Rosen- s. Rose III.
Rosenbaum III. mhd. rôseboum „Rosenstock“. — Auch Haus-N. (in Straßburg zwei Häuser „zu dem Rosenbaum“ 1225) u. ON. Niederd. Rosenboom.
Rosenplenter III. niederd. = „Rosenpflanzer“.
Rosenstengel III., auch Rosenstingl (Wien).
Rosentreter III. (bei Klemp. Rosentreder) „der auf Rosen wandelt“. Auch Rosentritt.
Roß a) I. Horsa 5 (Roß) b) III. Roß (als Hauszeichen, wie namentlich bei Gastwirten).
Roßdeutscher s. Roßtäuscher.
Rossel, Rössel s. Hors.
Roßtäuscher III. mhd. rostûschaere der „Roßhändler“, von tûschen, tauschen (womit freilich gerade hier oft auch ein „täuschen“ verbunden ist) vgl. „Roßtauscher“ im Marburger Gewerbe-Verz., auch „Täuscher“, Schiller, Pegasus im Joche.
Rost-, Röstel s. Rust.
Rötgers s. Hrod (V.).
Roth s. a) I. Hrod (V., einst. K.) b) III. Rothe.
-roth s. Rode.
Röth- s. Hrod (einst. K.).
Rothbarth III. Zss. mit Bart, vgl. Friedrich Barbarossa (kann aber in manchen Fällen auch = Hrodebert sein).
Rothe III. nach der Farbe des Haares, s. Fuchs. Heinrich der Rothe 1263.
-röther s. Rode.
Rothermel III. zu den von der Kleidung entlehnten N. (S. 46). Desgl. Rothkäppel.
Rothmaler III. „der die roten und überhaupt die bunten Anfangsbuchstaben in Handschriften anfertigte“, lat. rubricator (Rubrik), illuminator.
Rothschuh III. Schuh aus feinem rotem Leder (Corduan) — bei reichen Leuten beliebt (Weinhold, Deutsche Frauen II, 265).
Rotsch, Rötsch, Rott-, Rotz, Rözel s. Hrod (einst. K.).
Röve niederd. Rübe-, in Rövekamp; Röwekamp.
Rovers, Röve s. Hrod (zweist. K.).
Rub- s. Hrod (V., zweist. K.)
Rübig s. Hrod (zweist. K.).
Rübsamen III. deutlicher N. aus dem Pflanzenreich. Auch Rübesam.
Rubl s. Hrod (zweist. K.).
Ruck- s. Hrod (V., einst. K.).
Rück- s. 1) Hroc 2) Hrod (V., einst. K.).
Rück III. ahd. hrukki, mhd. rücke „Rücken“,
1) in Zss. wie: Breitruck. Weißrück —
2) in ON. wie Geisruck, Ziegenrück.
Rud-, Rüd-, Rüed- s. Hrod (V., einst. K.).
Ruf- s. Hrod (V., zweist. K.).
Rüffert s. Hrod (V.).
Rug-, Rüg- s. 1) Hroc 2) Hrod (V., zweist. K.).
Ruhe, Rühe s. Hroc.
[S. 225]Ruhfuß s. Rauchfuß.
Ruhkopf III. halbniederd. = „Rauhkopf“.
Ruhle s. Hrod (einst. K.).
Rühl- s. Hrod (V., einst. K.).
Ruhm-, Rühm- s. Hrom.
Rühmekorb III. Satz-N. „räume d. i. leere den Korb“. Niederd. Ruhmkorff; Rühmekorf (s. Reumschüssel).
Ruhn- s. Run.
Rul- s. Hrod (V., einst. K.).
Rum- s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.
Rüm-, Rumm-, Rümm- s. Hrom.
Rumohr III. Dorf bei Kiel, ehemals Rugemoor d. i. rauhes (= mit Gebüsch bewachsenes) Moor.
Rump- s. Hrom (V., zweist. K.).
Rumschöttel s. Reumschüssel.
RUN I. got. runa, ahd. rûna, mhd. rûne „Geheimnis, geheime Weisheit“ (vgl. „Runen“ und das nhd. „raunen“).
Run-, Rün- s. Run.
Ruoff s. Hrod (zweist. K.).
Rup- s. Hrod (V., zweist. K.).
Rüp- s. Hrod (zweist. K.).
Ruß, Rüßler s. Hrod. (einst. K.).
RUST I. ahd. hrust, rust „Rüstung“.
Rußwurm III. mhd. ruoȥwurm. Auch Roßwurm.
Rüt-, Ruth- s. Hrod (einst. K.).
Rüter s. Reuter.
Rutschke, Rütschle s. Hrod (einst. K.).
Rutt-, Rütt- s. Hrod (V., einst. K.).
Rutz-, Rütz- s. Hrod (einst. K.).
Ruwoldt s. Hrod (V.).
Ryder s. Reiter.
Rykena s. Ric (einst. K.).
Saacke s. Sac.
Saar- s. Sar.
Saaß s. Sahs.
Sabellius II. Presbyter in Ptolemais (3. Jh.).
SAC I. got. sakan, ahd. sahhan „streiten“. Sahmar.
Sachs- a) s. I. Sahs b) III. Stammesname: Sachse; Sachs, Sax.
Sack a) I. s. Sac. b) III. zu den Gerätnamen, bes. in Zss., die wohl großenteils Spottnamen sind: Biersack. Buttersack. Botsack (Botentasche). Habersack. Hopfensack. Ledersack. Milchsack (mhd. milchsac „Hirtentasche“). Strohsack. Vollsack. Wadsack. c) III. ON. in Bohnsack (Westpreußen).
Sackmann III. mhd. sacman „Troßknecht“ (auch = Plünderer).
Sadler, Sädler s. Sattler.
Sager III. der „Säger“, vgl. Ludeke de sager Ehrentraut fries. Archiv. Bd. I, H. 3.
Sägert s. Sig (V.).
Sägesser s. Segisser.
Sahlmann s. Sal.
Sahr s. Sar.
SAHS I. zum Volksnamen der „Sachsen“, ahd. Sahso, mitteld. niederd. Sasse (vom ahd. sahs Messer, urspr. Steinmesser, vgl. lat. saxum. S. 15). Sahsbert. Sahsarich.
Saitz s. Sig (einst. K.).
SAL I. vielleicht zu got. saljan „darbringen“, ahd. sala, mhd. sal „rechtliche Übergabe eines Gutes“. Salabald.
Sallwerk III. mhd. sarwurke, später entstellt salwurke (z. B. Berchtold Salwurk 1373) „Harnischmacher“. Auch Sallwürk.
Salomo II. hebr. „der Friedliche“.
Salzer III. der „Einsalzer“.
Samariter III. wohl mit Bezug auf den „barmherzigen Samariter“ Ev. Luc. 10.
Sambol s. Sand.
-samer s. Heim III.
Samm- s. Sand.
Samuel II. hebr. Schemuêl „von Gott erhört“ (1. Sam. 1, 20).
SAND I. hochdeutsche F. des altsächsischen sôdh (dän. sand) „wahr“.
Sand a) I. s. Sand b) III. = Sandfläche, vgl. Ulrich im Sand 1264. Auch häufiger ON.
Sander a) I. s. Sand b) II. Alexander.
Sandfuchs III. „sandgelbes Pferd“.
Sanftleben III., niederd. Sachtleben (schon 1369 Heneke Sachtelevent), „der ein sanftes d. i. ruhiges Leben führt“.
Sann-, Sant- s. Sand.
Santjohanser III. von dem Dorfe u. ehemaligen Kloster St. Johann in Toggenburg (Tobler-M.).
SAR I. got. sarvo, ahd. saro, mhd. sar- (nur in Zss.) „Rüstung“.
Sarrazin, Sarazin (gewöhnl. in franz. Aussprache) III. mhd. Sarrazîn, franz. Sarrasin, mittellat. Saracenus, arab. scharakyn „Sarazen, Morgenländer“.
Sarre s. Sar.
Sartor III. Latinisierung für „Schneider“.
Saske, Sass- s. Sahs.
Sattler III. ahd. satalâri, mhd. satler.
Sauer III. einfach und in mancherlei Zss. (S. 47): Sauerapfel. Sauerbier. Sauerbrei; Saurbrey. Saueressig. Sauermilch. Sauermost. Sauersenft. Sauerteig. Sauerwein. — Sauerbeck.
Saufaus III. Satz-N. „ein Saufaus“ (Säufer).
Säugling III.
Saupe s. Sund.
Sauter s. Suter.
SCAC I. zu altnord. skaka, angels. scacan „schütteln, erschüttern“ (engl. shake; Shakespeare = Schüttelspeer).
SCALC I. got. skalks, ahd. scalc, mhd. schalc, schalch „Knecht, Diener“. Scalcoman 8.
[S. 227]SCAR I. ahd. scara, mhd. schar „Schar“ (Heeresabteilung) — oder ahd. scar, mhd. schar „schneidende Waffe“ (Pflugschar). Scaramunt.
SCARP I. ahd. scarf, mhd. scharf, scharpf, alts. scarp „scharf“, Skerfold u. a.
SCAUN I. got. skauns, ahd. scôni, mhd. schoene „glänzend — schön“.
Schaar s. Scar.
Schach-, Schächle s. Scac.
Schachtschabel III. mhd. schûchzabel „Schachbrett“.
Schack-, Schäckel s. Scac.
Schade III. ahd. scado. mhd. schade „schädigender Feind, Widersacher“ (doch auch schon im 8. Jh. Scatto).
Schadenfroh III. S. 48.
Schaf III. (Hauszeichen S. 61); mit der Zss. Schlachtschap, dem N. eines Wiedertäufers in Münster 1534.
Schäfer III. ahd. scâphare, mhd. schaefer „Schafhirt“.
Schaffenhauer III. „Verfertiger von Schaffen“ (ahd. scaph, mhd. schaf, altsächs. scap Schaff, Holzgefäß), etwa = Bötticher.
Schäffer III. (mit geschärftem Vokal) ahd. scaffâri, mhd. schaffaere, schaffer, scheffer „Schaffner“ (Verwalter, Hausmeister).
Schaffnicht III. Satz-N. „schaffe nichts“ (ein Faullenzer). Auch Schaffnit.
Schaffrath III. „schaffe Rat“ (einer der immer Rat zu schaffen weiß) — auch Schaffenrath.
Schalch, Schalk, Schall s. Scalc.
Schaper, Schäper s. Schäfer.
Schapper s. Schäffer.
Scharf-, Schärf- s. Scarp.
Schäring, Scharl-, Scharold s. Scar.
Scharp- s. Scarp.
Scharr s. Scar.
Schaubert s. Schubert.
Schauer s. Scur.
Schaufert s. Schubert.
Schauinsland III. Satz-N. (O. in Baden); auch zsgz. Schaunsland.
Schaumkell III., Schaumlöffel III. s. S. 44.
Schaur- s. Scur.
Scheele s. Schiele.
Scheelhaß s. Schellhase.
Scheepers s. Schäfer.
Scheer a) I. s. Scar b) III. mhd. scher der „Scherer, Barbier“.
[S. 228]Scheerpelz III. Satz-N.
Scheff(n)er s. Schäffer.
Scheffler III. mhd. scheffelaere, von scheffel kleines Schaff (niederd. Schapp), der „Faßbinder“. In München Bezeichnung des Gewerbes (Schäffler).
Scheibner III. einer aus dem O. Scheiben (in Böhmen, Steiermark u. a.)
Scheide III. im Sinne von „Wasserscheide“ seit dem 8. Jh. in ON. Heutzutage die einfachen Scheide, Scheidt und viele Örter auf -scheid, die eine zusammenhängende Masse in dem Regierungsbez. Arnsberg, der preuß. Rheinprovinz, Nassau, Luxemburg bilden.
Scheidemann III. mhd. scheideman „Schiedsrichter“.
Scheil s. Schiele.
Schein III. in den Zss. Blumenschein. Hausschein (verlateint Oecolampadius). Maienschein. Monschein.
Scheld-, Schell- s. Scild.
Schellhase III. „scheu aufspringender (mhd. schellec) Hase“. Entstellt Scheelhaß.
Schellhorn III. Schelchshorn 1677, Schelshorn (München) „Horn des Schelchs“ (Riesenhirsches Nib. 880). Auch Schöllhorn.
Schellkopf III. „Kopf des Schelchs“ d. i. Riesenhirsches.
Schelt- s. Scild.
Schenk III. ahd. scenco, mhd. schenke der „Schenke, Mundschenk“ — bes. auch ein Hofamt; daher in den N. mehrerer edler Geschlechter, die dann dem Amte zur weiteren Unterscheidung oft noch den Stammsitz hinzufügten: Kuonrat der schenke von Wintersteten. Gegenwärtig noch: Schenk von Stauffenberg (ehemals Schenken der Hohenstaufen); Schenk von Geyern; Schenck zu Schweinsberg u. a. — Zss. Bierschenk. Weinschenk.
Schenkel III. Körperteil — mit den Zss. Kurzschenkel. Langschenkel.
Schepeler s. Scheffler.
Scher- s. Scar.
Scherer III. mhd. scheraere „Scherer“ d. i. Barbier, doch auch Feldscher und Tuchscherer.
Scherf-, Scherp- s. Scarp.
Schermer s. Schirmer.
Scherr- s. Scar.
Scheubenpflug III. Satz-N. „schiebe den Pflug“ (ein tüchtiger Pflüger).
Scheuchenpflug III. Satz-N., vom mhd. schiuhen scheuen: „scheue den Pflug“.
Scheuer-, Scheur- s. Scur.
Scheunemann III. „der an der Scheune“. Niederd. Schünemann.
Schick s. Scic.
Schickedanz III. Satz-N. „schicke den Tanz“ d. i. ordne den Tanz an — auch Schickendans — Schücktanz (österr.).
Schiele III. „schielend“. Schile-Peter.
Schietendüvel III. Satz-N. „schieß den Teufel“.
Schier- s. Scir.
Schiffer III. Gen. Schiffers (niederrhein.).
Schifferdecker III. = Schieferdecker.
Schiffmann III. ahd. scefman, mhd. schifman der „Schiffer“ (welches letztere erst seit dem 16. Jh. auftritt). Niederd. Schippmann.
Schild- s. Scild.
Schild III. in Haus-N. Grünschild. Rothschild.
Schildwächter III. der „in voller Rüstung Wache stehende Krieger“ (s. Luthers Bibelübers. Richt. 7, 11).
Schilf-, Schilk-, Schill- s. Scild.
Schiller a) I. III. wohl durch Rückangleichung aus Schilter, Schilder entstanden, wie Hiller aus Hilder. Man vergleiche auch „schillern“ = schildern (Schildwach stehen) in einem bei Moscherosch aufbewahrten Volksliede des 17. Jh.:
b) III. „ein Schielender“ (schwäb. schilla „schielen“).
(Der N. Schiller findet sich in Oberschwaben schon im J. 1403.)
Schilling III. die bekannte Münze, schon im got. skillings (wohl zu ahd. scellan klingen), seitdem in allen germanischen Sprachen, mhd. schillinc. (Doch schon im Angels. ein Scilling der „Tönende“, als Gefährte des sagenhaften Sängers Vidsidh).
Schilter a) I. s. Scild b) III. ahd. schiltâri mhd. schiltaere der „Schilde und überhaupt Lederwerk anfertigt“; der „Schildmaler, Wappenmaler“ (woher nhd. das Zeitwort „schildern“). Wolchwin der Sciltaer 1190, Johannes dictus Schildere (pictor).
Schimmelpfennig III. einer der den Pfennig erst mit Schimmel sich überziehen läßt, ehe er ihn ausgibt. Vgl. Wucherpfennig.
Schindler III. mhd. schindelaere „Schindelmacher“.
Schipper III. s. Schiffer.
Schirmeister III. bei den Schmieden der „Vorschläger“; sonst „Geschirrmeister“ auf Schiffen, bei den Posten usw. (Kann aber z. T. auch aus mhd. schirmmeister „Fechtmeister“ entstanden sein.)
Schirmer III. ahd. schirmâri, mhd. schirmaere 1) „Schützer“ 2) „Fechter“. Auch Schürmer — Schermer.
Schirott, Schirrey s. Scir.
Schittenhelm s. Schüttenhelm.
-schitz III. in ON. slawisch, s. S. 90.
Schlächter III. slahtâri, mhd. slahtaere, slahter, slehter der „Fleischer“.
Schladenhauffen s. Schlagdenhauffen.
Schladoth III. niederd. Satz-N., ein „Schlagetot“.
Schlag III. in ON. vom Schlagen eines Waldes: Puoheslaga 9. u. a., jetzt Buchenschlag — mitunter auch aus loh „Busch“ mit vorhergehendem s entstellt: Adelschlag aus Adaloltesloh. (Noch andere Bed. von „Schlag“ in Flur-N. bei Buck S. 239-40).
Schlagdenhauffen III. Satz-N. für einen tapfern Dreinschläger; auch Schlaginhaufen — aus beiden abgekürzt: Schlagenhauf. Ähnlich
Schlagenteuffel III. Satz-N. s. S. 52.
Schläger III. einfach und in Zss.: Kesselschläger. Lautenschläger.
Schlagintweit III. niederd. Satz-N. aus „Schlag in dat Weite“.
Schlauderaff III. ein nichtstuender „schluderiger Affe“ (woher Schlaraffe. Schlaraffenland).
Schleemilch s. Schlegelmilch.
Schlegel III. ahd. slegil, mhd. slegel „Schlägel“, Werkzeug zum Schlagen (auch Schlachten). Hermann der slegel 1299.
Schlegelmilch III. „Buttermilch“ (von schlagen mhd. slegemilch, slêmilch). Auch Schleemilch; Schlömilch.
Schlemmer III. „Schlemmer“, der slemmer 1595.
Schlesing III. ein „Schlesier“ — neben dem neueren Schlesinger und auch Schlesier.
Schlichtegroll, auch Schlichtkrull III. Satz-N. „schlichte die Locken“, mhd. krülle „Haarlocke“.
Schlick III. mhd. slic „Fresser“.
Schließer III. der „Schließer“, bes. in dem Sinne von „Gefängniswärter“. Niederd. Schlüter (Klemp. Matrikeln der pommerschen Ritterschaft S. 136: Sluter = claviger).
Schlindewein III. Satz-N. von mhd. slinden schlingen = „Weinsäufer“.
[S. 230]Schlockebier s. Schluckebier.
Schlöhbaum III. „Schleebaum, -busch“ (ahd. slêha Schlehe, prunella).
Schlömilch s. Schlegelmilch.
Schlosser III. neuere Bezeichnung statt der älteren Kleinschmied.
Schlothauer III. „Schlosser“. Auch Schlotzhauer.
Schluckebier III. Satz-N. Nach Vilmar ist ein ganzes hessisches Dorf von Schluckebieren bewohnt. Auch Schlockebier.
Schluraffe s. Schlauderaff.
Schmeekebier III. Satz-N. „schmecke Bier“ (s. Schluckebier).
Schmeckpeper III. Satz-N. niederd. „schmecke Pfeffer.“
Schmed-, Schmetje s. Smid.
Schmid a) I. s. Smith b) III. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit jeder „der aus Metall Geräte verfertigt“.
Schmidd-, Schmied-, Schmit- s. Smid.
Schmock, Schmuck-, Schmück- s. Smuk.
Schnapauf III. Satz-N.
Schnatmeyer III. Schnat oder auch Landwehr: an der Grenze gelegene Abteilung der Mark, die einer engeren Gemeinschaft zugehört. Auch in Schnatmann; Schnathorst.
Schnee III. — auch in der Zss. Kaltschnee. Schneekloth; Schneekluth niederd. = Schneekloß. Schneevogl.
Schneeweis III. mhd. snêwîȥ.
Schneewind s. Schneidewind.
Schneid III. wohl die (politische) Grenze bezeichnend, in ON. seit dem 8. Jh. (Otensnaita).
Schneider III. erst mhd. snîdaere, snîder „der ein Gewand zuschneidet und verfertigt“ — einer der häufigsten FN. Gen. Schneiders (niederrhein.).
(Die Bemerkung Vilmars, daß der N. nur aus Mittel- und Oberdeutschland stamme, wird durch die obigen Anführungen hinfällig).
-schneider III. in Zss. wie Brettschneider, nicht von dem Hauptw. Schneider, sondern unmittelbar von dem Zeitw. schneiden.
Schneidewind III. Satz-N. „durchschneide den Wind“ d. i. ein „unruhiger, umherziehender (Landsknecht)“ Snydewint 13. Jh. vgl. franz. Taillevent — als FN. in den verschiedensten FF.: Schneidewind; Schneidawind; Schneidewin; Schneidewendt — Schnödewind — Schniewind — Schneewind.
Schnell- s. Snel.
Schnellenpfeil III. Satz-N. „schnelle den Pfeil“. So auch Spitzenpfeil.
Schnetger, Schnetker s. Schnittger.
Schnetzler III. der „Schnitzler“.
Schnieder, Schnier s. Schneider.
Schniewind s. Schneidewind.
Schnitter III. mhd. snitaere, snitter der „die Ernte schneidet“.
Schnittger III. niederd. Snittger, der „Tischler“.
Schnitzer, Schnitzler III. mhd. snitzaere, snitzeler „Bildschnitzer“.
Schnödewind s. Schneidewind.
Schnuphase III. zu schnauben, schnopern „wittern“. Vgl. FN. Spörhase „Spürhase“.
Schobelt, Scholle s. Scut.
Schöffer s. Schäffer.
Scholten, Scholz- s. Schultheiß.
Schomaker s. Schuhmacher.
Schomann s. Schumann.
Schömann III. N. eines bekannten Greifswalder Professors, aus dem schwed. Sjömann „Seemann“.
Schombart III. mhd. schemebart (bärtige) „Larve, Gesichtsmaske“. Nhd. Schönbart (doch s. auch Scaun I.).
Schombert, Schömperle, Schon-, Schön- s. Scaun.
Schöne, Schön a) I. s. Scauni b) III. der „Schöne“ (vgl. franz. Lebeau). In Zss.: Schönknecht. Schönrock. Schönbaum u. a.
Schoon s. Scaun.
Schopenhauer III. der „Schopen d. i. Schöpfkellen (s. Klempin, Diplomat. Beitr. S. 487) zuhaut“.
Schopp s. Scut.
Schöps III. aus slaw. skopec castratus — als FN. in Schlesien häufig. Der Husaren-Oberst Rudorf mußte auf Befehl Friedrichs d. Gr. seinen ursprünglichen N. „Schöps“ ablegen (Pott S. 287).
Schotte a) I. s. Scut b) III. „Schotte“ d. i. Krämer und Hausierer, nach den zahlreichen Schotten, die im Mittelalter als Hausierer durch Deutschland zogen. FN. Schotte; Schott.
Schötteldreier s. Dreher.
Schöttler s. Schüßler.
Schottmüller III. urspr. Müller: „Anfang des J. 1858 bewarb ich mich aus Rücksicht auf meine zahlreichen Söhne um die Erlaubnis, meinem Vaternamen den FN. meiner Mutter, einer geb. Schott, vorsetzen zu dürfen, und nenne mich seitdem Schottmüller“. (In der Lebensbeschreibung des Prof. Adolf Sch., welche er seinem „Luther“ vorangestellt hat.)
Schrader s. Schröter.
Schramm III. „der mit der Schramme“. Hans Breitbeck mit der schrammen 1459.
Schraudolph, Schraut s. Scrot.
Schreiber III. ahd. scrîbâri, mhd. scrîbaere der „Schreiber“, doch in weiterer Bed. und unter Umständen von höherem Range als jetzt: Notar, Rechnungsführer, Kanzler.
[S. 232]Schreur s. Schröter.
Schriever s. Schreiber.
Schrocke s. Scrot.
Schröder s. Schröter.
Schrödl s. Scrot
Schröer s. Schröter.
Schröpf, Schropp s. Scrot (zweist. K.).
Schrot-, Schrötel s. Scrot.
Schröter III. mhd. scrôtaere, neuniederd. schröder, schröer (vom ahd. scrôtan, mitteld. schrôden, schrâden abschneiden) 1) der Kleider zuschneidet, „Schneider“ 2) der Lasten, namentlich Fässer „schrotet“, d. i. auf zwei Leiterbäumen, die oben und unten verbunden sind, schiebend fortbewegt oder wälzt. In dieser Bed. noch im 16. Jh. allgemein, z. B. bei Luther Jerem. 48, 12.
Schrupp s. Scrot.
Schubert III. mhd. schuochwürhte, schûworhte, schûworte Schuhwirker d. i. „Schuhmacher“. Aus den mhd. FF. durch weitere Abschleifung und z. T. Entstellung die
Schuch s. Schuh.
Schuchmacher s. Schumacher.
Schuchmann, Schuckmann s. Schuhmann.
Schücktanz s. Schickedanz.
Schüddekopf III. Satz-N. „schüttle den Kopf“. Auch Schittenkopf, Schütterkop s. Schüttenhelm.
Schuffenhauer s. Schopenhauer.
Schuffert s. Schubert.
Schufft III. änderte, als er 1837 an der Taubstummenanstalt zu Homburg bei Kassel angestellt wurde, auf Befehl des Kurfürsten seinen N. in Schafft. (Keßler, Festschrift usw. 1888).
Schuh III. mhd. schuoch der „Schuh“. (Schühlin 1265. Guldinschuh 1462).
Schuhmann III. ahd. schuohman der „Schuhmacher“.
Schuhwerk III. mhd. schuochwürke „Schuhmacher“.
Schuwirth, -wicht s. Schubert.
Schuknecht III. landschaftl. „Schuhmachergeselle“. Nieder. Schoknecht.
Schüler III. in älterer F. Schuler = scolaris „Student“ — auch Schuller (österreich.).
Schult- s. Schultheiß.
Schultheiß III. ahd. scultheiȥo, mhd. schultheiȥe urspr. „der Verpflichtungen und Leistungen (schult) heißt d. i. befiehlt“; Zivilrichter, Vogt.
Schulz- s. Schultheiß.
Schumacher III. mhd. schuochmacher.
Schumann s. Schuhmann.
Schünemann s. Scheunemann.
Schupp s. Scut.
Schüppelz s. Schüttpelz.
Schur-, Schür- s. Scur.
Schürmer s. Schirmer.
Schürholtz s. Scir.
Schüßler III. mhd. schüȥȥeler „Verfertiger von (hölzernen) Schüsseln und Näpfen“.
Schuster s. Sutor.
Schütt- s. Schütze.
Schüttenhelm III. Satz-N. „schüttle den Helm“. Entstellt Schittenhelm, Schitthelm (Wien).
Schüttesper III. Satz-N. „schüttle den Speer“ (vgl. englisch Shakespeare, auch Breakspeare). Entstellt Schutzbar.
Schüttler s. Schüßler.
Schüttpelz III. Satz-N. „schüttle den Pelz“ (vgl. Schuddefell). Cunrad Scutdepelz 1225. Auch Schüppelz.
Schütze III. ahd. scuzzo, mhd. schütze der „Schütze“. (Meist jedenfalls aus der 3. Periode, wenn auch vereinzelt schon im 9. Jh. der EN. Scuzzeo in gleicher Bed.).
-schütz in ON. slawisch, s. -schitz.
Schützendübel III. Satz-N. „schüttle den Teufel“. Falsch verhochd. aus Schuttenduvel 1601 (ahd. scuttan, mhd. schütten „schütteln“).
Schuwert s. Schubert.
Schwabe, Schwab a) 1. s. Swab b) III. einer aus dem Volksstamm der Schwaben.
Schwabedissen III. urspr. ON., verkürzt aus Schwabedishusen (Kolonat, Preuß 33. 34).
Schwabel, Schwäbig s. Swab.
Schwager III. zu den Verwandtschafts-N. Zss. Altschwager. Lüttschwager (verlateint Micraëlius).
Schwaiger s. Schweiger.
Schwalbe, Schwalb III. mhd. swalewe die „Schwalbe“ (auch eine Art Harfe).
Schwan a) I. s. Swan b) III. der „Schwan“ (als Häuserzeichen).
Schwan-, Schwann- s. Swan.
Schwarz III. der „Schwarze“ (Brünette), vgl. Burchard der swarze 12. Jh. (doch wird auch schon im Ahd. swarz zur Namenbildung verwendet, s. Swarz).
Schwärzfirm III. (München) „Schwertfeger“, entstellt aus Swertfürb von mhd. vürben „putzen, fegen“ (vgl. Volrich des swertfürben hûs in der munse ze Tüwingen gelegen. 1315 Bacm.).
Schweb- s. Swab.
Schwed- s. Swinth.
Schwegler III. ahd. swegelâri mhd. swegelaere „Flötenbläser“, vom mhd. swegele, einer kleinern Art Flöte, bayr. und schwäb. noch „Schwegel“ (daher FN. Schwegelbauer).
Schwehr, Schweier s. Swinth (V.).
Schweickard, Schweigert s. Swinth.
Schweiger III. ahd. sweigâri, mhd. sweiger „Hirt, Senne“.
Schweim s. Swinth (zweist. K.).
Schwein III. ahd. mhd. swîn, Schwein; auch Wildschwein. Mit den Zss. Eberschwein; Meerschwein — Schweinebraten; Schweinefuß; Schweinshaupt (z. T. ON., wie auch Schwein selbst).
[S. 234]Schweizer III. Volksname. Auch in der älteren Form Schwyzer.
Schwend- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwenecke s. Swan.
Schwenn- s. Swinth (einst. K.).
Schwer- s. Swinth (V.).
Schwerdtfeger III. „Waffenschmied“ (urspr. „der das Schwert fegt“, d. i. blank erhält).
Schwet- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwich-, Schwick- s. Swinth (V.).
Schwidd- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwiebert s. Swinth (V.).
Schwied- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwiefert, Schwieg- s. Swinth (V.).
Schwier- s. Swinth (V.).
Schwietzke s. Swinth (einst. K.).
Schwincke, Schwind-, Schwinn- s. Swinth (einst. K.).
Schwippert s. Swinth (V.).
Schwitt- s. Swinth (V., einst. K.).
Schwob s. Swab.
Schwon s. Swan.
SCILD I. got. skildus, ahd. skilt, mhd. schilt „Schild“. Scilcolt. Mit der Übergabe des Schildes und der Frame wurde der german. Knabe wehrhaft (Tac. Germ. 14).
SCIR I. got. skeirs, ahd. skîr, mhd. schîr „lauter, rein“ (schier). Scirbald.
SCROT I. ahd. scrôtan, mhd. schrôten „hauen, schneiden“ (schroten).
SCUR I. got. skura, ahd. scûr, mhd. schûr „Unwetter (Schauer), Kampf“.
SCUT I. ahd. scuttan „schießen“ Scothard.
Seb- s. Sig (V., zweist. K.).
Sebastianus III. griech. der „Ehrwürdige“, Übersetzung von Augustus; Märtyrer unter Diocletian.
Sedelmayer III. „Pächter auf einem Sedelhofe“ d. i. einem adeligen Sitze (Steub).
See III. in ON. ahd. sêo, mhd. sê „See“ (Landsee und Meer).
Seeb-, Seeg-, Seeh- s. Sig (V.).
Seefried s. 1) Sew 2) Sig (V.).
Seel- s. 1) Sal 2) Sigil.
Seemann a) I. s. Sew b) III. der „Seemann“.
Seepolt s. Sig (V.).
Seer s. Sar.
Seewald s. 1) Sig (V.). 2) Sew.
[S. 235]Seez- s. Sig (einst. K.).
Seff- s. Sig (V.).
Seg-, Sege- s. Sig (V., einst. K.).
Segeler s. Sigil.
Segelke s. Sig (einst. K.).
Segenschmidt III. „Sensenschmied“ (s. Segisser).
Seggeling s. Sig.
Segisser III. „Sensenschmied“, vom ahd. segansa, mhd. segense, zsgz. Sense, doch in der alemannischen Mundart noch „Sägese“.
Sehling s. Sal.
Sehm s. Sig (zweist. K.).
Sehr- s. Sar.
Seib- s. Sig (V., zweist. K.).
Seld- s. Sind.
Seldenschwantz III., alt. Seydenswantz 1372 Augsb. „seidne Schleppe“ (vgl. mhd. swanz Schleppe des Frauenkleides) — erst später zur Bezeichnung des Vogels (aber auch ON.).
Seidenstücker III. = Seidensticker.
Seierlen s. Sig (V.).
Seif- s. Sig (V.).
-seif s. Seifen.
Seifen III. Siefen, niederd. Siepen in ON. zu mundartl. siefern, siepen, siepern „durchsickern“ (schles. Gebirgsbäche auf -seifen, „Siepe“ in Westfalen ein Boden, wo überall Wasser durchdringt). Jetzt ein paar hundert ON. auf -seifen, -siefen; -siepen.
Seigerschmid III. (württ.) „Uhrmacher“.
Seil- s. Sig (einst. K.).
Seiler III. mhd. seilaere. Als FN. auch in der Schreibung Sailer.
Seim- s. Sig (V., zweist. K.).
Seip- s. Sig (zweist. K.).
Seiß, Seitz s. Sig (einst. K.).
Seißenschmidt III. niederd. „Sensenschmied“.
Seiw- s. Sig (V.).
Seldner III. „der auf einer Selde wohnt“, ahd. selida Wohnhaus eines ärmeren Landmanns mit keinem oder nur wenig Grund und Boden. Dagegen Seltner „einer aus Selten“.
Seligo s. Sal.
Sell- s. 1) Sig (einst. K.) 2) Sal.
Selohff s. Sig (V.).
Seltenreich III. entstellt aus urspr. Säldenreich d. i. saelden rîch „reich an Glück und Heil“.
Semmler III. s. Simmeler.
Semp- s. Sind.
-sen s. 1) Sohn (S. 35) 2) Haus.
Sendel s. Sand.
Seneschall III. ahd. senescalh d. i. primus servorum, später „Truchseß“. (In die rom. Sprachen übergegangen, franz. Sénéchal.)
Senf III. zu den N. von Speisen, vgl. Berthold Senep 1531 (Lipp. Reg.). Lat. Sinapius. Zss. Senfmacher.
Sengelaub III. Satz-N. (s. Aschenbrand S. 41). Hierher auch wohl Sengebusch; Sengewald — Sengstock „der die stehen gebliebenen Baumstümpfe (Stubben) ausbrennt“.
Senteck, Sentz s. Sand.
Sepmeier III. 1530: Hermann uppen Sepe (s. Seifen).
Sepp s. Josephus.
Seraphim II. Mehrheit von (hebr.) Seraph (vgl. ital. Cherubini).
Serick s. Sig (V.).
Serig, Sermann, Serre s. Sar.
Seßle s. Sahs.
Sethe s. Sind.
Setzepfand III. Satz-N. „der statt zu bezahlen, gern ein Pfand setzt“. Hinrik Setzepand 1356.
Seub- s. Sig (V.).
Seuter s. Sutor.
SEW I. got. saivs, ahd. altsächs. sêo „Meer.“ Schwer von Sig zu trennen, dessen entartete Formen in Se- übergehen.
[S. 236]Sew-, Sey- s. Sig (V.).
Siats s. Sind.
Sib-, Sich- s. Sig (V.).
Sichler s. Sigil.
Sick- s. Sig (V., einst. K.).
Sickler s. Sigil.
Sid- s. Sind.
Sieb- s. Sig (V., zweist. K.).
Sieck- s. Sig (einst. K.).
Siede s. Sind.
Siedentopf III. niederd. sîdentop „Seidenzopf“. Vgl. „Ir zöpfe, wol bewunden überal mit borten und mit sîden.“ (Wigalois.)
Siedenkampf III. „der auf dem niedrigen Kamp“, wie manche Orte in Norddeutschland durch den Zusatz Hohen- u. Sieden- unterschieden werden.
Sief- s. Sig (V.).
-sief, -siefen s. Seifen.
Sieg- s. Sig (V., einst. K.).
-sieg s. Siek.
Siegeler s. Sigil.
Siegesmund s. Sigis.
Siegrist III. ahd. sigristo, mhd. sigriste aus mittellat. sacrista der „Sigrist, Mesner“ (süddeutsch; auch in Schillers Tell).
Siehdichum III. Satz-N. „tres montes, qui Circumspicite sive Se thic umme nominantur“ (Först.). Dah. FN. Sydicum; Südekum. (Jost Su dick umme 1588.)
Siehl s. Sig (einst. K.).
Siehler s. Sigil.
Siek III. in jetzigen Mundarten „feuchte Niederung“, vgl. altnord. sik See, Kanal, ahd. gisic Sumpf.
Siel- s. Sig (V., einst. K.).
Siem- s. a) I. Sig. (V., zweist. K.). b) II. Simon.
Siep- s. Sig (zweist. K.).
-siep, -siepen, -sieper s. Seifen.
Sier- s. Sig. (V.).
Sietsch, Sietze s. Sig (einst. K.).
Siev- s. Sig (V.).
Siew- s. Sig (V.).
Sif- s. Sig (V.).
SIG I. got. sigis, ahd. sigu, mhd. sige, sic „Sieg“. In PN. seit dem 1. Jh. nachweislich (Cheruskerfürst Segimer Tacitus Ann.).
SIGIL I. Erweiterung aus Sig.
SIGIS I. Erweiterung aus Sig.
Sigismund; Siegesmund.
Sigge s. Sig (einst. K.).
Sikkes s. Sig (einst. K.).
Silges s. Cyriacus.
Sim-, Simm- s. a) Sig (V.) b) Sind.
Simmeler III. mittellat. similarius „Semmelbäcker“ (ahd. simila, semila, mhd. simele, semmile vom lat. simila, Weizenmehl).
Simmergott III. aus mhd. sam mir got, sem mir got „sowahr mir Gott (helfe)“.
Simon II. hebr. Schim-ôn „Erhörung“ 1) der Sohn Jakobs (Simeon) 2) N. zweier Apostel: Simon Petrus u. Simon von Kana.
Simp- s. Sind.
Simrock III. wohl = FN. Siebenrock.
Simson II. hebr. Schimschôn „kleine Sonne“.
Sin-, Sind- s. Sind.
SIND I. got. sinths, ahd. sind, mhd. sint, altsächs. sîd „Weg, Reise, Heereszug“, wobei jedoch auch das von sind abgeleitete gisindi Begleitung (Gesinde) in Betracht zu ziehen ist.
Singer III. mhd. singaere „Sänger (lyrischer Dichter); Kantor“. Dyetmar der mit zunamen Singer ist genant (Marb. UB.).
Sinther, Sinz- s. Sind.
Sip-, Sipp- s. Sig (V., zweist. K.).
Sirot s. Sig (V.).
Sitt- s. Sind.
Sitz- s. Sig (einst. K.).
Sivekinck s. Sig (zweist. K.).
Skuhr s. Scur.
SMITH I. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit „Schmied“, ahd, smîda Metall. Mindestens seit dem 9. Jh. in EN. nachweislich (S. 43).
SMUK I. mhd. smücken „schmücken“.
SNEL I. ahd. mhd. snel „schnell“, bes. auch ehrendes Beiwort der Helden.
Snyders s. Schneider.
Solmeyer III. „der M. am Soll, Sohl“ (kleiner Sumpf).
Solter, Sölter s. Salzer.
Sommer I. III. schon im 8. Jh. Sumar. In örtlicher Zss. wie Sommerhalde bezeichnet es die Südseite, sowie Winter- die Nordseite. So auch wohl in Sommerbauer.
Sommerlatte III. ahd. sumarlata, mhd. sumerlate „der einen Sommer alte Sprößling, Jahresschößling“. Hartman Sumerlat 15. Jh.
Sommervogel III. „Schmetterling“ (allemannisch-schwäb.).
Sondermann III. mhd. sunderman, -liute „Hörige“ (weil in keiner Genossenschaft stehend).
Sonnabend s. Tag.
Sonne a) I. Sunno 4., wohl zu sunna „Sonne“ gehörig b) III. von Häusernamen (S. 60). Nach Buck S. 261 heißen mehrere Edelhöfe in Bayern Sonne, Sonnen, dah. Sonnenmaier.
Sonnenkalb III. Altgot. sunnunchalbus 1228 (Bacm.) „Kugelkäfer“ (coccionella).
Sonner s. Sund.
Sonntag III. s. Tag.
Sötebier III. niederd. „Süßbier“ s. Bier. Auch Sötbeer.
Spalteholz III. Satz-N., ein „Holzspalter“.
Spaniol III. = Spanier, von der spanischen F. Español.
Spannan III. Satz-N. — Gegensatz: Spannaus — Spannuth, Spanuth (niederd.) „spann aus“ — urspr. wohl Aufforderung auf einem Gasthausschilde.
Sparnicht III. Satz-N. „spare nicht (nichts)“. Ebenfalls Satz-N.: Sparschuh. Sparwasser.
Specht III. der baumhackende Vogel, welcher in der Volkssage eine Rolle spielt,[S. 239] indem er die „Springwurzel“ zu finden weiß (Grimm, Myth. S. 1222).
Speckäter III. niederd. „Speckesser“ (Spottname). Specketer 1404.
Spelling s. Spil.
Spener III. „Stecknadelmacher“. Spenen wurden früher die Stecknadeln wegen ihrer Ähnlichkeit mit Dornen genannt, gewöhnlicher verkleinert, ahd. spinula, mhd. spinele, spenel, nhd. (bayr.) Spenel, Spennadel.
Spengler III. mhd. spengelaere (vom ahd. spanga Spange, Beschlag), „Blechschmied, Klempner“. Oberdeutsch (s. „Spenglergäßchen“ in Augsburg).
Sperling III. anscheinend der Vogel, wie sich auch Spatz als FN. findet. Doch gibt es ahd. schon die Stämme spar (zu sparen) und spir (Speer) in EN.
Spiecker III. niederd. = „Speicher“, vgl. Mechtildis dicta de granario 1302. Davon Spieckermann „der im Speicher“.
Spielmanns III. (niederrhein.) ahd. spilaman, mhd. spilman Spielmann, fahrender Sänger.
SPIL I. ahd. mhd. spil „Scherz, Zeitvertreib — Kampfspiel.“ Spilihard.
Spindler III. „Verfertiger von Spindeln (Drechsler)“. Auch Spiller (Gottschee) — Spilner.
Spittler III. „einer aus dem Spittel“. In vollerer Form Spitaler.
Splettstößer III. der „Splitte“ (niederd. F. zu mhd. splîze Span, scindula), bes. wohl Dachsplitte „verkauft“, vgl. mhd. salzstoeȥer der Salz im kleinen verkauft.
Splietop III. Satz-N., niederd. „spleiße auf, spalte auf“ s. Spalteholz.
Splittgerber III. „der Splitte (s.Splettstößer) macht“. Auch Splittegarb.
Sporer III. mhd. sporaere „Sporenmacher“. Auch Sporrer u. Sporner. Mit Umlaut Spörer u. Spörner.
Sprenger III „Steinsprenger“.
Springer III. mhd. springaere; die „Springer“ (Tänzer, Gaukler) gehörten im Mittelalter zu den „fahrenden Spielleuten“.
Springinklee III. Satz-N., Springenklee (Altmarburg). Springinreif, vgl. Springinrink (Becker). Springenzaun.
Springinsgut, verkürzt Springsgut III. Satz-N., nach Vilmar Scherzname für einen, der mit einem Mal reich wurde (od. für einen kühnen Angreifer fremden Gutes, Schütte).
Springmann III. Ghezeke van dem Springhe (Quell) 1109 — zwei Jahre später Gh. Springmann.
Springsfeld III. Satz-N., verkürzt aus Springinsfeld, welches noch als Appellativum einen munteren, bes. im Springen gewandten Menschen bezeichnet, vgl. FN. Springinslant (Becker).
Spundflasche III. von Pauli angeführt aus Münden.
Staaßen, Staats, Staatsmann s. Eustathius.
Stach s. Eustachius.
Stadler III. mhd. stadelaere von ahd. stadal, mhd. stadel, Scheuer (Stadel noch jetzt südd.) 1) „Aufseher über den Stadel“ 2) „Inhaber eines Stadelhofes“.
Stadt III. ahd. mhd. stat, altsächs. stad urspr. nur „Ort“, in ON. kaum vor dem 8. Jh. nachweisbar. Heutige FF. 1) -stadt, -statt 2) -stedt, -stätt (vom Dativ Sg. -steti) 3) niederd. -stede, -sted (so bei Klemp.: Bornestede, Lockstede, de Eykstede) 4) Plur. (Dat. -stetim) -stätten, -stetten.
-städt s. Stadt.
[S. 240]STAHAL ahd. stahal, mhd. stahel „Stahl“. Stahelhart 8. Stahalolf.
Stahl-, Stähl- s. Stahal.
STAIN I. got. stains, ahd. mhd. stein „Stein“ (als Waffe, vgl. hamar, auch wâfanstein).
Stall III. in ON.
Stammler III. mhd. stamelaere, stemeler „Stammler“ (Heinrich der Stammler 1290); vgl. lat. Balbus.
Standfest III. Satz-N. „stehe fest“. Jünger auch Stehfest.
STANG I. ahd. stanga, mhd. stange „Speerstange“ (got. stiggan „stechen“).
Stange a) I. s. Stang b) III. vgl. Heinricus dictus Stange 1294.
STARC I. ahd. starah, mhd. starc „standhaltend, stark“.
Stark-, Stärk- s. Starc.
Statius s. Eustathius.
-stätter s. Stadt.
Stattmeyer III. = Stadelmeyer s. Stadel.
Staubesand III. Satz-N. „stäube den Sand, wirble den Sand auf“ (Pott). Wohl ein flotter Reiter. Niederd. Stövesand.
Stechmesser III. Niederd. Steckmetz. „Dolch“. (Lübben, Etwas über niederd. FN. S. 5.) Entstellt: Stekemest.
Steckmetz s. Stechmesser.
Sted-, -stedde, -stede, -stedt s. Stadt.
Stehl- s. Stahal.
Stefan, Steffen s. Stephanus.
Steg(e)mann III. „der am Stege“. Otto van dem Stege 1272.
Steig III. in Zss.
Stein- s. Stain.
-stein s. a) I. Stain b) III. Stein.
Stein III. ON. Außerordentlich viele Felsen und Örter tragen diese Bezeichnung. Daneben läuft, weil die Bodengestaltung wenig Veranlassung gab, nur wenig Niederdeutsches auf -steen. Schon seit dem 8. Jh. die ältesten dieser N., wie Uncunstein.
Stein III. zur Bezeichnung von Steinarten und von Werkzeugen, vgl. Zunamen: der Hagelstein 14. Jh., nachher Conrad hagelstain (Bacm.).
Steinbick III. „Steinmetz“, von bicken = hauen. Auch Steinbicker.
Steingrobe III. Steingrapen (s. Grapengießer).
Steinhauer III. altklevisch steynhouwer „Steinmetz“.
[S. 241]Steinmann III. niederd. Stehmann aus Stênmann (Lipp. Reg.).
Steinmetz III. mhd. steinmetze. Als FN. auch Steinmatz.
Stellmacher III. der Wagengestelle macht, „Wagner“; auch norddeutsch (bei Klempin: stelmaker).
Steng- s. Stang.
Stephanus II. griech. „Kranz“, erster christlicher Märtyrer (Apostelgesch. Kap. 6-7).
Sterck s. Starc.
Stern III. als FN. z. T. durch Hauszeichen vermittelt (S. 60). Zss. Abendstern. Morgenstern (auch ON.). v. Lilienstern.
Stets s. Eustathius.
-stetter s. Stadt
Steuber s. Badstüber.
Stibbe s. Stid.
Stichtenoth III. „Stiftsgenosse, Ministerial des Stifts“. Auch Stichnoth; Stichternath.
Sticker III. in den Zss. Seidensticker; auch -stücker: Goldstücker.
STID I. (ahd. stind), angels. stîdh, altsächs. stîth „steif, strenge“.
Stieber s. Badstüber.
Stiel- s. Stil.
Stier- s. a) I. Stiur b) III. „Stier“.
Stighelli aus Stiegele verwelscht (S. 68).
STIL I. zu ahd. stilli „still“, altsächs. stilljan, ahd. stillan, mhd. stillen „beruhigen, stillen“, z. T. auch wohl zu stil „Stiel“ (Speerschaft).
Still- s. Stil.
Stind- s. Stid.
Stinus s. Augustinus.
Stipp- s. Stid.
STIUR I. ahd. stiuri, stûri „groß, erhaben“.
Stöbener, Stöber s. Badstüber.
Stock 1) ON. ahd. stoch, mhd. stoc „Baumstumpf“ — geht zwar meist auf die stehengebliebenen Wurzelstöcke gefällter Bäume; doch ist in manchen Fällen auch die Bed. „Berg“ in Betracht zu ziehen, vgl. Gebirgsstock. In ON. -stock, -stöck.
2) Pflanzen und Geräte:
Stocker III. 1) „Gefangenwärter“, von stocken, in den Stock setzen (stoc urspr. der Block, in welchen die Füße der Gefangenen gesetzt wurden, dann Gefängnis überhaupt). 2) „Holzfäller“ (Buck).
Stockmann III. „Gefangenwärter“.
Stoff- s. Christophorus.
Stöffen s. Stephanus.
Stoffer, Stöffer s. Christophorus.
Stoiber s. Badstüber.
Stollenbecker III. der „Stollen“, d. i. eine Art feines Weizengebäck, „backt“.
Stolterfoth III. niederd. „stolzer, stattlicher Fuß“.
Stolz III. ahd. mhd. stolz „stolz, stattlich“.
Stoppel s. Christophorus.
Storch III. ahd. storah, mhd. storch (s. Adebar).
[S. 242]Storm, Störmer s. Sturm.
Stötter s. Stadt.
Stövesand s. Staubesand.
Stöwer s. Badstüber.
STRAL I. ahd. strâla, mhd. strâle „Pfeil“ (die Strahlen der Sonne sind nach der Mythe die Pfeile des Sonnengottes). Stralhelm 8.
STRANG I. ahd. strangi, mhd. strenge „stark“. Strangolf 9.
Stränger s. Strang.
Stranz- s. Strang.
Straße III. ahd. strâȥa, mhd. strâȥe aus lat. (via) strata „geebneter, gepflasterter Weg“.
Straubhaar III. „mit struppigem Haar“, vom mhd. strûben rauh emporstehen.
Straub-, Strauß, Strautz s. Strud.
Streckfuß III. Satz-N., der Streckfuß 1377. Auch Beiname des Todes (Grimm, Myth. S. 812). Streckdenfinger.
Strehl- s. Stral.
Streisgrut III. Satz-N. „streue das Gut“ d. i. ein Verschwender (wie z. B. Kaiser Friedrich III., der Träge und Geizige, seinen feurigen und unternehmenden Sohn Maximilian ein „Streudasgütlein“ zu nennen pflegte).
Streit- s. Strid.
Streng-, Strentz- s. Strang.
Streub-, Streußel s. Strud.
STRID. I. ahd. mhd. strît, altsächs. strîd „Streit“ (mit Waffen, vor Gericht).
Stridde, Stried-, Stritt- s. Strid.
Stroh-, Ströb-, Strodel, Strödell, Stroll s. Strud.
Ström III. schwedisch „Strom“ — zweiter Teil der Zss. in einigen Namen, die von dem 30jähr. Kriege und der schwedischen Beherrschung Vorpommerns herstammen (S. 77).
Strote s. Straße.
Strott s. Strud.
Strub-, Strüb- s. Strud.
STRUD I. zu ahd. strudjan, angels. strudan „verwüsten, rauben“.
Strummer, Struß, Strut-, Strützel s. Strud.
Stübener s. Badstüber.
Stubenhauer III. vermutlich = „Stubbenhauer“, der Baumstubben ausrodet, vgl. FN. Stubhenhouwer Klemp.
Stüber s. Badstüber.
Stugart III. mundartl. statt Stuttgart.
Stuhr, Stühring s. Stiur.
Stührmann III. niederd. „Steuermann“.
Stüler III. = Stuhlmacher.
STURM I. ahd. sturmi, altsächs. storm „Aufregung, Unwetter, Kampf“.
[S. 243]Suchenwirth III. Satz-N. „suche den Wirt“ d. i. einer, der das Wirtshaus zu finden weiß. So auch niederd. Sökedrunk (Lübben S. 43). Suchsbrot.
Suchsland III. Satz-N. „suche das Land“. Niederd. Sökeland.
Sud III. „Süd“ — in Sudhof; Sudmeyer (s. Sund).
Suder, Sudor s. Sutor.
Sudmer s. Sund.
Südekum s. Siehdichum.
Süllwoll s. Sigil.
Sulze III. mhd. sulze, mittelniederd. sulte „Salzquelle“. Sulz, Sulza häufig in ON.
Sumsnit III. Satz-N. „säume damit nicht“. Auch Sümenicht.
SUND I. zu ahd. sund „Süden“ (wie die mit Nord-, Aust-, West- beginnenden N. von den drei andern Weltgegenden).
Sund III. ahd. sund „Süden“, sundar, mhd. sunder — mitteld. suder „südwarts gerichtet“. In Zss. wie Sunderhof, entstellt Sünderhauf (Andresen Volksetym. S. 62) — Sudhof; Sudhaus — Sundermann — Suerjohan (Preuß).
Süpke s. Sig (zweist. K.).
Suppe s. Sund.
Supprian s. Cyprianus.
Suter III. ahd. sûtâri, mhd. sûtere, seuter (aus lat. sutor) „Schuhmacher, auch Schneider“.
Sutt- Sütt- s. Sutor.
Swaans s. Swan.
SWAB I. zum Volksstamme der „Schwaben“ gehörig. Swabperaht u. a.
SWAN I. ahd. swâna, mhd. swâne „Schwan“. Dieser wegen seiner Schönheit gefeierte Schwimmvogel spielt auch in der deutschen Mythe eine Rolle, namentlich indem die Walkyrien, die Dienerinnen des Wuotan, sich durch Anlegung des Schwanhemdes (oder Schleiers) in Schwäne verwandeln können: Schwanjungfrauen. Es war also den Germanen ein heiliger Vogel.
SWARZ I. ahd. swarz „schwarz“, altsächs. swart. Swarzolf.
Sweers s. Swinth (V.).
Swidden s. Swinth (einst. K.).
SWINTH I. got. swinths, ahd. swind, altsächs. swîth „stark, heftig, geschwind“.
Swithal s. Swinth (V.).
Sy s. Sig (einst. K.).
Syb- s. Sig (V.).
Sydicum s. Siehdichum.
Symons s. Simon.
Tab-, Tabb- s. Dag (V.).
Tack- s. Dag (einst. K.).
Tadd- s. Dad.
Tag-, Täg- s. Dag (V., einst. K.).
Tag III. Personen-Namen von der Zeit hergenommen, bes. von Zeit und Umständen der Geburt.
Tägener s. Thegan.
Tagge s. Dag (einst. K.).
Täglichsbeck III. „der ein Tägliches backt“ (s. Beck).
Tam- s. Thanc.
Tandler III. „Händler mit alten Sachen, Trödler“ (süddeutsch, z. B. in München).
Tang-, Tank- s. Thanc.
Tann III. ahd. tanna, mhd. diu tanne „Tanne“, der tan „Wald“; bei neueren Dichtern (Uhland) noch jetzt Tann = Wald. Daher ON. Tann, -tann.
Tanz- s. Thanc.
Tapken s. Thiud (zweist. K.).
Tapp- s. Dag (V., einst. K.).
Täschler s. Taschner.
Taschner III. „Taschenmacher“ (früher ein „Taschnergäßlein“ in Nürnberg).
Tatje s. Dad.
Taub- s. Thiud (V.).
Taube III. Bild der Unschuld und Friedlichkeit (Noah’s T. mit dem Ölblatt; auch die entweichende Seele der Märtyrer hat oft nach der Legende die Gestalt einer Taube) — nach Matth. 3, 16 Sinnbild des h. Geistes. Daher spielt die Taube eine Rolle in der Symbolik des Mittelalters, wo die weiße T. auf Johannes den Täufer, die purpurne auf Christum gedeutet wird, der sein Blut für die Menschheit vergoß. Die Taube als Hauszeichen S. 60.
Tauscher III. mhd. tûschaere „Händler“ (s. Roßteuscher).
Tausendfreund III. s. Freund (bedeutet hier „tausend“ eine Verstärkung, etwa wie „Tausendschön“?). Auch Siebenfreund findet sich als FN.
Taute s. Thiud (einst. K.).
Tawartmann s. Dag.
Tebben s. Thiud (zweist. K.).
Tebeding s. Thiud (V.).
Ted- s. Thiud (V., einst K.).
Teetz s. Thiud (einst. K.).
Tegeler III. Klemp. Tegheler, niederd. = „Ziegler“, Ziegelbrenner.
Tegen s. Thegan.
Teget = Zehnt, in Zss. wie Tegetpferd. Tegethof — Tegetmeyer (s. Meier).
Tegge s. Dag (einst. K.).
Teibel s. Thiud (zweist. K.).
[S. 245]Teich m. mhd. tîch, alts. dîk der „Teich“.
In mannigfachen Ortsbezeichnungen, bes. in der niederd. F. dieck (dick) in Nordwest-Deutschland (wie es auch in Münster eine „Dieckstraße“ gibt).
Teichert s. Dih.
Teichmann III. s. Teich (auch Deichmann). Niederd. Dieckmann, im Jeverlande = Deichmann.
Teidel s. Thiud (einst. K.).
Teimer s. Thiud (V.).
Teipel s. Thiud (V.).
Teirich s. Dag (V.).
Telgenhauer III. „der Zweige (niederd. Telgen) abhaut“.
Tellkampf III. s. Tilgenkamp.
Temme s. Thiud (zweist. K.).
Tempel s. Thegan (V.).
ten, ter III. abgeschwächt aus tom, tor, die noch erhalten sind in Tombrink (Dombrink), Tombreul (Münster), Thorbecke. Niederd. F. für zum, zur (w. m. s.) in Ortsbezeichnungen, die dann auf Personen und Familien übertragen wurden.
Tenke, Tentzel s. Thanc.
Ter s. ten — doch ter Nedden s. Tornedden.
Tet- s. Thiud (V.).
Tett- s. Thiud (V., einst. K.).
Tetz- s. Thiud (einst. K.).
Teub- s. Thiud (V.).
Teufel a) s. Thiud (Theudobald) b) III. aus dem Kirchenlatein diabolus (griech. διάβολος) „Beschuldiger, Verlästerer“ (der Menschen bei Gott, s. Hiob Kap. 1. 2); schon ins Gotische aufgenommen als diabaulus, ahd. tiufal, mhd. tiufel. vgl. Fahland.
Teufelskind III. aus dem 15. Jahrh. von Vilmar angeführt, vermutlich Abkömmling einer „Hexe“.
Teufert s. Thiud (V.).
Teuscher s. Tauscher.
Teuth s. Thiud (einst. K.).
Teutloff s. Thiud (V.).
Teutzel s. Thiud (einst. K.).
Tews s. Matthäus.
Textor III. Latinisierung von Weber.
Thad- s. Dad.
Thal III. ahd. mhd. tal, alts. dal — in ON. seit dem 8. Jh. ziemlich häufig. Heutzutage ist die Zahl der mit diesem Grundworte bezeichneten teils wirklichen Täler, teils bewohnten Örter unendlich groß: a) hochd. -thal b) niederd. -dahl; die Kürze des a hat sich erhalten in den fast ausschließlich niederösterreichischen N. auf c) -thall.
-thall, -thaller s. Thal.
Thammsen s. Thanc (zweist. K.).
THANC I. got. thagks, ahd. danch, thanc, mhd. dank „Denken, Gedanke“. Vgl. hug.
That- s. Thiud (V., einst. K.).
Thäte s. Thiud (einst. K.).
Thed- s. Thiud (einst. K.).
Thees- s. Matthäus.
THEGAN I. ahd. degan, thegan, mhd. degen, angels. thegn „Degen“ d. i. junger Held.
Theile s. Thiud (einst. K.).
Thein- s. Thegan.
Theis s. a) I. Dag (einst. K.) b) II. Matthias.
Thel- s. Thiud (einst. K.).
Themar, Theo- s. Thiud (V.).
Thesen s. Matthäus.
Theuer, Theurich s. Diur.
Thewald s. Thiud (V.).
Thewes s. Matthäus.
Thias s. Matthias.
Thie s. Thiud (einst. K.).
Thiebes s. Thiud (zweist. K.).
Thieden, Thiel- s. Thiud (einst. K.).
Thiem- s. Thiud (einst., zweist. K.).
Thier- s. Diur.
Thies s. Matthias.
Thilo s. Thiud (einst. K.).
Thimmo s. Thiud (zweist. K.).
THIUD I. got. thiuda, ahd. diot, mhd. diet „Volk“ — seit dem 2. Jh. v. Chr. in PN.: Teutobod, der Teutonenfürst im Cimbern- und Teutonenkriege. In den mannigfaltigsten FF. auftretend, indem durch Ausfall des i die begleitenden Selbstlaute als alleinstehende Stammvokale erscheinen.
THIU I. got. thius „Diener“, ahd. mhd. diu.
Thode, Thöle, Tholen s. Thiud (einst. K.).
Thom- s. Thomas.
Thomas II. hebr. „der Zwilling“ — der Apostel (Kal. 21. Dec.).
Thomer s. Dom.
Thormann III. „Torwächter“ (oder einer „der im Tore wohnt“?). Latinis. Portius.
Thörner s. Türmer.
Thorwesten s. ter, zu.
THRAS I. got. thras in thrasabalthei „Streitlust“.
Thudichum III. Satz-N „tu dich um“. Auch Thudium (Ludwigsburg) „ein Betriebsamer“ (Erbe, Ludwigsburger FN. 1901).
Thugut III. österreichischer Minister unter Maria Theresia, urspr. Thunichtgut (angeblich oberösterreich. Umdeutung des wälsch-tirolischen N. Tunicotto Pott S. 39). Als er im Staatsdienst zu steigen begonnen, änderte die Kaiserin den N. in obiger Weise.
Thüle s. Thiud (einst. K.).
Thum, Thüm- s. Dom.
THUNAR I. ahd. thonar, donar, mhd. doner „Donner“, in EN. mit Beziehung auf Donar (nord. Thorr), den Gott des Gewitters, der mit seinem Hammer, dem Blitz, die Glutriesen verjagt. Donarperht 9.
Thurm III. in ON., altertüml. Thurn, ahd. mhd. turn (aus lat. turris).
Thürmer III. mhd. turnaere „Turmwächter“ (noch in Goethes Götz „Thurn“ u. „Thürner“).
Thurn, -thurn s. Thurm.
Thurner, Thürner s. Thürmer.
Thute, Thutt s. Thiud (einst. K.).
Thye s. Thiud (einst. K.).
Thym s. 1) Dom 2) Thiud (zweist. K.).
Thyrolf s. Diur.
Tibbe s. Thiud (zweist. K.).
Tick-, Tidden s. Thiud (einst. K.).
Tidebohl s. Thiud (V.).
Tieb- s. Thiud (V., zweist. K.).
Tieck s. Thiud (einst. K.).
Tied- s. Thiud (V., einst. K.).
Tieges s. Matthias.
Tiel- s. Thiud (einst. K.).
Tiem- s. Thiud (V., zweist. K.).
Tier- s. Diur.
Tiet- s. Thiud (V., einst. K.).
Tietsch, Tietz- s. Thiud (einst. K.)
Tigges s. Matthias.
Tikker s. Thiud (V.).
[S. 249]Tilgenkamp III. „mit Stecklingen (niederd. Telgen) besetztes Feld“. Daraus Tillenkamp — Tellkampf.
Tiling, Till- s. Thiud (einst. K.).
Tim-, Timm- s. Thiud (zweist. K.).
Timmermann s. Zimmermann.
Tipp- s. Thiud (V., zweist. K.).
Tippenhauer III. 1590: Tubbenhauer (Tubben = Zuber).
Tiroff, Tirold s. Diur.
Tischer III. mhd. tischer der „Tischler“ (niederd. noch jetzt „Discher“, im Stolper KB. hochd. „tischer“ 17. Jh.).
Tissen s. Matthias.
Tit- s. Thiud (V., einst. K.).
Titsch, Titz- s. Thiud (einst. K.).
Tjaden s. Thiud (einst. K.).
Tjarks s. Thiud (V. Dietrich).
Tob- s. Thiud (V., zweist. K.).
Tobaben III. (hamburg. Inseln) „zu oben“.
Tobel III. „Schlucht“. Häufiger ON. in Südd. FN. Tobler (schweiz.).
Tobias II. hebr. Tobijja „Güte Jehovah’s“.
Tochtermann III. zu den Verwandtschafts-N. (s. Eidam).
Todt s. Thiud (einst. K.).
Tödter s. Thiud (V.).
Tohte, Tölke s. Thiud (einst. K.).
Tolkmit III. ON. Tolkemit.
Töllner s. Zöllner.
Tom niederd. = zum in N. wie tom Dieck, tom Have, Tombrink, Tombreul (s. Zu).
Tömmel, Tompert s. Dom.
Ton-, Tön- s. Antonius.
Top- s. Thiud (V., zweist. K.).
Töpfer III. jüngere Bildung für Hafner, welches schon ahd. hafinâri; vgl. im J. 1482 topffer = hafner.
Töppe s. Thiud (zweist. K.).
Tor- in Zusammens. wie Tormählen (s. ter, zu).
-torf s. Dorf.
Torffstecher, auch Dorfstecher III., bemerkenswert als eigentüml. norddeutscher N. (z. B. in Pommern).
Tornedden III. niederd. 1590: Hans dar nedden „dort unten“. (Lipp. Reg.). Abgeschwächt ter Nedden — falsch verhochd. zur Nedden; Zurnieden.
-torp, -torpf s. Dorf.
Tovote III. niederd. „zu Fuß“. Gegensatz: Hinrek Uppenperde 1479.
Trabant III. „Fußsoldat“ („Vothknecht“ Klempin, diplom. Beitrag S. 626). Aus ital. trabante, Soldat von der Leibwache der deutschen Kaiser (wohl gebildet aus dem deutschen „traben“ mit der ital. Endung des Part. Präs.).
Träger III. ahd. tragâri mhd. trager (Elbing. Urk. Michel der treger 1484).
Tramsmeyer s. Bertram.
Trau- s. Drud (V., einst. K.).
Traube a) I. s. Drud (zweist. K.) b) III. die „Traube“ — auch N. von Gasthöfen.
Traxler, Träxler s. Drechsler.
Tremöhlen III. niederd. aus ter Möhlen „zur Mühle“ (S. 54).
Tress- s. Thras.
Treucke, Treuge s. Drud (einst. K.).
Treut- s. Drud (V., einst. K.).
Trinkaus III. leichtverständlicher Satz-N. zsgz. Trinks. Niederd. Hans Drinkuth 1529 (Ilsenb.).
Tripmaker III. niederd. „Halbsammetweber“.
-troff s. Dorf.
Trolf s. Drud (V.).
Trolle s. Drud (einst. K.).
Trommer s. Trümper.
Trompeter III. mhd. trumpeter, trummeter — vom ital. trombetta, franz. trompette „Trompete“ (aus ital. tromba).
-trop s. Dorf.
Troschel s. Drud (einst K.).
Trabe s. Drud (zweist. K.).
Truchseß III. ahd. truhtsâȥo, mhd. truhsaeȥe „im Volke sitzender und ihm vorsitzender Gefolgshauptmann“, Anführer und Verpfleger der Gefolgschaft (truht); später eines der[S. 250] vier großen Hofämter: kameraere, schenke, truhsaeȥe (lat. dapifer), marschalc.
Trude, True s. Drud (einst. K.).
Trühl, Trülle s. Drud (einst. K.).
Trüloff, Trum- s. Drud (V.).
Trumeter s. Trompeter.
Trummer, Trümmer s. a) I. Drud (V.) b) III. Trümper.
Trümper III. ahd. trumpari „Trompeter“, vom ahd. trumba aus ital. tromba Trompete.
Trümpter s. Trompeter.
-trup s. Dorf.
Trupel s. Drud (zweist. K.).
Trut, Trüter s. Drud (V.).
Trutzel s. Drud (einst. K.).
Tschudi III. zuerst 1127 Schudi, nach Beckers Vermutung schweizerische Umbildung des lat. judex „Richter“.
Tubbe s. Thiud (zweist. K.).
Tucher III. „Tuchmacher“.
Tuchhändler III. sehr entsprechender jüdischer FN.
Tuhten s. Thiud (einst. K.).
Tülf s. Thiud (V.).
Tulke, Tulpracht s. Duld.
Tyroler III. in der alten Schreibung = „Tiroler“. Auch Tyroller.
Tum in N. wie Tumbreul, Tumbrinck, Tumbült, niederd. (s. Zu).
Tütge s. Thiud (einst. K.).
Tutmann s. Thiud (V.).
Twiete III. auch Tweete. niederd. „Durchgang“, bes. zwischen Hecken, in Twietmeyer.
Typold s. Thiud (V.).
Tyrold s. Diur.
Tyssen s. Matthias.
Uckert, Uffert, Ufer s. Aud (V.).
Uhde s. Aud (einst. K.).
Uhl s. Othal (V., einst. K.).
Uhle III. niederd. „Eule“, in Zss. wie Uhlenbrauk (Eulenbruch), Uhlenkamp — Uhlemeyer.
Ühle s. Othal (einst. K.).
Uhmeyer III. = Uhdemeyer s. Aud.
ui = ü in österreichischen N.: Uibel, Uiberlacher, Uichtritz v. Steinkirchen u. a.
Ul-, Ull- s. Othal (V., einst. K.).
-um s. Heim III.
Umbrecht, Umfried s. Un.
Umbscheiden III. = Unbescheiden, vgl. Walther gen. Unbezhaiden 1304. Schon mhd. angeglichen: umbescheiden, das Gegenteil von bescheiden d. i. verständig; rücksichtsvoll. Verkürzt: Unbescheid — Umscheid.
UN I. zu ahd. unnan „gönnen, gewähren“.
Unbehaun III. doch wohl s. v. a. (in demselben Bilde) „ungehobelt, unpoliert“. Üllein der Unbehowen 1352.
-ung I. Patronymika bildend (s. ing): Adelung — abgestumpft -ong: Amelong.
Ungefug III. mhd. ungefüege „ungeschickt“, aber auch „übermäßig groß und stark“. Fridrich Vngevuge 1260.
Ungeheuer III. mhd. ungehiure „unheimlich, häßlich“.
-ungen III. in ON., Nebenf. zu ingen.
Ungenannt III. merkwürdiger N., eig. einen Widerspruch in sich selbst enthaltend.
Ungewitter III. bildlicher N.
Unglenk III. mhd. ungelenke „ungelenk, unbiegsam“.
Unkraut III. urspr. Übername (Tobler-M.).
Untiedt III. niederd. „Unzeit“.
Unverdorben III. mhd. unverdorben „nicht unglücklich, erfolgreich“.
Unverzagt III. mhd. unverzaget „unverzagt, nicht blöde“.
Upderworth III. niederd. So auch Uppendahl; Uphoff; Uppenkamp, halbverhochd. Uffenkamp.
[S. 251]UR ahd. ûro, mhd. ûr der „Ur“, Auerochs (S. 17). Urhart. Urold.
Urbanus II. lat. der „Städtische, Höfliche“.
Urner III. „einer aus Uri“.
Utermark III. „aus der Mark“.
Utermöhlen III. niederd. „aus der Mühle“. Schon Gött. UB. 1426 ut der Molen, und 1488 Utermolen.
Uth-, Utz s. Aud (einst. K.).
Uulkes s. Othal (einst. K.).
(Aussprache des v: in den rein lateinischen Wörtern Valentinus, Venator, Vincens und ihren meisten Ableitungen weich, wie w, in allen übrigen hart, wie f.)
Vack s. Fag.
Vadder s. Vater.
Vagd, Vagedes, Vagts s. Vogt.
Vahl s. Fahlen.
Valand s. Fahland.
Valentinus II. lat. Weiterbildung von Valens „gesund, kräftig“. V. Bischof im 5. Jh.
Valtin s. Valentinus.
Van niederd. = von, vor Ortsbezeichnungen zur Bildung von FN. (s. von).
Vandenhoeck III. urspr. van den Hoek (so Klopstock in einem Briefe an Bodmer 1749, s. Döring, Klopstocks Leben S. 99), vom niederd. hoek „Ecke, Ende“. Vgl. Huckmeyer (= Eckmeyer).
Vanderbrück, Vanderburgh u. ähnl. s. unter Von.
Varnhagen III. (spr. Farn-) O. im Oldenb.
Varrentrap III. (zur) „Ochsenspur“ (S. 54).
Vasbender III. „Faßbinder“, Bötticher.
Vaßhauer III. „der Fässer zuhaut“, Böttcher. — Niederd. Vatheuer.
Vatebender III. niederd. = „Faßbinder“ (s. Binder).
Vater III. zu den Verwandtschafts-N. Niederd. Vadder. Zss. Altvater (Großvater). Bestvater. Kindervater.
Vatheuer s. Vaßhauer.
Vedder s. Vetter.
Vehrens s. Far.
Veit s. Wid.
-veldt s. Feld.
Velten, Veltjes s. Valentin.
Venator s. Jäger.
Vendt s. Fend.
Venn III. ahd. fenna, niederd. fenne, nordfries. fehn, niederländ. venne, veen „Sumpf, Moor“.
Ver- in N. wie Vergeest, Verhoek, Vermöhlen, s. Von.
Vernaleken III. „Sohn der Frau Aleke“ d. i. Adelheid (S. 36). Ver abgestumpft aus frou, z. B. Vern Jutten grabin „der Frau Jutta Graben“ 1319.
Vest- s. Fast.
Vetter III. zu den Verwandtschafts-N. Cunrad Vetter 1312.
Vielbert s. Fil.
Vietmeyer s. Wied (einst. K.).
Vietor = Faßbender (s. Binder).
Villmann III. mhd. velleman „Abdecker“.
Vilmar I. ahd. Filomar, „vielberühmt“. In der richtigen Aussprache lautet der N. nicht Wilmar, wie man so häufig hört, sondern Filmar (was der Verf. aus persönlicher Kenntnis mehrerer Glieder der Familie des bekannten Literarhistorikers bezeugen kann).
Vincens II. lat. „der Siegende“; mit der Weiterbildung Vincentius — der h. Vincentius im 5. Jh.
Virchow III. (spr. Fircho) O. in Pommern.
Visser s. Fischer.
-vitz in Vorpommern s. -witz.
Vitzthum III. aus lat. Vicedominus.
[S. 252]Vocke s. Fulc (einst. K.).
Vogel III. Hermann dict. Vogel 1159. Hans der Vogel 1377.
Vogelmann III. „Vogler“. Verlat. Ornitander.
Vogelsang: III. sehr häufiger ON. „ein O., wo Vögel singen“ (bes. Waldgegend).
Voglbeer III. „Vogelbeere“, die (rote) Beere der Eberesche, womit Vögel, insbes. Krammetsvögel, gefangen werden.
Vogler III. ahd. fokalâri, mhd. vogelaere „Vogelfänger“.
Vogt III. ahd. fokat, fogit, mhd. voget, voit aus mittellat. vocatus st. advocatus „Schirmherr“; der von demselben eingesetzte Stellvertreter, daher bes. „Statthalter, höherer weltlicher Richter“. Gegenwärtig auch Vorsteher ländlicher Gemeinden (in Schleswig-Holstein, Westfalen).
Vohland s. Fahland.
Voigt, Voit s. Vogt.
Vol- s. Fulc (V., einst. K.).
Völ- s. Fulc (V., einst., zweist. K.).
Volland s. Fahland.
Von vor Ortsbezeichnungen zur Bildung von FN. (S. 55, Adelsnamen S. 58).
Voogd s. Vogt.
Vörg s. Ferg.
Vor mit Hauptw. u. Art. zur Bildung von ON. und FN. Vormbaum. Vormberg. Vormschlag. Vormstein. Vormweg. — Vormsand.
Vorreiter III. „der fürstlichen Wagen vorreitet“.
Vorster s. Förster.
Voß-, Vössing s. Fuchs.
Vötter s. Vetter.
[S. 253]Waack s. Wac.
Waalkes s. Wald I.
WAC I. ahd. wak „wach“, mit der Ableitung WACAR wachar, mhd. wacker, wacher „wachsam, munter“.
Wach- s. Wac.
Wächter III. ahd. wahtâri, mhd. wahtaere, wehter.
Wadmenger III. „Kleiderhändler“ (mhd. wât).
Wadsack III. mhd. wâtsac „Reisesack, Mantelsack“.
Wag- s. Wac.
Wagehals III. Satz-N. „Wage den Hals“, in älterer F. Wagenhals (Wagehals auch als Apellativ noch in der Sprache).
Wagenblast III. „wag’ einen Zank“ (Erbe, FN. — vom ahd. mhd. blâst Blasen; Zorn und Zank).
Wagener III. ahd. waginâri, mhd. wagener „Verfertiger von Wagen“.
Wagenknecht III. „Fuhrmann“ (s. Klempin Memorab. S. 624: wagenknechte = vorlude „Fuhrleute“). Selbst Wagenschieber findet sich als FN.
Wahl- s. 1) Walah 2) Wald (V.).
Wahn-, Wähnert s. Wahn.
Wahnschaffe III. mhd. wânschaffen „ungestalt“, auch geistig „verrückt“.
Wähn- s. Wan.
Wahr- s. War (V., einst. K.).
Wahrenholtz s. Warin (V.).
Waibel III. ahd. weibil, mhd. weibel „Gerichtsbote, Amtsdiener“ (vgl. Schillers Tell 2, 2).
Waitzmann s. Wid (einst. K.).
Wake s. Wac.
WAL I. ahd. mhd. wal „Inbegriff der Erschlagenen auf der Walstatt“ (als der von den Walküren, den Dienerinnen Wuotans, für Walhalla Erwählten); „Kampfplatz“.
Wal- s. 1) Wal 2) Walah 3) Wald (V., einst. K.).
WALAH I. ahd. walah, mhd. walch „Fremder, Ausländer“ (Name, womit die Deutschen ihre keltischen und romanischen Nachbarn bezeichneten, jetzt „Wälscher“).
Walbert s. Wald (V.).
WALD I. got. valdan, ahd. waltan, waldan, mhd. walten „walten“. In N. einer der ältesten (schon seit dem 1. Jh.) und häufigsten Wortstämme.
Wald- s. Wald I. (V., einst. K.).
-wald s. a) Wald I. b) Wald III.
Wald III. Kaum ist in den deutschen ON. irgend ein Begriff durch eine solche Mannigfaltigkeit von Ausdrücken vertreten, als der von Wald und Busch. „Wald“, schon seit dem 7. Jh. nachweisbar, hat sich unter allen diesen Ausdrücken am längsten u. allgemeinsten erhalten. 1) Wald, –wald 2) Walde, –walde (elliptischer Dat. Sg., urspr. walda) 3) niederd. –wold, –wohld, –wolde.
Wäld- s. Wald I.
-wälder s. Wald III.
Waldmann a) I. s. Wald I. b) III. mhd. waltmann „Einwohner eines Waldes“, auch „Förster“.
Waldstein III. noch blühendes Grafengeschlecht, zu welchem auch Albrecht v. Wallenstein gehört.
Walger s. Wald (V.).
Walker III. ahd. walkâri, mhd. walker der „Walker“, im 16. Jh. noch „Welker“.
Wallb- s. Wald (V.).
Wallentin s. Valentinus.
Wallfisch III. wohl urspr. Hauszeichen und daher übertragen.
Wallner III. „einer aus Wallen“.
Walpert s. Wald (V.).
Wallpott, -raf, -ram, -rath s. Wald (V.).
[S. 255]Walser III. „Walliser“ (aus dem K. Wallis Steub).
Walt-, Walz- s. Wald (V., einst. K.).
Waltsgott III. „walte des Gott“ (s. Simmergott). Auch Waltigott.
Wambold, Wamperlings s. Wan.
Wams III. eines der gewöhnlichsten Kleidungsstücke alter Zeit, daher selten als FN.
WAN I. ahd. altsächs. wân, altfries. wên „Glanz, Schönheit“ — dah. die Götterfamilie der Vanir, Wanen.
WAND I. zu der weitverzweigten Wurzel „winden“, „wenden“, „wandern“ gehörig; doch ist die genauere Beziehung in EN. noch nicht genügend erforscht.
Wand III. im Sinne von „Steinwand, Felswand“.
WANDAL I. zum Volksstamme der „Vandalen“ — doch ist es vielleicht nur einfache Erweiterung des Stammes Wand.
Wanderbank, Wandersee s. von.
Wandschneider III. „Gewandschneider“.
Wanfried s. Wan.
Wang III. got. vaggs, altd. „Feld, Aue“ („gesenkte Fläche“ Gatschet, ortsetym. Forschungen), vgl. engl. wang. In ON. fast ausschließlich süddeutsch: Wang, -wang, -wangen (ahd. wangum Dat. Plur.).
-wang, -wanger s. Wang.
Wanger, Wank- s. Wan.
Wann- s. Wan.
Wannschaffe s. Wahnschaffe.
WAR I. 1) zu ahd. waren, mhd. warn „wahren“ 2) zu got. varjan, ahd. warjan, mhd. wern „wehren“ 3) ahd. mhd. wâr „wahr“.
WARD I. got. vards, ahd. warto, mhd. warte „Hüter, Wart“.
WARIN I. 1) Erweiterung von War 2) zum Volksnamen der Wariner.
Warkos, Warl- s. War.
Warm- s. 1) War (V.) 2) Warin (V.).
Wärmpt s. 1) War 2) Warin (V.).
Warn- s. Warin (V., einst. K.).
Warnevogt aus Werneke Vogt (Preuß S. 30).
Warrentjes s. Warin (einst. K.).
Wart- s. Ward.
v. Wartensleben III. Stammort Warsleben, früher Wardensleben, in Sachsen. (Adelslex.)
Wasgehtsdichan III. (Mähren 1703) Satz-N.
Wasser III. ahd. waȥar, altsächs. watar. In ON. -wasser, -water.
Wast- s. Sebastianus.
Waterbecker III. nied. „der mit Wasser backt“.
Wayant s. Wig (Part.).
Waydelin s. Wid (einst. K.).
Waypold s. Wig (V.).
Weber III. mhd. webaere.
Webert, Wechmar s. Wig (V.).
Weck- s. Wac.
Weckesser III. Spottname — ob, wie Vilmar will, für Reformierte, die sich beim h. Abendmahle nicht der Oblaten, sondern der Wecken bedienen, bleibe dahingestellt.
Wed- s. Wid (V., einst. K.).
Wedd- s. Wid (einst. K.).
-wedde s. Wede.
Wede III. ziemlich sicher zu ahd. witu, mhd. wite Holz d. i. „Wald“. In ON. -wede. auch wohl -wied, wieden.
Wedel III. ungewisser Bed. (ahd. widil Sumpf?) — heutzutage in etwa 30 bewohnten Örtern.
Weege s. Wid (einst. K.).
Weer- s. 1) War (einst. K.) 2) Wig (V.).
[S. 257]Weg III. got. vigs, ahd. weg, mhd. wec, in ON. seit dem 8. Jh. — nicht bloß für Wege, sondern auch für bewohnte Örter.
Weg- s. Wig (V., einst. K.).
Wegner s. Wagner.
Weh- s. 1) Wid (V.) 2) Wig (einst. K.).
Wehl s. Wil.
Wehner s. Wan.
Wehr- s. War (V., einst. K.).
Wehrenbold, -brecht s. Warin (V.).
Wehrenpfennig III. Satz-N. „wahre den Pfennig“, ein Pfennigfuchser; vgl. Hüdepennig (Bremer WB.).
Wehringer s. Warin (V.).
Wehrmann a) I. s. War b) III. mhd. wermann „Gewährsmann“.
Wehrmeister III. „Aufseher eines Wehres“.
Weib- s. Wig (V., zweist. K.).
Weibezahl III. „Wedelschwanz“, ahd. weibôn, mhd. weiben „schwanken“, mhd. weibezegelen „mit dem Schweife wedeln“.
Weibezahn III. „Wackelzahn“.
Weich-, Weick- s. Wig (V., einst. K.).
Weid- s. Wid (V., einst. K.).
Weidemann, Weidmann a) I. Wid b) III. mhd. weideman (S. 41).
Weig- s. Wig (V., einst. K., Particip) — doch
Weigang s. Wid.
Weihbrecht s. Wig (V.).
Weihnacht III. einer der „zu Weihnacht geboren“.
Weik- s. Wig (V., einst. K.).
Weiland s. Wig (V., eins. K.).
Weiler III. ahd. wîlâri, mhd. wîler „einzelnes Gehöft; kleines, aus wenigen Gehöften bestehendes Dorf“. In ON. außerordentlich häufig im Südwesten Deutschlands von der Schweiz bis nordwärts nach Köln und Aachen.
Weiling s. Wig (einst. K.).
Weimann s. Wig (V.).
Wein- s. Win (V., einst. K.) — doch Weinand s. Wig.
-wein s. a) I. Win (Trautwein) b) III. Wein in ON. (Reitwein) c) III. Wein als Getränk (Sauerwein, Mengewein).
Wein III. in ON. wohl zu got. vinja, ahd. winne „Weide“.
Wein III. als Getränk in einigen Zss., die jedoch meist zweifelhaft sind, da hier bes. das altd. Win stark hereingreift (S. 47).
Weinbrenner III. Branntweinbrenner (Marb. Gewerbe-Verz. „Weinprenner“).
Weinmann a) I. s. Win b) III. mhd. wînman „Weinbauer; Weinschenk“ („Weinhändler“, im ältesten Berliner Stadtbuche von 1397).
Weinstock III. z. T. wohl durch Häuser-N. vermittelt, wie auch Weintraub, vgl. Gasthof „zur Traube“. Wienstruck niederd. (Weinstrauch).
Weinzierl III. (bayr.) ahd. wînzuril (aus lat. vinitor) „Winzer“ (Fröhner Karlsruher Namenb. S. 21).
Weippert, Weirich s. Wig (V.).
Weis- s. Wis.
Weiß a) s. Wid und Wig (einst. K.) b) III. der „Weiße“ d. i. Weißhaarige (Hellblonde). Vgl. Weißhaar.
Weißermel III. s. Ermel (= „Müller“?).
Weißgerber III. mhd. wiȥgerber der „das Leder weißgar bereitet“.
Weißpfennig III. „weißer Pfennig“, eine Silber-Scheidemünze (seit 1360, lat. albus). Niederd. Wittpenning.
[S. 258]Weit- s. Wid (V., einst. K.).
Weitz- s. 1) Wid (einst. K.) 2) Wig (einst. K.).
Welches s. Walah.
Welcker s. Walker.
Weld- s. Wald (V., einst. K.).
Welke s. 1) Walch 2) Wald.
Well- s. Wil (V., einst. K.),
Welser III. „einer aus Wels“ (Berühmtes Patrizier-Geschlecht in Augsburg im 16. Jh.).
Wels-, Welz- s. Wald (V., einst. K.).
Wemmer, Wemper s. Wan.
Wend- s. 1) Wand 2) Winid.
Wendel- s. Wandal.
Wendemuth III. Satz-N. „der seinen Sinn leicht ändert“.
-wender s. Wand III.
Wendland III. „einer aus dem Wendlande“ (Wendenlande).
Wenger s. Wan.
-wenger s. Wang.
Wenig s. Wan.
Wenk- s. Wan.
Wenndrich s. Wand I.
Wentel- s. Wandal.
-wenter s. Wand III.
Wentjes s. Wand I.
Wenz- s. Wand.
Wepold s. Wig (V.).
Weppner III. mhd. waepenaere, weppener „Gewaffneter, Schildknappe“.
Wer- s. War (V., einst. K.).
Werd- s. Wird.
Werder s. a) I. Wird b) III. Werth.
Wern- s. Warin (V., einst. K.).
Werr- s. War (einst. K.).
Werth- s. Wird.
Werth III. ahd. warid, mhd. wert (von warjan, schützen, wehren), erhöhtes, gegen Überschwemmung gesichertes Land in Flüssen oder zwischen Sümpfen, auch im oder am Meere: „Wert, Insel“. Schon seit dem 8. Jh. in einer nicht geringen Zahl ON. — jetzt besonders in den FF. -werth, -wörth, -worth; -werden, wörden. Neuere F. -werder.
Wessel s. Warin (einst. K.).
Wesseler III. niederd. = Wechsler.
WEST I. ahd. westan, mhd. westen.
WESTAR I. Erweiterung des Stammes West (Wistremar. Westargos).
Wester III. althd. westar, mhd. wester „westwärts, im Westen“, in mehreren Zss. wie: Westermeyer, -millies.
Westermillies s. Aemilius.
Westphal III. ein „Westfale“. Auch Westfehling.
Wett- s. Wid (einst. K.).
Wetter III. in mehreren Zss.: Bösewetter. Brausewetter. Faulwetter. Kühlwetter. Schönwetter — wohl mit Bezug auf Charakter und vorherrschende Stimmung, wie man von jemand sagt, es sei „bei ihm Gutwetter, Schlechtwetter“, er sehe aus „wie acht Tage Regenwetter“ u. ähnl.
Wetzel s. Warin (einst. K.).
Wever, Wewer s. Weber.
Wex s. Wac.
Wey- andere Schreibung st. Wei- s. Wig (V., einst. K.).
Wiard- s. Wig (V.).
Wib- s. Wig (V., zweist. K.).
Wich-, Wick- s. Wig (V., einst. K.).
WID I. 1) got. vidus, ahd. widu, witu, mhd. wite „Wald“ (noch im engl. wood vom angels. vudu).
2) wît „weit“.
WIDAR I. Erweiterung von Wid.
Widd- s. Wid (V., einst. K.).
Widemarker III. entstellt in Widemarkter „der für d. Holzmark (witu) zu sorgen hat.“
Widmer a) I. s. Wid b) mhd. widemer der Bauer, welcher „den Widum (ahd. widum, mhd. wideme) d. i. das Kirchengut bebaut“.
Wieb- s. Wig (V., zweist. K.).
Wiech-, Wieck- s. Wig (V., einst. K.).
Wied- s. 1) Wid (V., einst. K.) 2) Widar.
Wiede III. niederd. „Weide“ in Wiede(n)kamp, Wiedebusch.
Wieg- s. 1) Wid (V.) 2) Wig (V., einst. K.).
Wiegelmesser III. deutl. Gerät-N. (S. 44).
Wieh- s. 1) Wig (einst. K.) 2) Wil (einst. K.).
Wiehmeyer III. 1597: Kord tor Wedeme (Preuß 33).
Wiehn s. Win (einst. K.).
Wiek- s. Wig (V., einst. K.).
Wiel- 1) Wig (V.) 2) Wil (V., einst. K.).
Wiem- s. Wig (V., zweist. K.).
Wien- s. 1) Wig (V.) 2) Win (V., einst. K.).
Wiener III. schon im 14. Jh. (S. 56 Anm.).
Wiep-, Wier- s. Wig (V.).
Wies- s. Wis.
Wiesand III. ahd. wisant, mhd. wisent „Büffelochse“, noch im Nibelungenliede erwähnt. Wiesend.
Wiesbaum III. mhd. wisboum, ein Baum, der oben auf den Heuwagen gelegt, zur Befestigung des Heues dient. Auch Heubaum.
Wiese III. ahd. wisa, mhd. wise. Niederd. Wische — in zsgs. Flur- u. Dorfnamen.
[S. 260]Wieswell III. Satz-N. „wie es welle (wolle)“ d. i. geh es, wie es wolle (S. 52).
Wießner III. 1) „einer aus Wiesen“ (O. 66 mal), Wießen (1 mal) 2) ahd. wîȥinâri „Büttel, Scharfrichter“.
Wiet- s. Wid (V., einst. K.).
Wietz- s. Wid (einst. K.).
WIG I. ahd. wîg, wîc, mhd. wîc „Kampf“. (Mischt sich mit wîh Heiligtum und wid Wald.)
Wig III. got. veihs, ahd. wich, fries. u. altsäch. wik — entsprechend dem lat. vicus. Seit dem 7. Jh. in ON.: -wig, -wiek, -weig.
[S. 261]Wigg- s. Wig (V., einst. K.).
WIL I. got. vilja, ahd. wiljo, mhd. wille „Wille“. In PN. seit dem 5. Jh. nachweisbar.
Wil-, Will- s. Wil.
WILD I. ahd. wildi, mhd. wilde „wild“. Wiltfrid, Wilderich.
Wildner III. „einer aus Wilden.“
Wimmer s. Widmer.
WIN I. ahd. wini, mhd. wine „Freund“. Seit dem 5. Jh.
Winands s. Wig (V.).
Wind- s. Winid.
Winecke s. Win (einst. K.).
Wingerter III. mhd. wîngartaere, wîngerter „Weingärtner“.
Winhold s. Win (V.).
WINID I. haupts. zum Volksnamen der „Winden“ oder Wenden.
Winiker s. Win (V.).
Winke s. Win (einst. K.).
Winkel III. ahd. winkil, dem Ausdr. „Ecke“ sehr nahe stehend (dasselbe von innen, was Ecke von außen angesehen). Jetzt neben einfachem Winkel ein paar hundert ON. auf -winkel, worunter am bekanntesten Krähwinkel. Auch Flur-N. (vgl. uȥ deme wynkele. Akener Schöffenbücher).
Winker s. Win (V.).
Winkler III. der einen „Winkel“ d. i. eine Krambude hat, Krämer.
Winn- s. Win (V., einst K.).
Winter 1) Winidhari (s. winid) 2) PN. Wintar, der wenigstens bei Neugart, codex diplom. Alamanniae im J. 858, wo Wintar u. Sumar Brüder sind, mit Sicherheit zu ahd. wintar „Winter“ gehört (Först.). Gen. Winters (Mörs). In Zss. = Nordseite: Winterkamp.
Winiterlin s. Winter.
Wintz s. Win (einst K.).
Wipp- s. Wig (V., zweist. K.).
WIRD I. zu got. vairths, ahd. werd „wert“.
Wirth a) I. s. Wird b) III. der „Wirt“ (Jacob der wirt 1299).
Wirthmann, Wirz s. Wird.
WIS I. zu ahd. wîsan „weisen“, wîso „Führer“, wîs „weise“.
Wisch-, -wisch s. Wiese.
Wißgott III. Beteuerungsformel: mhd. wiȥȥe got, wie wiȥȥe krist.
Wißmann s. Wis. (Doch nach Preuß der Besitzer des Haupthofes in Wissentrup).
Wit-, Witt- s. Wid (V., einst K.).
Wittkop III. niederd. „Weißkopf“ (s. Kopf).
Wittkugel III. einer „mit weißer Kapuze“ (S. 46).
Wittpenning s. Weißpfennig.
Witz-, Wizel s. Wid (einst K.).
-witz s. -itz, in vielen ON. des östlichen Deutschland und davon abgeleiteten FN. — in Vorpommern auch -vitz, -fitz: Triddelfitz, -vitz.
[S. 263]WOD I. zu got. vôds wütend, besessen, ahd. wuotan, mhd. wüeten „wüten“ — mit Beziehung auf Wuotan (S. 13).
Wöd- s. Wod.
Wohl-, Wöhl- s. Walt (V., einst. K.) — doch
Wohlfromm s. Wulf.
Wohlgemuth III. zu den von Eigenschaften entlehnten N. (S. 48). Hainr. Wolgemut 1390; entstellt in Wolkenmuth.
Wohlschlegel III. entstellt aus Wollschlegel = „Wollschläger“.
Wöhn- s. Wun.
Wolb-, Wölb- s. 1) Wald (V.) 2) Wulf (V.).
WOLC I. ahd. wolkan, mhd. wolken „Wolke“ — in Wolkmar, Wolchanhart u. a.
Wold- s. Wald (V., einst. K.).
Wöldicke s. Wald (einst. K.).
Woldgrebe III. „Aufseher eines Waldes“ s. Graf.
Wolf a) I. s. Wulf — bes. in Zss. wie Berwolf, Hertwolf, Streitwolf.
b) III. vgl. Petrus dictus Lupus 1390 Köln. Univers. Matr. — Zss. Weißenwolf, wohl elliptisch „zum weißen Wolf“.
Als jüdischer N. für Benjamin mit Beziehung auf den Segen Jacobs 1. Mos. 49, 27.
Wolf-, Wölf- s. Wulf I. (V., einst. K.).
Wolfshand, Wolfsheim, Wolfskehl (Philipps Wolfskele 15. Jh.), Wolfskinn III. zum Teil in dem uralten, heidnischen Glauben des Volkes wurzelnd.
Wolk-, Wölke s. 1) Wald (einst K.) 2) Wolc.
Wolker s. Wulf (V.).
Woll-, Wöll- s. 1) Wald (V., einst. K.) 2) Wulf (V.).
Wollenweber III. älter Wullenweber — Wüllenweber — entstellt Willenweber.
Wollenschläger III. mhd. wollensleger der „durch Schlagen die Wolle reinigt und verarbeitet“. Auch Wollschläger. Entstellt: Wohlschläger.
Wollner III. mhd. wollener „Wollbereiter“. Konradus Lanifex. = Kord Wullner 1306. (Lipp. Reg.). Auch Wöllner — Wüllner.
Wolp-, Wölp- s. 1) Wald (V.) 2) Wulf (V.).
Wolt-, Wölt- s. Wald (V., einst. K.).
Woltag s. Wulf.
Woltemate III. niederd. „wohl zu Maße“ (der das rechte Maß zu halten weiß). Auch Woldemade; Woldemathe — halbhochd. Woltemas.
Wolzogen III. „wohlgezogen“.
Wöniger s. Wun.
Wop- s. Wod (zweist. K.).
Wörn- s. Warin (V., einst K.).
Wortmann s. Ward.
Woth-, Wott-, Wöttlin s. Wod.
Wouters s. Wald (V.).
Wrede III. altsächs. wrêth, niederd. wred „wild, zornmütig“. Hermann der Wrede 1380. (Lipp. Reg.). Gen. Wreden.
Wröndel s. Warin (einst. K.).
Wübbena s. Wod (zweist. K.).
Wucherer III. ahd. wuocharâri, mhd. wuocheraere, urspr. ohne ungünstigen Nebenbegriff (so noch bei Luther, Ev. Luc. 7, 41-42).
Wud-, Wüdiger s. Wod.
Wulbrands s. Wulf (V.).
Wulf- s. Wulf (V., einst. K.).
Wülf- s. Wulf (einst. K.).
WULF I. got. vulfs, ahd. mhd. wolf, altsächs. wulf „Wolf“, das dem Wuotan heilige Tier (S. 17). Seit dem 4. Jh. (Vulfila der Westgoten-Bischof) in EN. nachweisbar, über alle deutschen Stämme verbreitet.
Wülker, Wullbrandt s. Wulf (V.).
Wullenweber, Wüllenweber s. Wollenweber.
Wüllner s. Wollner.
WUN I. wohl zu ahd. wunna „Wonne“.
Wunn-, Wüncke, Wünn s. Wun.
Würdele s. Wird.
WURM I. got. vaurms, ahd. mhd. wurm „Schlange, Drache“. Wurmhart 8.
Wurm III. „Wurm, Schlange, Drache“.
Wurst III. das deutsche Nationalessen (S. 46).
Wurster III. mhd. wurstaere „Wurstmacher“.
Würthle s. Wird.
Wurzler III. mhd. wurzeler „Kräutersammler“.
Wuth, Wüttig, Wuttrich, Wutz- s. Wod.
Wyerda, Wygram s. Wig (V.).
-wyl s. Weiler.
Wyn- s. Win (einst. K.).
Xander II. s. Alexander.
Xylander III. lat. Übersetzung von Holtzmann.
Ybelacker (München) = Übel- s. Acker.
York — in Hinterpommern, etwa eine Meile von Bütow, liegt das adelige Gut Groß-Gustkow, von früher her unter mehrere Familien pommerschen Landadels verteilt. Eine dieser altkassubischen Familien waren die Jorken oder Jarken, eines der unzähligen armen Adelsgeschlechter des slawischen Landes. Schon im Beginne des 17. Jahrh., im J. 1607, findet man Lehnbriefe der Jorken zu Groß-Gustkow — ein Beweis, daß der nachmals berühmteste Träger des Namens,[S. 265] der Feldmarschall York von Wartenburg, irrte, wenn er behauptete, von dem hochberühmten englischen Geschlechte der York abzustammen; ein Zweig derselben sollte in der Mitte des 17. Jh., etwa 1650, erst nach Schweden ausgewandert und von dort nach Pommern gekommen sein.
Yxem III. O. Ixheim (Bayern).
Zabel s. Sabellius.
ZAC I. got. tahjan „reißen, zerschütteln“.
Zacharias II. hebr. „Jehova gedenkt“ 1) ein Prophet des A. T. 2) der Vater Johannes des Täufers.
Zagel III. ahd. mhd. zagel „Schwanz“ in mehrf. Zss. (die z. T. wohl ON. sind, vgl. Hasenzagel).
–zahl s. Zagel.
Zahn III. doch wohl nach einem irgendwie ungewöhnlichen Zahne, vgl. lat. Dento, Dentatus (Pott).
Zaiser, Zaitz s. Zeiz.
Zamel s. Samuel.
Zander a) I. = Sander s. Sand. b) III. = Alexander (VN. Ilsenb. Urk.).
Zapfe III. „Verzapfer von Getränken“.
Zeche, Zeckel s. Zac.
Zehender III. „Zehntenerheber“ (Appo der Zehender 14. Jh.).
Zehet = Zehnt (vgl. Teget) in Zss. wie Zehetbauer, –gruber, –mayr.
Zeidler III. ahd. zîdalâri, mhd. zîdelaere „Bienenzüchter“, bes. mit Hinsicht auf die früher im Großen betriebene Bienenwirtschaft im Walde. Die Zeidler bildeten eine Genossenschaft mit besonderen Satzungen und Rechten. Auch Zeitler.
Zeigswetter III. Satz-N. „zeige das Wetter an“. Vgl. Kiesewetter.
Zeis-, Zeiß- s. Zeiz.
Zeit III. in Zus.: Guttzeit (vgl. franz. Bontemps). Liebzeit. Neuenzeit (elliptisch = zur neuen Z.).
Zeitvogel III. wohl = Zugvogel.
ZEIZ I. ahd. zeiz „anmutig, zart“, altnord. teitr „froh“ (herteitr „kriegesfroh“, Beiname Odhins).
Zell III. lat. cella, zur Bezeichnung von Klöstern angewendet, seit dem 8. Jh. nachweislich in Manegoldescella u. a., einfaches Cella schon in demselben Jh. weit verbreitet. Jetzt –zell.
Zembach s. Zu.
Zentgraf III. der einer „Cent d. i. Hundertschaft vorsitzende Graf“. Cuntz Zentgreff 15. Jh.
Zerrleder III. „zerre das Leder“ — Spott-N. des Schusters.
Zeyß s. Zeiz.
Zick- s. Sig (V., einst. K.).
Zickendrath III. Satz-N. „zücke, ziehe den Drat“, Spott-N. des Schusters (Vilmar).
Ziebarth, Ziegele s. Sig (V.).
Ziel-, Ziehl- s. Zil.
ZIER I. ahd. ziari, mhd. ziere „zier, schmuck“.
[S. 266]Zierfuß III. „mit zieren d. i. zierlichen, schönen Füßen“, vom mhd. Eigenschaftsw. zier.
ZIL I. ahd. mhd. zil „Ziel“, ahd. zilôn streben.
Zilias, Zilges s. Cyriacus.
Zill- s. Ziel.
Zimmermann III. mhd. zimberman.
Zindram s. Sind.
Zinkgreff, Zintgraf s. Zentgraf.
Zoller III. mhd. zollaere, von zollen „Zoll fordern“.
Zöllner III. ahd. zollanâri, mhd. zolnaere (lat. telonarius).
Zoons (niederrhein.) holländ. F. = deutschem Sohns.
Zu in vielen FN.: Zufelde, Zutafern (ad tabernam); doch gewöhnlich mit Artikel: zum, zur (niederd. ten, ter).
Zu Rhein III. Freiherr zu Rh. (bayr.) urspr. ze Rhyn (innerhalb der Ringmauern von Basel am Ufer des Rheines ansässig. Tobler-Meyer).
Zuckschwerdt III. Satz-N. „zücke das Schwert“. Vgl. Cucksswert (Altmarburg, Reichel). Auch Zugschwerdt.
Zum-, Zur- s. Zu.
Zürcher III. = Züricher.
Zurhelle III. Helle, Hölle „wilde Gegend mit Abgründen“.
Zurnieden s. Tornedden.
Zutafern III. „zur Taberne“.
Zwilchenbart III. (Zürich) „der mit doppelt gedrehtem Bart“ (Tobler-M.).
Zwingly III. nach Stalder’s Idiotikon aus „Zwilling“, ahd. zwiniling. Vgl. Petrus czwilling 1372.
Zwirner III. von zwirnen = „zusammendrehen“, der Fäden aus Flachs, Hanf oder Seide dreht.
Zybrandts, Zyprecht s. Sig (V.).
